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Mein Fotoalbum

Fotos sammeln und bearbeiten mit Digikam

12.07.2007 Mit einer Digitalkamera knipst es sich leichter als analog. Umso schneller wächst das digitale Album an, und ein Programm zur Fotoverwaltung muss her. Digikam gehört zu den besten.

Der beste aller Ehemänner kennt Wünsche dieser Art: "Schatz, such' mir doch schnell das Bild mit unseren Kindern. Du weißt schon, vom Urlaub in Italien mit Giovanni." Zum Glück benutzt der beste aller Ehemänner das KDE-Fotoverwaltungstool Digikam [1] und hat sämtliche Bilder beim Import säuberlich mit Informationen versehen. So kostet es ihn nur 5 Sekunden und schon hat die Suchfunktion von Digikam das passende Bild gefunden.

Digikam gehört bei sämtlichen EasyLinux-Distributionen zum Standardumfang, jedoch in unterschiedlichen Versionen: Bei Suse Linux 10.1 ist Version 0.8.1 aktuell, Mandriva Linux 2007, Open Suse 10.2 und Ubuntu 6.10 bringen Version 0.8.2 mit. Dieser Artikel stellt die Fotoverwaltung in Version 0.9.1 vor. Passende Pakete für Ihre Distribution finden Sie auf der Heft-DVD.

Sammlung anlegen

Beim ersten Start fragt Sie das KDE-Programm, in welchem Verzeichnis Sie Ihre Bilder speichern möchten und schlägt dazu das Verzeichnis Bilder in Ihrem Home-Verzeichnis vor (Abbildung 1). Geben Sie hier das Hauptverzeichnis Ihrer Fotos an oder ändern Sie den vorgeschlagenen Pfad nach Ihren Wünschen. Haben Sie noch kein Bilderverzeichnis, klicken Sie einfach auf OK, um die Einstellungen zu übernehmen. Digikam legt dann das Verzeichnis Bilder nach einer Rückfrage an.

Haben Sie Digikam bereits gestartet und möchten den Pfad des Bilderverzeichnisses ändern, wählen Sie Einstellungen / Digikam einrichten und ändern dann unter Alben den Basisordner.

Abbildung 1: Beim ersten Start legen Sie das Bilderverzeichnis von Digikam fest.

Im Basisordner von Digikam speichern Sie Ihre Sammlung. Digikam ordnet diese in Verzeichnissen, die es Album nennt. Um ein neues Album anzulegen, bietet Digikam zwei verschiedene Wege an:

  • Sie erstellen im Basisordner einen neuen Ordner und legen die Fotos dort ab. Digikam liest automatisch die Bildinformationen des Albums ein.
  • Sie importieren Bilder direkt von einer digitalen Kamera und geben an, in welchem Album das KDE-Fotoprogramm die Bilder speichern soll.

Seit Version 0.9.1 ist der zweite Weg deutlich einfacher: Schließen Sie eine digitale Kamera an Ihren Rechner an, zeigt KDE den Dialog USB Imaging Interface an. Hier wählen Sie die Option digiKam Detect and Download, um die Bilder direkt von der Kamera in Digikam zu importieren (Abbildung 2). Im neuen Dialog (Abbildung 3) zeigt Ihnen das KDE-Programm die Bilder in einer Vorschau an.

Abbildung 2: Seit Version 0.9 importiert Digikam Bilder von digitalen Kameras bereits beim Anschließen des Fotoapparats.

Abbildung 3: Die Vorschau erleichtert die Auswahl der zu importierenden Bilder.

Über Herunterladen wählen Sie aus, ob Sie sämtliche Bilder oder nur die markierten herunterladen möchten. In welchem Album das KDE-Programm die Bilder speichert, legen Sie in einem weiteren Dialog fest (Abbildung 4). Markieren Sie hier das Album, in dem Sie die Bilder ablegen möchten oder wählen Sie Neues Album. Ein Klick auf OK kopiert die Fotos von der Kamera auf die Festplatte.

Abbildung 4: Wählen Sie ein Album für den Import aus oder legen Sie ein neues Album an.

Nach dem Import sehen Sie nun im Hauptfester von Digikam (Abbildung 5) das neue Album und die darin enthaltenen Fotos.

Abbildung 5: Das Hauptfenster von Digikam mit der Albenansicht (links) und dem Bildbetrachter.

Sammlung ordnen

Wer lediglich ein paar Hundert Fotos auf seinem Rechner speichert, findet einzelne Bilder vermutlich auch ohne Hilfsfunktionen. Ab der Tausendergrenze lohnt es sich hingegen, Fotos gleich nach dem Import mit den wichtigsten Informationen zu versehen, um Bilder schneller wiederzufinden und sich auch an die Sehenswürdigkeiten des vorvorletzten Urlaubs wieder erinnern zu lassen. Digikam bietet dazu zwei verschiedene Methoden an: Kommentare und Stichworte.

Auf der rechten Seite des Digikam-Fensters finden Sie die Reiter Eigenschaften, Metadaten, Farben, Kommentare/Stichworte und Stichwort-Filter. Klicken Sie auf den Eintrag Kommentare/Stichworte öffnet sich innerhalb des Digikam-Fensters von rechts ein neuer Dialog (Abbildung 6). Hier tragen Sie in der oberen Hälfte Ihre Kommentare ein im unteren Bereich ordnen Sie dem Bild Stichworte zu. Möchten Sie gleichzeitig mehrere Bilder mit Stichworten oder Kommentaren versehen, markieren Sie die Bilder zuvor mit gedrückter [Strg]-Taste. In der Regel empfiehlt es sich, Schlagwörter, die Sie mehrfach nutzen (zum Beispiel die Namen der Familienmitglieder, des Haustiers und so weiter), als Stichwort einzutragen. Sie müssen dann nur noch die gewünschten ankreuzen, die Tipparbeit entfällt.

Abbildung 6: Mit Stichworten und Kommentaren bringen Sie Ordnung in Ihre Fotosammlung.

Das Kommentarfeld nutzen Sie am besten für längere Kommentare zum aufgenommene Motiv. Beide Informationen speichert Version 0.9.1 von Digikam im Bild selbst und in der zentralen Sqlite-Datenbank von Digikam (die Datei digikam3.db im Basisordner von Digikam). Kommentare hinterlegt Digikam in den EXIF-Informationen des Fotos. Diese sind für die meisten Bildbearbeitungsprogramme problemlos les- und schreibbar. Die Stichworte und Bewertungen speichert Digikam in den IPTC-Headern des Fotos. Zurzeit lassen sich diese unter Linux mit Digikam und Xnview auslesen und beschreiben. In der neuesten Digikam-Version können Sie Fotos zudem mit einem bis fünf Sternen bewerten. Auch diese Informationen hinterlegt das Programm im IPTC-Header der Bilddatei.

Falls Sie bereits mit einer älteren Version von Digikam gearbeitet haben und die neue Version keine Kommentare oder Stichworte speichert, öffnen Sie den Dialog Einstellungen / Digikam einrichten / Metadaten und kreuzen sämtliche Optionen unter IPTC-Aktionen und Allgemeine Metadaten-Aktionen an. Im gleichen Dialog ganz zu oberst stellen Sie auch ein, dass Digikam die Bilder automatisch dreht, falls Ihre Digitalkamera einen entsprechenden Sensor mitbringt.

Eine weitere Möglichkeit, die Bilder automatisch zu sortieren, bietet die Datumsliste von Digikam. Klicken Sie am linken Fensterrand auf den Reiter Datumsliste, zeigt das Programm Bilder nach Jahr und Monat sortiert an. Ein Vorschaukalender markiert sämtliche Tage, an denen Sie Fotos aufgenommen haben. Diese Funktion hilft Ihnen auch, Fotos zu finden, die mit einem falschen Datum versehen sind (zum Beispiel durch Speichern in einem Bildbearbeitungsprogramm, das keine EXIF-Informationen unterstützt).

Je nachdem, wie intensiv Sie von den Kommentaren und Stichworten Gebrauch machen, finden Sie Bilder über die Suchfunktion von Digikam ( [Strg]+ [F] ) innerhalb weniger Sekunden.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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