Aufmacher Artikel

Kompatibilität verschiedener Office-Formate untereinander

Ein Kessel buntes

Jeder Produzent von Office-Paketen nimmt für sich in Anspruch, das optimale Dateiformat zu verwenden. Wie gut die enthaltenen Textverabreitungen mit anderen als den eigenen Formaten umgehen, zeigt dieser Test.

Mit Dokumentenformaten verschiedener Office-Versionen verhielt es sich in der Vergangenheit beinahe wie mit dem Turmbau zu Babel: Jeder redete eine andere Sprache, die der andere nicht verstand. Speziell MS Office tat sich in dieser Hinsicht besonders hervor, indem es mit jeder Release ein neues Format einführte, mit dem meist nicht einmal die Vorgängerversion zurecht kam.

Diesem Problem begegnete OASIS (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) in den letzten Jahren mit einer Standardisierung von Dokumentenformaten. Heraus kam das Open Document Format, kurz ODF, das flächendeckend u. a. mit OpenOffice 2, StarOffice 8 und KOffice 1.4 eingeführt wurde. Wie üblich scherte Microsoft wieder aus und entwickelte parallel ein eigenes auf XML basierendes, offenes Dokumentenformat namens OpenXML. Wie weit die verschiedenen Formate von OpenOffice 2.2.1 [1], MS Office 2003 [2] und Softmaker Office 2006 [3] zueinander kompatibel sind, klärt der Test.

Um Open-Document-Formate mit MS Office zu öffnen, sponsort Microsoft das Projekt ODF Converter [4], das Add-ons für beinahe alle Office-Produkte zum kostenlosen Download bereitstellt. Um zu testen, wie akkurat der Import klappt, haben wir mit jeder Suite mehrere Testdokumente sowohl im Urpsprungs- als auch im DOC- und ODT-Format (soweit möglich) erstellt, das neben verschachtelten Tabellen auch Bilder und Feldbefehle sowie ein eingebettetes Diagramm enthält, und danach mit den anderen Office-Produkten geöffnet. Zusätzlich wurde in allen Dokumenten die Änderungsverfolgung aktiviert und ein Kommentar eingefügt, um auch diese Funktionen zu überprüfen.

MS Word 2003

Microsoft Office ist nach wie vor die am meisten genutzte Office-Suite. Diese Tatsache gilt es, beim Versenden von Dokumenten zu berücksichtigen. Ohne zusätzliche Hilfsmittel öffnet MS Word lediglich Dokumente im DOC- RTF- TXT- und HTML-Format. Relevant im täglichen Gebrauch sind jedoch nur die ersten beiden.

Beim Öffnen von OpenOffice-Dokumenten im DOC-Format mit MS Office macht OpenOffice mit einem brauchbaren Exportfilter eine passable Figur: Sowohl das eingebettete Diagramm als auch die Änderungsverfolgung stellt Word richtig dar. Zu Problemen kommte es allerdings mit verschachtelten Tabellen, das MS Word Tabellen zweiter Ebene nicht anzeigt.

Beinahe identisch verhält es sich mit der Anzeige von Softmaker Office Dokumenten im DOC-Format. Hier unterschlägt Word ebenfalls die verschachtelte Tabelle. Auch die Änderungsverfolgung funktioniert nur zum Teil, da eingefügte Sätze nicht als solche erkennbar sind. Das Öffnen der Softmaker-eigenen Dateitypen TMD verweigert MS Word komplett.

Um Texte im offenen ODT-Format von OpenOffice anzuzeigen, gilt es zunächst, das kostenlose Add-in ODF-Converter [4] herunterzuladen und zu installieren. Voraussetzung dafür ist jedoch die .NET 2-Umgebung, auf dem das Modul basiert. Um es in Office 2003 zu verwenden, müssen Sie weiterhin das Office Compatibility Pack installieren, das ebenfalls kostenlos zum Download [5] bereit steht. Danach Öffnen Sie mit MS Word sowohl ODT-Dokumente und speichern Textdateien in diesem Format ab. Außer der eingebetteten Statistik, die nicht erscheint, stellt Word das Testdokument im ODT-Format ohne Fehl und Tadel dar (Abbildung 1).

Abbildung 1: Mit dem Add-in ODF-Converter zeigt MS Word Dateien im ODT-Format überraschend originalgetreu an. Lediglich das eingebettete Objekt in der Mitte der ersten Spalte fehlt.

OpenOffice 2.2.1

OpenOffice speichert in allen Word-Formaten von Version 6.0 bis 2000. Textdokumente für die getestete Version 2003 legt sie im XML-Format ab. Beim Öffnen von MS-Word-Dokumenten verhält sich OpenOffice beinahe mustergültig. Sowohl die eingebettete Statistik als auch die verschachtelte Tabelle zeigt es ebenso fehlerfrei an wie den enthaltenen Feldbefehl. Lediglich bei der Änderungsverfolgung erlaubt sich der Writer einen kleinen Fehler, indem er gelöschte Texte nicht als solche erkennt. Das Öffnen von ODT-Dokumenten, die mit MS Office gespeichert wurden, führte zum gleichen Resultat wie beim Word-Dokument was für das ODF-Add-on von Word spricht.

Anders sieht es beim Öffnen von Word-Dokumenten aus, die von Softmaker Office erstellt wurden. Weder erscheint der eingebettete Feldbefehl noch die Änderungsverfolung oder die Notiz. Lediglich die verschachtelte Tabelle stellt OpenOffice, abgesehen von der falschen Farbe, richtig dar. Wie MS Word unterstützt auch OpenOffice Writer das Softmakereigene Dateiformat TMD nicht und verweigert damit das Öffnen solcher Textdateien.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Office für lau
    FreeOffice ist die abgespeckte Gratisvariante von SoftMaker Office: Das Paket besteht aus Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationen. Wir haben die jüngste Linux-Version getestet.
  • Sanfter Helfer
    Schneller, kleiner, kompatibler: Das ist die Essenz der Herstelleraussage. Auch das neue SoftMaker Office 2006 für Linux besteht wieder aus den zwei bekannten Programmen TextMaker und PlanMaker. Wir haben die beiden Programme getestet.
  • Softmaker Office 2008 nun auch für Linux
  • MS Office, Softmaker Office und LibreOffice im Vergleich
    Kennen Sie bisher nur MS Office und wollen nun unter Linux schreiben, kalkulieren und präsentieren, stehen mehrere Alternativen für Sie bereit. Wir zeigen, ob LibreOffice und das Büropaket von Softmaker gegen den Platzhirschen von Microsoft bestehen.
  • Formatfrage
    Wer von proprietären Plattformen zu Linux wechseln möchte, für den spielt die Interoperabilität der einzelnen Anwendungsprogramme eine große Rolle. Wir prüfen, wie gut Linux und seine Anwendungen mit Fremdformaten zurechtkommen.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 1 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...