ReiserFS und XFS

Zwei weitere Dateisysteme, die in den letzten Jahren große Verbreitung gefunden haben, sind auch wichtig: Das erste "echte" Journaling-Dateisystem für Linux war ReiserFS, entwickelt von Hans Reiser und seiner Firma Namesys (http://www.namesys.com). Es war auch das erste Dateisystem dieses Typs, das Einzug in den offiziellen Linux-Kernel gefunden hat. Die aktuelle Version 3 leidet aber an einigen Designschwächen, die unter ungünstigen Bedingungen zu Korruption des Dateisystems führen können. ReiserFS ist sehr performant, wenn in einem Dateisystem viele kleine Dateien gespeichert sind, weshalb man es oft auf News-Servern oder E-Mail-Servern findet. Der Nachfolger ReiserFS 4 befindet sich zur Zeit in der Entwicklung, und es gab viele Anläufe, den Code in den offiziellen Kernel zu integrieren – allerdings sträubt sich bisher der Linux-Erfinder Linus Torvalds gegen diesen Schritt.

XFS ist ebenfalls ein Journaling-Dateisystem, das die Firma SGI ursprünglich für ihr Betriebssystem Irix entwickelte. Es gilt als stabil und ist mittlerweile Teil des Linux-Kernels, brauchte von den bekannten Dateisystemen aber am längsten, um diesen Schritt zu schaffen. Das ist einer der Gründe, aus denen XFS bis heute nicht so weit verbreitet wie Ext3 und ReiserFS ist.

(Open) Suse, Mandriva Linux und Ubuntu unterstützen sowohl ReiserFS 3 als auch XFS; wenn es aber keine besonderen Gründe für den Einsatz von ReiserFS oder XFS gibt, sollte man Ext3 verwenden, wie es auf aktuellen Systemen auch die Voreinstellung ist.

Windows-Dateisysteme

Auch Windows braucht Dateisysteme. Die Windows-Welt war sehr lange in Desktop-Betriebssysteme (alle Versionen von Windows 3.1 über Windows 95/98 bis ME) und Windows-Versionen für den professionellen Einsatz (die Varianten der NT-Reihe, zu der auch Windows 2000, XP und Vista gehören) gespalten. Das Dateisystem der Desktop-Versionen war FAT (File Allocation Table), das schon MS-DOS (in der heute FAT12 genannten Variante) nutzte. Mit neuen Windows-Versionen kamen FAT16 und FAT32 hinzu, die jeweils einige neue Features unterstützten. So war es mit FAT32 erstmals möglich gewesen, Dateisysteme mit Größen über 4 GByte zu erstellen.

FAT32 findet sich noch heute auf fast allen Flash-Speichern, also auf Digitalkamera-Speicherchips oder USB-Sticks. Unter Linux gibt es einen FAT-Treiber, der zuverlässig alle FAT-Datenträger lesen und beschreiben kann. Allerdings kennt FAT nur wenige Dateizugriffsattribute; insbesondere sind dort die Linux-üblichen Zuordnungen eines Dateibesitzers und einer Besitzergruppe unbekannt. Sie können für einzelne Dateien also nicht festlegen, ob diese für bestimmte Benutzer nur lesbar oder schreibbar sein sollen.

Die NT-Reihe hatte von Anfang an ihr eigenes Dateisystem, das NT File System, kurz NTFS. NTFS war als Dateisystem für den professionellen Einsatz konzipiert, hat eine vollständige, eingeschränkt Posix-kompatible Liste von Dateiattributen und gilt im Vergleich zu FAT als sehr robust. Leider unterstütze Linux NTFS noch nicht optimal. Lange Zeit war es unmöglich, unter Linux auf NTFS-Dateisysteme (sicher) zu schreiben. Das geht zwar mittlerweile dank ntfs-3g[1], der Linux-NTFS-Treiber übersetzt die Dateiattribute aber nicht in entsprechende NTFS-Attribute, so dass Sie – wie bei FAT32 – auf individuelle Zugriffsrechte auf NTFS-Partitionen verzichten müssen, wenn Sie Dateien von einem Linux-Dateisystem auf den NTFS-Datenträger kopieren.

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