In EasyLinux 01/2007 stellten wir Ihnen das neue Gimp 2.3.13 vor. Mit dieser Version änderte sich die Struktur und Bezeichnung einiger Menüs. Abweichende Menüeinträge in Gimp 2.3.13 sehen Sie deshalb in Klammern gesetzt.

Tipp: Filmstreifen

Wollten Sie auch schon einmal aus beliebigen Bildern einen Filmstreifen erzeugen? Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

  1. Öffnen Sie die Bilder, die auf dem Filmstreifen angezeigt werden sollen. Damit der Streifen gut zur Geltung kommt, wählen Sie am besten mindestens fünf Bilder aus.
  2. Rufen Sie nun im Bildmenü des ersten Fotos den Punkt Filter / Kombinieren / Film (Filter / Kombinieren / Filmstreifen) auf. Im Dialogfeld Film (Filmstreifen) markieren Sie die Bilder in der Box Vorhandene Bilder und fügen diese mit einem Klick auf Hinzufügen dem Filmstreifen bei.
  3. Das Dialogfeld ermöglicht weitere Optionen, mit denen Sie das Aussehen des Filmstreifens verändern: Im Reiter Auswahl geben Sie die Nummerierung des Filmstreifens, dessen Schriftart und -farbe an. Bei Bedarf ändern Sie im ReiterErweitert die Bildhöhe, den -abstand und die Anordnung der Löcher auf dem Filmstreifen. Arbeiten Sie zum Test erst einmal mit den Standardeinstellungen, da Sie schon mit diesen ein gutes Ergebnis erzielen. Nach einem Klick auf OK erstellt Gimp den Filmstreifen. Falls Ihnen das Ergebnis nicht gefällt, öffnen Sie den Dialog ein weiteres Mal.
  4. Wenn Sie ein optimales Ergebnis gefunden haben, kopieren Sie den Filmstreifen mit [Strg]+[C]. Fügen Sie ihn in ein neues, größeres Bild ein. Achten Sie darauf, dass um den Filmstreifen herum ausreichend Platz für die folgende Verformung bleibt.
  5. Für den letzten Bearbeitungsschritt wählen Sie im Bildmenü Filter den Punkt Verzerren / Verbiegen. Aktivieren Sie die Checkbox Automatische Vorschau. Jetzt verändern Sie die Form des Filmstreifens, indem Sie mit der Maus an verschiedenen Knotenpunkten der Linie ziehen. Tun Sie dies für den oberen und den unteren Rand des Streifens und verändern Sie die übrigen Einstellungen nicht. Entspricht die Vorschau nicht Ihrer Vorstellung, verwenden Sie einfach die Rücksetzen-Schaltfläche. Mit einem Klick auf OK wenden Sie den Filter an.

    Abbildung 1: In wenigen Schritten erstellen Sie mit Gimp einen tollen Filmstreifen mit Ihren Lieblingsfotos.

Tipp: Werden Sie zum Pop-Art-Künstler

Der folgende Tipp zeigt Ihnen, wie man aus einem Portraitfoto ein Pop-Art-Bild in vielen Farbvariationen erstellt (Abbildung 2).

  1. Öffnen Sie ein Portraitfoto mit möglichst hellem Hintergrund.
  2. Rufen Sie den Dialog Schwellwert über Ebene / Farben / Schwellwert (Farben / Schwellwert) auf. In der Vorschau sehen Sie jetzt das Foto als Schwarz-Weiß-Bild. Um eine bestmögliche Vorlage für die weitere Bearbeitung zu haben, schieben Sie den Regler nach links oder rechts, bis die Umrisse des Gesichts gut zu erkennen sind (Abbildung 3, Bild links unten). Störende Stellen bessern Sie mit dem Pinselwerkzeug ([P]) entweder mit schwarzer oder weißer Farbe aus. Runden Sie eckige Kanten im Bild ebenfalls mit dem Pinsel ab.
  3. Danach legen Sie über Ebene / Neue Ebene je eine transparente Ebene für die Hautbereiche, die Augen, den Mund und die Haare an.
  4. Wählen Sie für die jeweilige Ebene eine passende Farbe aus und malen Sie mit dem Pinselwerkzeug Haut, Augen, Mund und Haare nach (Abbildung 3, Ebenenansicht und oberes Bild). Anschließend stellen Sie den Ebenenmodus jeder Ebene auf Multiplikation: So bleiben die eventuell mit Farbe übermalten Schattenbereiche erhalten. Experimentieren Sie ruhig mit den verschiedenen Modi.
  5. Sobald Sie die einzelnen Bereiche eingefärbt haben, speichern Sie das Bild im JPG-Format.
  6. Erstellen Sie nun über Datei / Neu mehrere neue Bilder in der Größe des Originalfotos. Füllen Sie die jeweiligen Hintergrundebenen mit Hilfe des Füllen-Werkzeugs ([Umschalt]+[B]) mit peppigen Farben. Legen Sie jeweils eine neue transparente Ebene darüber. In diese Ebene kopieren Sie das JPG-Bild. Testen Sie auch hier verschiedene Ebenenmodi, um das Portraitfoto abwechslungsreich darzustellen. Sobald Sie mit den verschiedenen Bildern zufrieden sind, kopieren Sie diese ([Strg]+[C]) und ordnen sie in einem neuen Bild wie in Abbildung 2 an.

    Abbildung 2: Promi-Portraits im Pop-Art-Stil, den der amerikanische Grafiker und Künstler Andy Warhol bekannt gemacht hat.
    Abbildung 3: Das schwarz-weiße Basisbild wird mit Farbe versehen und in verschiedenen Variationen gespeichert.

Tipp: Tätowierung handgemacht

Dass eine Tätowierung nicht gerade schmerzfrei verläuft, wissen Sie vielleicht selber oder von einem Freund. Wir zeigen Ihnen in diesem Tipp eine sanftere Variante, die sich zudem bei Nichtgefallen jederzeit rückstandslos entfernen lässt.

  1. Suchen Sie ein Tattoo-Bild und ein Foto mit einem Körperteil (Abbildung 4).
  2. Stellen Sie die Form des Tattoos mit einem Auswahlwerkzeug grob frei (Abbildung 4, Bild rechts oben). Am besten verwenden Sie dazu den Zauberstab ([Z]). Kopieren Sie jetzt die Auswahl mit [Strg]+[C].
  3. Erstellen Sie im Bild mit dem Körperteil eine neue transparente Ebene über Ebene / Neue Ebene und fügen Sie das kopierte Tattoo ein ([Strg]+[V]). Aktivieren Sie den Ebenenmodus Multiplizieren und duplizieren Sie die Tätowierung über Ebene / Ebene duplizieren.
  4. Wählen Sie die Zeichnung abermals aus und füllen Sie die Auswahl diesmal mit blauer Farbe. Führen Sie anschließend den Weichzeichnen-Filter im Menüpunkt Filter / Weichzechnen aus und reduzieren Sie die Deckkraft der Ebene auf etwa 50 Prozent.
  5. Das Motiv wirkt deutlich realistischer, wenn Sie es der Körperoberfläche anpassen. Hierfür kommt der Filter Drehen und Drücken zum Einsatz. Wählen Sie diesen im Bildmenü Filter / Verzerren / Drehen und Drücken aus und regulieren Sie die Form der Tätowierung mit den Reglern. Danach wenden Sie die gleichen Einstellungen auf die darunter liegende Ebene mit der Tattoo-Kopie an. Falls Sie sich die Werte nicht gemerkt haben, verwenden Sie einfach die Tastenkombination [Umschalt]+[Strg]+[F]: Diese ruft den zuletzt angewendeten Filterdialog mit den zugehörigen Werten erneut auf. Bestätigen Sie mit einem Klick auf OK.

    Abbildung 4: Auf die sanfte Tour lässt sich mittels Fotomontage feststellen, wie eine Tätowierung bei Ihnen wirken würde.

Tipp: Den Reiterstil ändern

Gimp erlaubt es, Dialoge am Werkzeugfenster anzudocken. Die einzelnen Werkzeugdialoge erscheinen als Symbole auf den verschiedenen Reitern. Möchten Sie anstelle der Grafiken lieber einen Text oder beides sehen, dann passen Sie sich den Reiterstil einfach an: Klicken Sie dazu auf den zu ändernden Werkzeugreiter. In der rechten Ecke unterhalb des Reiters befindet sich das kleine Pfeilsymbol Diesen Reiter konfigurieren. Klicken Sie darauf und wählen Sie anschließend aus dem Kontextmenü den Punkt Reiterstil. Hier legen Sie die Art der Anzeige fest, entweder Symbol, Symbol und Text oder nur Text.

Tipp: Bild in indizierte Farben konvertieren

Gimp kann zwischen der RGB- und der indizierten Farbpalette wechseln. Letztere ist eine Methode zum Speichern von Rastergrafiken. Sie hat den Vorteil, dass Sie bei Bilddaten mit 256 oder weniger unterschiedlichen Farben Speicherplatz einsparen. Damit Sie bei Verwendung dieser Funktion dennoch eine gute Bildqualität erreichen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie über Bild / Modus / Indiziert den Dialog Indizierte Farbumwandlung.
  2. Aktivieren Sie die Option Optimale Palette erzeugen und stellen Sie die Farbenanzahl auf 256.
  3. Belassen Sie die Option Farbrasterung (Rasterung) auf Keine. Dadurch ist ein möglichst fließender Farbübergang gewährleistet. Aktivieren Sie zusätzlich die Checkbox Rasterung für Transparenz aktivieren, wenn das Bild transparente Bestandteile besitzt. (kre)

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