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Verfluchtes Glück

3D-Adventure Ankh für Linux

12.07.2007 Immer mehr Spieleschmieden bringen auch Linux-Versionen ihrer Verkaufsschlager heraus. Mit der Portierung des 3D-Adventures Ankh kommt Spaß auf den Linux-Rechner.

Nach wie vor krankt die Verbreitung von Linux auch daran, dass es nur wenig gute kommerzielle Spiele gibt, die unter dem freien Betriebssystem laufen. Der Grund: Die meisten Spieleentwickler scheuen den Aufwand der Entwicklung einer Linux-Version (Portierung) für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe potenzieller Käufer. Es besteht also die Gefahr, dass sich die Adaption eines Windows-Spiels für Linux einfach nicht rechnet.

Dabei gibt es zwei Hoffnungsschimmer: Einerseits setzen Spiele wie Unreal Tournament oder Doom in puncto 3D-Grafik auf OpenGL, das auch Linux nutzt – solche Spiele sind vergleichsweise leicht portierbar. Andererseits gibt es die Idee von Runesoft: Die Firma bot an, das Spiel Ankh [1] des Entwickler-Teams Deck 13 auf Linux zu portieren, sobald sich 200 Leute finden, die es vorbestellen. Tatsächlich meldeten sich genug Nutzer und nun gibt es das Abenteuer auch für Linux. Ixsoft [2] und Linux-Discount [3] liefern Ankh für etwa 40 Euro aus, Sie bekommen es als CD in einer DVD-Box.

Besonders interessant: Ankh ist ein Adventure. Bisher handelt es sich bei den meisten Linux-Spielen mit hochwertiger Grafik um Egoshooter und Action-Spiele wie Doom und Unreal Tournament. Friedliche Alternativen kommen nach wie vor zu kurz.

Ab in die Wüste

Und darum geht es bei Ankh: Hauptdarsteller Assis lebt im alten Ägypten und dringt heimlich mit seinen Freunden in eine Pyramide ein. Als er ein paar alte Vasen zerbricht (Abbildung 1), erscheint eine Mumie und spricht einen Todesfluch aus – Assis muss nun diesen Fluch so schnell wie möglich wieder loswerden. Zugleich verliert die Mumie aber aus Versehen ein Ankh – eine Art magischen Anhänger – an Assis, woraufhin ihn auch noch unbekannte Mächte verfolgen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Dumm gelaufen: Assis plagt sich mit einem Todesfluch herum, bloß weil er in einer Pyramide ein paar Tongefäße zerbricht.

Das bunte 3D-Spiel lebt von seinem Wortwitz, den liebevoll gezeichneten Charakteren und Details sowie den überzeugenden Synchronsprechern. So reden etwa die Wächter vor dem Palast des Pharaos mit der Stimme von Monty-Python-Ikone John Cleese bzw. dessen deutscher Stimme Thomas Danneberg. Zugleich nimmt sich das Spiel selbst auf die Schippe, etwa, wenn im alten Ägypten ein intelligenter Sklave und sein Sklaventreiber ständig über Fußball diskutieren (Abbildung 2) oder wenn in Gizeh eine Waschanlage für Kamele auftaucht.

Das Spielprinzip ist einfach: Indem Assis mit den Figuren redet, erhält er Hinweise, die ihm helfen, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Er sammelt Gegenstände, die er zum Teil miteinander kombiniert, um die Rätsel zu knacken (siehe Kasten Lösung des ersten Rätsels).

Abbildung 2

Abbildung 2: Direkt vor der arabischen Botschaft schwatzen der Sklave und sein Herr über Fußball, Gott und die Welt.

Lösung des ersten Rätsels

Bereits das erste Rätsel gab uns im Test eine ordentliche Nuss zu knacken – wollen Sie es selbst lösen, lesen Sie hier nicht weiter. Assis' Vater gibt dem jungen Mann nach seiner Rückkehr aus der Pyramide Hausarrest. Also muss sich Assis aus dem Haus stehlen – ein unerreichbares, geöffnetes Fenster bietet sich als Weg in die Freiheit an. Assis kombiniert also zwei Kleidungsstücke, die er in der Wohnung findet, miteinander, verknüpft das dabei entstehende Seil mit einem hängenden Blumentopf und schwingt sich durch das geöffnete Fenster in die Freiheit.

Anforderungen

Offiziell empfiehlt Runesoft einen 2-GHz-Prozessor mit 512 MByte RAM und mindestens eine GeForce 5x00 (Nvidia) oder Radeon 9500 (ATI) als Grafikkarte. Wir erzielten im Test mit einer FX-5200-Karte (Nvidia mit 128 MByte Speicher) recht flüssige Bewegungen, sogar auf einem Laptop mit Intel-Chip ließ sich Ankh noch spielen. In jedem Fall müssen Sie die 3D-Beschleunigung Ihrer Grafikkarte aktivieren. Meist installieren Sie dafür einen speziellen – oft proprietären – Treiber des Herstellers. Wie das für Nvidia- und ATI-Karten unter Kubuntu, OpenSuse und Mandriva Linux funktioniert, verrät ein älterer Artikel [4].

Um zu überprüfen, ob Ihre Grafikkarte 3D-beschleunigt arbeitet, drücken Sie [Alt]+[F2], geben konsole ein und dann auf der Konsole den Befehl glxinfo | grep render. Als Ergebnis sollte dort direct rendering: Yes stehen.

Läuft das Spiel trotz 3D-Beschleunigung ruckelig, gibt es noch ein paar Schräubchen im Spiel selbst, an denen Sie drehen können. Drücken Sie [Esc], gelangen Sie ins Hauptmenü von Ankh. Hier laden, speichern und beenden Sie ein Spiel, verändern aber auch über Einstellungen die Konfiguration. Sie haben verschiedene Optionen, um die grafische Darstellung zu optimieren. Meist bringt es etwas, die Auflösung zu verringern, zum Beispiel von 1024x768 auf 800x600. Sie können aber auch versuchen, die Helligkeit und die Textur-Qualität zu verändern. Ein Neustart offenbart die Früchte Ihrer Bemühungen.

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