Bildteile maskieren

Es gibt Bilder, die starke Kontraste zwischen Hell und Dunkel oder einzelnen Farben aufweisen. Hier ist es nicht sinnvoll, das komplette Bild weiter zu bearbeiten. Besser ist es, ausgewählte Bereiche zu optimieren und andere unbehelligt zu lassen oder später mit anderen Werten zu verändern. Um einzelne Bildteile zu maskieren, stehen Ihnen in Gimp verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die Sie in der ersten Reihe des Werkzeug-Fensters finden. Mit dem Rechteck- und dem Kreiswerkzeug ziehen Sie bei gedrückter linker Maustaste eine symmetrische Maske auf. Mit dem Lasso malen Sie mit der Maus eine freie Maskierung ins Bild. Der Zauberstab hilft Ihnen bei der Auswahl zusammenhängender Bereiche mit ähnlichen Farben. Wie grob oder fein diese Auswahl ist, stellen Sie über den Regler Schwelle ein, den Sie in den Werkzeugeinstellungen finden.

Sie können im Bild auch einen Bereich nach Farben wählen, die nicht zusammenhängen müssen. Mit dem letzten Werkzeug dieser Reihe schließlich können Sie per multiplem Mausklick Umrisse des Bildes wählen, um einzelne Objekte sauber zu markieren.

Gimp erlaubt Ihnen, verschiedene Maskierungen zu mischen. Drücken Sie [Umschalt], vergrößern Sie eine Auswahl. Um eine Markierung zu löschen, drücken Sie [Strg] und umfahren mit gedrückter Maustaste die Markierung. Wenn Sie alle Markierungen aufheben möchten, drücken Sie [Strg]+ [Umschalt]+ [A] .

Alle Bearbeitungsschritte, die Sie nach einer Markierung vornehmen, wirken sich nur auf die markierten Bereiche aus. Um zu verhindern, dass Sie zwischen einzeln markierten Bildteilen zu harte Übergänge produzieren, empfehlen wir Ihnen, Ihre Masken mit einem weichen Rand zu versehen. Wählen Sie dafür ein Auswahlwerkzeug aus und klicken Sie in den Werkzeugeinstellungen auf Kanten ausblenden. Stellen Sie über den Schieberegler einen Wert von beispielsweise 20 ein. So sorgen Sie für weichere Übergänge zwischen maskierten und unmaskierten Bildteilen. Um den Teil des Bildes, der nicht mit einer solchen Markierung versehen ist, anschließend genauso mit fließenden Rändern zu bearbeiten, heben Sie die Markierung nicht einfach auf, sondern drehen Sie sie um: Wählen Sie aus dem Menü Auswahl die Funktion Invertieren oder drücken Sie [Strg]+ [I] .

Helligkeit, Kontrast, Farbe

Nun folgen die Optimierungen für Helligkeit & Kontrast sowie der Farben. Dazu bietet Gimp verschiedene Einstellungen. Wählen Sie aus dem Menü Farben beziehungsweise Werkzeuge / Farben zunächst die Werte. Stellen Sie hier getrennt für die einzelnen Kanäle die Tonwerte ein. Kontrollieren Sie die Auswirkungen in der Vorschau.

Schieben Sie das Fenster mit gedrückter linker Maustaste über die Titelleiste so an die Seite, dass Sie Ihr Bild gut erkennen können. Klicken Sie bei Kanal auf Wert und wählen Sie nacheinander die einzelnen Kanäle Rot, Grün und Blau aus. Korrigieren Sie die Farben dann über die Regler unter der Kurve mit den Quellwerten: Bewegen Sie das schwarze Dreieck nach rechts, verringern Sie einen Farbwert, schieben Sie das weiße Dreieck nach links, erhöhen Sie ihn. Der mittlere Regler sorgt für eine Balance zwischen diesen Extremen.

Wählen Sie anschließend aus dem Menü Farben die Funktion Farbabgleich (Abbildung 5). Hier bearbeiten Sie Ihr Bild in den speziellen Bereichen Schatten, Mitten und Glanzlichter sowie den Farben Cyan, Magenta und Gelb. Regeln Sie auch hier nach Sicht. Wählen Sie einen Bereich aus, zum Beispiel Schatten und stellen Sie anschließend die Farbwerte für den gewählten Bereich ein. Mit OK übernehmen Sie die Änderungen, mit Bereich zurücksetzen verwerfen Sie sie.

Abbildung 5: Getrennt nach Bildbereichen verbessern Sie im Farbabgleich gezielt einzelne Farben.

In der Funktion Farben / Helligkeit-Kontrast stehen Ihnen genau zwei Regler zur Verfügung: einer für Helligkeit und einer für Kontrast. Die Faustregel hier lautet: Regeln Sie diese Werte behutsam, sonst erhalten Sie drastische Ergebnisse, die mit dem Originalbild nur noch wenig zu tun haben, oder es gleich ganz unsichtbar machen.

Zum Abschluss Ihrer Bildverbesserung wählen Sie aus dem Menü Farben die Funktion Farbton-Sättigung (Abbildung 6). Hier können Sie die Farben Rot, Grün, Blau sowie Magenta, Cyan und Yellow anwählen und pro Farbe den Farbton, die Helligkeit und die Sättigung einstellen. Besonders über den Regler Farbton erreichen Sie interessante Verfremdungen, die den Charakter eines Bildes dramatisch verändern.

Abbildung 6: Besonders drastische Ergebnisse erzielen Sie mit dem Regler Farbton, mit dem Sie komplette Bildteile umfärben können.

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