Home / EasyLinux / 2007 / 03 / Vista mit Linux-Komfort

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Vista mit Linux-Komfort

Linux-Features unter Vista nachrüsten

12.07.2007 Vista ist nun schon eine Weile auf dem Markt – Zeit, einen Blick auf die neue Windows-Version zu werfen. Linux-Freunden fehlen beim Microsoft-System immer noch einige nützliche Features, die aber schnell nachgerüstet sind.

Viele Anwender betrachten Linux aus einer Windows-Perspektive und kritisieren abweichendes Verhalten des Systems als fehlerhafte Umsetzung. Dieser Ansatz ist genauso unsinnig wie der umgekehrte, also Windows durch die Linux-Brille zu bewerten – die Systeme sind grundverschieden, und keines der beiden hat das Ziel, dem anderen ähnlich zu sein. Das ändert aber nichts daran, dass Benutzer sich oft das Beste aus beiden Welten wünschen, egal, ob sie nun unter Windows oder Linux arbeiten. In diesem Artikel beschreiben wir, was Vista schon an Neuerungen zu bieten hat und was noch fehlt – dann zeigen wir auch, wie Sie diese Features nachrüsten.

Windows und der Desktop

Die auffälligsten Änderungen betreffen den Desktop – neben einem neuen Standard-Theme (das sich bei Missfallen auch wieder auf die Windows-2000-Optik zurückstellen lässt) gibt es hier einige neue Funktionen:

  • Am rechten Rand sitzt nun eine Sidebar, die kleine Mini-Anwendungen aufnimmt, z. B. RSS-News-Reader, Kalender und Uhr oder eine Lastanzeige. Im Auslieferzustand gibt es nur zwölf dieser Anwendungen, über eine Portalseite lassen sich aber etliche weitere Tools nachinstallieren, zum Beispiel ein praktisches Web-Radio.
  • Verdecken die Fenster den gesamten Desktop, macht ein Klick auf das Icon gleich links vom Startmenü Schluss mit dem Spuk und räumt den Bildschirm frei: Danach sind die Desktop-Icons wieder erreichbar; ein zweiter Klick auf das Icon stellt alle vorher sichtbaren Fenster wieder her.
  • Der Wechsel zwischen mehreren Fenstern ist übersichtlicher geworden: Zum Einen zeigt die klassische Tastenkombination [Alt]+ [Tabulator] nun alle Fenster als Thumbnails an, zum Anderen ist über [Windows]+ [Tabulator] eine neue Darstellung verfügbar, in der die Fenster dreidimensional hintereinander erscheinen (Abbildung 1). Jeder weitere Druck von [Tabulator] bei gedrückt gehaltener Windows-Taste rotiert diese Darstellung; beim Loslassen holt Vista das gerade ganz vorne angezeigte Fenster in den Vordergrund – alternativ pickt ein Mausklick ein beliebiges Fenster heraus.
Abbildung 1

Abbildung 1: Über [Windows]+ [Tabulator] suchen Vista-Anwender schnell nach einem Programmfenster. Die Rotation der Fenster in dieser Darstellung ist hübsch animiert – das ist einer der Gründe, weswegen Vista nur auf schnellen Rechnern läuft.

Mehrere Desktops erleichtern Linux-Anwendern die Arbeit, denn die Programmfenster müssen sich nicht eine einzige Oberfläche teilen. Bei ganz alten Linux-Systemen hieß das "virtueller Desktop", KDE und Gnome sprechen nur noch von Desktops (oder deutsch Arbeitsflächen).

Windows hat dieses Feature auch in seiner neusten Version Vista noch nicht, aber es ist schnell nachgerüstet: Dazu laden Sie den VirtuaWin-Installer von [1] herunter oder greifen zur Heft-DVD. Das Programm haben die Entwickler unter die GPL gestellt – die Lizenz, die auch für die meisten Linux-Anwendungen und den Linux-Kern selbst gilt.

Läuft das Programm, erscheint in der Startleiste am rechten Rand ein neues Symbol in Form von einem weißen und drei grünen Quadraten, welche die vier Desktops symbolisieren (Abbildung 2) – per Klick auf eines der Quadrate wechseln Sie auf die zugehörige Arbeitsfläche. Da es umständlich ist, die kleinen Felder mit der Maus genau zu treffen, gibt es auch Tastenkombinationen: [Windows] zusammen mit einer der vier Cursortasten springt zu benachbarten Desktops.

Abbildung 2

Abbildung 2: Über die grünen Quadrate wählen Sie einen der Desktops aus; alternativ springen Sie mit [Windows] und den Cursortasten hin und her. Das Fenster-Menü erlaubt auch ein Verschieben der Fenster auf andere Desktops.

Wichtige Programme

Einige Anwendungen sind Windows-Klassiker, weil sie über Jahre mit jeder Version ausgeliefert wurden. Bei manchen dieser Tools ändert sich nichts, so sieht zum Beispiel das Malprogramm Paint noch genauso wie vor zehn Jahren aus. Andere Programme haben mehr Änderungen erfahren, das gilt besonders für den Internet Explorer. Microsoft hat ja vergleichsweise spät angefangen, sich für das Internet zu interessieren; hat es mit dem Explorer aber geschafft, den viel älteren Browser Netscape (heute Mozilla, Firefox) auf dem Windows-Desktop zu überholen. Vista enthält die neue Version 7.0 (die es aber auch für XP gibt) – sie bietet einige nützliche neue Features:

  • Es gibt endlich Tabs: Die ordnet der Browser, wie unter Linux gewohnt, in einer Tab-Leiste über der Seitenansicht an, und einige Standardtastenkombinationen funktionieren auch: [Strg]+ [T] erzeugt einen neuen Reiter, während [Strg]+ [N] wie bisher ein zusätzliches Fenster öffnet. Eine Schnellübersicht aller geöffneten Tabs liefert [Strg]+ [Q] (Abbildung 3). Von einem Tab zum nächsten wechseln [Strg]+ [Tabulator] (vorwärts) und [Strg]+ [Umschalt]+ [Tabulator] (rückwärts).
  • Ein Pop-up-Blocker verhindert das automatische Zumüllen des Desktops mit unerwünschter Werbung. Zudem soll ein Phishing-Filter Anwender vor den beliebten Abzockseiten schützen, welche die Zugangsdaten zu Bankkonten, E-Bay, Paypal & Co. abfragen.
Abbildung 3

Abbildung 3: Öffnet der Internet Explorer viele Tabs, werden die Adressen in der Tab-Leiste unlesbar – [Strg]+ [Q] zeigt aber eine Sammlung von Vorschaubildern an, über die Sie schnell den richtigen Tab finden.

Etwas ungewohnt: Die klassische Menüleiste gibt es zwar, aber der Internet Explorer versteckt sie standardmäßig, erst ein Druck auf [Alt] bringt sie ans Tageslicht. (Das gilt auch für den Dateimanager Explorer.)

Übrigens: Wer statt des Internet Explorers Firefox als Standardbrowser einstellt, wird nicht weiter bedrängt – im Startmenü ruft ein Klick auf den prominent platzierten Eintrag Internet fortan den freien Browser auf.

Komfortabel ist der Media Player, der nicht nur die lokale MP3-Kollektion verwaltet, sondern auch via Drag & Drop elegant Daten auf externe Player überträgt. Leider beherrscht er noch immer nicht das patentfreie Ogg-Vorbis-Format, das sich zumindest in der Linux-Welt als Alternative zu MP3 etabliert hat. Doch das ist schnell nachgerüstet: Nach dem Herunterladen der Datei oggcodecs_0.71.0946.exe vom Entwickler Illiminable [3] führen Sie das Programm aus. Gleich nach Abschluss der Codec-Installation beherrscht der Media Player auch das Ogg-Format. Das gilt allerdings nur für die Musik selbst, die enthaltenen ID3-Informationen wertet das Programm nicht aus, so dass bei Ogg-Dateien (wie bei Wav-Dateien) nur der Dateiname erscheint.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

946 Hits
Wertung: 90 Punkte (11 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2014_02

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...