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Bilder her, trotz Börse leer

Fotos im Internet bestellen

12.07.2007 Nach den großen Ferien herrscht in der Urlaubskasse gähnende Leere. Da trifft es sich, dass Ihre schönsten Fotoabzüge aus dem Internet zu Ihnen ins Haus flattern. Das ist nicht nur preiswert; sehen lassen kann sich auch das vielfältige Angebot, wie unsere Übersicht zeigt.

Sie sind im Urlaub, und die Speicherkarte Ihrer Kamera ist voll? Sie sind aus dem Urlaub wieder zurück und möchten Ihre schönsten Urlaubsfotos [1] nicht nur am PC, sondern auch an der Wohnzimmerwand bewundern?

Spätestens an solchen Punkten stellt sich die Frage, wie Sie aus Ihren Digitalbildern schmucke Abzüge herstellen. Für viele Heimanwender ist der Fotodrucker auf dem Schreibtisch die erste Wahl. Qualität und Arbeitstempo sind mittlerweile durchaus konkurrenzfähig; problematisch ist allerdings das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Geräte. Oft sehr günstig in der Anschaffung, verleiden Fotodrucker mit den hohen Verbrauchskosten das ungetrübte Vergnügen selbst ausgedruckter Bilder: Gutes Fotopapier ist ebenso teuer wie einzelne Farbpatronen oder ein ganzer Satz davon. Zudem ist auch die Haltbarkeit von Heimfotos umstritten; gehen professionelle Fotolabors von einer Farbechtheit von 30 Jahren aus, büßen Bilder aus dem Fotodrucker manchmal schon nach wenigen Wochen an Brillanz und Farbe ein.

Nicht nur aus Qualitätsgründen sind Bilder aus dem professionellen Fotolabor eine empfehlenswerte Alternative zum eigenen Drucker; auch die prinzipiell weltweite Verfügbarkeit dieser Labors ist ein Argument – besonders im Urlaub, wenn für den Fotodrucker kein Platz mehr im Koffer war. Internet-Cafés gibt es mittlerweile in den Ferienmetropolen der Welt an jeder Ecke, und damit wachsen die Möglichkeiten, die Urlaubsbilder gleich vor Ort zum Belichter zu tragen.

Breite Produktpalette

Für den Gang zum professionellen Fotoshop spricht auch das Angebot an Dienstleistungen: Neben dem Kerngeschäft (Fotoabzüge auf Papier) bieten die Dienstleister mittlerweile auch das Bedrucken von Tassen, Teddies und T-Shirts an; zum Service zählen zudem das Erstellen von Fotokalendern, von Abzügen in Großformaten, ja sogar die Produktion von Hochglanzfotobüchern. In Abbildung 1 sehen Sie einen Ausschnitt aus der Dienstleistungspalette von Orwo.

Abbildung 1

Abbildung 1: Teddybär, Kissen, Tasse, Mauspad: Für Ihre digitalen Fotos finden sich viele Verwendungsmöglichkeiten.

Systemvoraussetzungen

Prinzipiell belichten Fotolabore im Internet das, was Sie ihnen liefern, gnadenlos auf die Größe aus, die Sie wünschen. Und so bekommen Sie – wenn's denn unbedingt sein muss – auch das 10 KByte große Gif-Bild im A0-Posterformat zurück: Der Kunde ist König.

Empfehlenswert ist das aber nicht: Das Motiv eines so kleinen Bildes in derart grotesker Vergrößerung wäre erst aus einer Entfernung von vielleicht zehn Metern einigermaßen zu erkennen; ein gutes Foto ist was anderes.

Auch das Vergrößern von Bildern taugt hier nichts; beim Berechnen einer höheren Auflösung interpolieren Grafikprogramme, sie ersetzen fehlende Pixel durch solche, die in Helligkeit und Farbe eventuell geeignet sind. In der Praxis passt das aber meistens nicht, und so sollten Sie auf diese Möglichkeit für größere Bilder getrost verzichten.

Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sie fotografieren in der größtmöglichen Auflösung ohne Kompression; wenn Ihre Kamera das kann, knipsen Sie im RAW-Modus. Dann können Sie nachher am Computer entscheiden, wie groß Sie das Bild ausgeben möchten. Die Grenze setzt die maximale Auflösung Ihrer Digitalkamera. So reicht ein Bild mit 1,3 Megapixeln für eine Ausgabe im Format 9x13 aus. Für das gängige Bildformat 10x15 sollte Ihr Bild über eine Auflösung von mindestens zwei Megapixeln verfügen. Bei vier Millionen Pixeln und mehr kommt ein Druck in der Größe von 20x30 infrage. Allerdings verarbeiten Fotodienste keine RAW-Formate. Also müssen Sie Ihre Bilder vor dem Upload in einem anderen Format wie JPG oder TIFF speichern.

Die zweite Möglichkeit: Sie überlassen Ihrem Online-Fotoshop die Entscheidung über die Bildgröße. Die meisten Anbieter errechnen aus der vorhandenen Auflösung die passende Ausgabegröße, so dass Sie auf jeden Fall ein gutes Bild bekommen – wenn auch nicht unbedingt in der gewünschten Größe.

Fotokasten

Der Fotokasten [2] bietet einen erfreulichen Variantenreichtum bei seinen Antworten auf die Frage, wie Sie Ihre Bilder dort zum Vergrößern abliefern. Klicken Sie auf der Startseite auf Fotos hochladen, können Sie die einfachste Art, den HTML-Upload, nutzen. Dazu wählen Sie über den etwas kaputten Button Durchsuchen – zu sehen ist nur der Wortanfang "Du" – einfach eines Ihrer Bilder aus und klicken auf Öffnen, um es in die Liste einzutragen. Das können Sie maximal fünfmal hintereinander machen, bevor Sie über Fotos hochladen den ersten Schwung Ihrer Bilder zum Fotokasten schicken (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Bis zu fünf Bilder laden Sie beim Fotokasten auf einen Schwung hoch. Für mehr Bilder steht Ihnen theoretisch der FTP-Upload zur Verfügung.

Möchten Sie mehr als nur diese fünf Bilder versenden, empfehlen wir Ihnen den Komfort-Upload (Java). Sollte ein Sicherheitshinweis zum Applet erscheinen, das dafür auf Ihrem Rechner eingerichtet werden muss, klicken Sie auf Ja. Danach sehen Sie eine Art Dateimanager mit Zugriffsmöglichkeit auf Ihre Homeverzeichnis. Doppelklicken Sie den Ordner, öffnen Sie damit die Unterverzeichnisse. So verzweigen Sie bis zu Ihrem Fotoordner. Um dort Bilder auszuwählen, klicken Sie entweder auf das mittlere Symbol unter dem Fenster für Alles auswählen oder halten [Strg] gedrückt, markieren einzelne Bilder mit der linken Maustaste und klicken anschließend auf Fotos hochladen.

Die komfortabelste Methode für den Upload richtig vieler Bilder scheint der offen zugängliche Massen-Upload per ftp zu sein. Hinter diesem Link verbergen sich eine kurze Anleitung sowie die Zugangsdaten, die Sie für den Upload benötigen. Allerdings sind unsere Versuche, Bilder mit Linux-FTP-Programmen wie Kftpgrabber auf diese Weise hochzuladen, gescheitert.

Darreichungsformen

Keine Wünsche offen lässt die Produktpalette von Fotokasten: Neben den normalen Abzügen gibt es verschiedene Formen von Karten und Alben, eine beeindruckend lange Liste von Geschenken – zum Beispiel Ölgemälde, Blechpostkarte, Glitzerkugel, Fototapete – und eine reichhaltige Auswahl an Fotobüchern: zwölf verschiedene Formate und Bindungen bieten sicher genügend Vielfalt. Für das Erstellen der Bücher gibt es keine spezielle Software – ein kostenloser Account sowie ein Webbrowser reichen, um Schritt für Schritt die Bilder hochzuladen, auf die Seiten zu verteilen und mit Bildunterschriften zu versehen.

Preise und Lieferzeiten

Ein Abzug kostet bei Fotokasten in der Größe 9x13 pro Stück 25 Cent, in 10x15 genau vier Cent mehr. Für größere Stückzahlen räumt der Anbieter auch Rabatte ein. Das Fotobuch im Format A4 quer kostet knapp 30 Euro, eine "spülmaschinenfeste Keramiktasse" mit Foto und viel Platz für Kaffee schlägt mit 8,49 Euro zu Buche. Alle Preise verstehen sich ohne Versandkosten, die Fotokasten – wie alle Anbieter – extra berechnet.

Die Lieferzeit für normale Abzüge beträgt schnelle 24 Stunden; auf aufwändige Geschenkabzüge müssen Sie zwischen drei und neun Arbeitstagen warten.

Bilderservice

Nach eigenen Angaben die "Nr. 1 in Deutschland" und auch von der Stiftung Warentest – allerdings schon 2003 – zum Testsieger erklärt, präsentiert sich der Bilderservice [3] mit einer schlichten und übersichtlichen Webseite (Abbildung 3).

Abbildung 3

Abbildung 3: Übersichtlich, aber leicht zu bedienen: Der Fotodienst "Bilderservice" setzt auf Java-Applets und arbeitet so auch mit Linux zusammen.

Das Angebot ist zwar nicht so opulent wie beim Fotokasten – neben normalen Abzügen gibt es Tassen, Mauspads, Puzzles, Grillschürze, T-Shirts sowie einen Fotoelch (!) – dafür ist die Bedienung über Java für alle Betriebssysteme gleich einfach. Nach kurzer Installationszeit erscheint ein großer, roter Button. Klicken Sie darauf, können Sie wahlweise einzelne Dateien auswählen oder gleich einen ganzen Ordner auswählen (Abbildung 4). Pro Upload liegt dabei die Grenze bei großzügigen 200 MByte – das dürfte fürs Erste reichen, und wenn nicht, starten Sie einfach eine zweite Runde.

Abbildung 4

Abbildung 4: Nicht zu übersehen: Über den roten Knopf wählen Sie die Upload-Optionen des "Bilderservice" aus.

Positiv ist auch die gebotene Formatvielfalt: Neben klassischen Formaten wie JPEG können Sie Ihre Bilder auch direkt im Linux-Standard PNG hochladen, müssen also Ihre Bilder nach dem Bearbeiten nicht in ein anderes Format exportieren.

Direkt nach dem Upload sehen Sie Vorschaubilder sowie Auswahlmöglichkeiten für Anzahl und Format. Dabei ist es angenehmerweise möglich, Formate auch zu mischen, zwei Bilder in 9x13 und fünf in 10x15 zum Beispiel.

Schwächen zeigt der Bilderservice allerdings beim Erstellen von Fotobüchern. Zwar gibt es auch hier verschiedene Angebote; allerdings muss man dafür Software herunterladen, um die Bücher zu gestalten, und die gibt es nur für Windows und Mac OS. Schade!

Bei den Standardpreisen für Bilder im Format 9x13 ist der Bilderservice deutlich günstiger: Gerade einmal 19 Cent kostet eines davon. Bei 10x15 ist Bilderservice allerdings exakt so teuer wie Fotokasten: 29 Cent. Die Fototasse ("Weiße Keramik, ca. 8 cm Durchmesser, Höhe 9,5 cm, spülmaschinengeeignet, Druck vorne") kostet 9,99 Euro, das Fotobuch im A4-Format rund 25 Euro. Auf dieses Buch warten Sie neun Werktage, die Fotos in den Standardformaten gibt es zwar bereits nach zwei bis drei Werktagen, was im Vergleich aber nicht besonders schnell ist.

Orwonet

Noch ein Testsieger, aber diesmal vom April dieses Jahres in der Zeitschrift "Guter Rat", ist Orwonet [4] – ganz nebenbei offensichtlich der Nachfolger des in der früheren DDR weltbekannten Filmherstellers Orwo (Original Wolfen). Der bietet nun seine Fotos unter der Marke Pixelnet an (Abbildung 5).

Abbildung 5

Abbildung 5: Hat die längste Preisliste: Orwonet bietet unter dem Namen "Pixelnet" eine beeindruckende Zahl von Dienstleistungen auch für nicht-digitales Bildmaterial an.

Auch hier das gewohnte Bild: Das Angebot ist üppig, vom einfachen Digitalbildabzug über Tassen, Bären und Elche bis hin zu Fotobüchern in reichhaltiger Form. Zwar bietet Orwonet ebenfalls Extra-Programme zum Download, etwa zum bequemen Erledigen der Bildbestellung im Offline-Betrieb, aber wieder gucken Linux-User in die Röhre: Für sie ist keine Software dabei.

Absolut konkurrenzfähig sind die Preise: In 9x13 kostet ein Bild gerade noch 9 Cent (glänzend) beziehungsweise 12 Cent (matt). Nur wenig teurer ist das Format 10x15: 12 Cent und 15 Cent. Die "Tasse weiß" kostet (ohne Kaffee) 9,50 Euro, das Fotobuch mit Hardcover-Einband und 24 Seiten 19,95 Euro. Die Lieferzeit beträgt für normale Abzüge eher langsame drei bis fünf, für Fotogeschenke gute drei bis vier und für Fotobücher passable fünf bis sieben Werktage.

Pixum

Es gibt kaum Fotodienste im Internet, die nicht irgendwo Testsieger geworden sind. Und so verwundert es nicht, dass sich mit Pixum ein weiterer Gewinner präsentiert (Abbildung 6). Software für Linux-Rechner scheint keine Siegesvoraussetzung zu sein, denn auch Pixum [5] bietet keine an.

Dafür funktioniert der Upload, wie bei den anderen Diensten auch, nach kurzem Einspielen eines Java-Applets reibungslos: Ein Klick auf die Sonne öffnet die Auswahl zum Upload.

Abbildung 6

Abbildung 6: Beste Preise, aber ebenfalls ohne Linux-Client und zudem mit wenig Flexibilität bei den Dateiformaten: Fotodienst Pixum.

Allerdings scheint es hier zwei Probleme zu geben: Als Dateityp erkennt das Applet ausschließlich JPEG-Dateien, und die Vorschau der Thumbnails funktioniert auch nicht. Die Alternative, der Upload aus dem Browser, ist besser: Hier können Sie PNG-Dateien hochladen, und die Vorschau funktioniert auch. Zudem erreichen Sie von hier leicht die verschiedenen Einkaufsoptionen, etwa die Auswahl der Bildformate oder Anzahl der Bilder mit und ohne weißen Rahmen. Auch das Mischen verschiedener Optionen ist möglich.

Da die Preise mit wachsender Länge dieses Artikels kontinuierlich abnehmen, verwundert der Grundpreis von 7 Cent für 9x13-Bilder und 9 Cent für 10x15 nicht wirklich. Günstiger geht's nimmer. Die "Tasse Rechtshänder (Handwäsche empfohlen)" kostet acht Euro, das Fotobuch in der A4-Hardcover-Version mit 24 Seiten wie anderswo auch runde 25 Euro. Dafür können die anderen Anbieter aber nicht mit einem Ökotest-Ergebnis "sehr gut" aufwarten. Das haben nur die Bücher von Pixum. Herausragend auch die Lieferzeiten: Schon nach einem Tag liegen Ihre Bilder im Briefkasten – vorausgesetzt, die Post spielt mit. Geschenke benötigen vier Tage, das Fotobuch ist nach sieben bis neun Werktagen bei Ihnen.

Gut dran: Ubuntu

Wie Sie den vorangegangenen Zeilen entnehmen, sind Linux-Nutzer bei den Fotodiensten nicht unbedingt gut gelitten: Linux-Software ist Mangelware, Linux-Bildformate eher ungebräuchlich. Aber es gibt sie doch noch, die guten Dinge: Ubuntu-Nutzern steht mit Fotobuch-XXL Studio [6] ein Programm zur Verfügung, das ihnen beim Erstellen der Vorlagen für Bücher hilft (Abbildung 7).

Abbildung 7

Abbildung 7: Sie haben die Wahl: Mit Fotobuch XXL gestalten Sie unter Ubuntu hochwertige Bilderbücher.

Und so geht's:

  1. Wählen Sie über das Menü System aus dem Bereich Adminstration die Software-Quellen.
  2. Aktivieren Sie im Register Ubuntu X.X die Quellen ...(universe) und ...(multiverse).
  3. Wechseln Sie ins Register Drittanbieter und klicken Sie dort auf Hinzufügen.
  4. Tragen Sie deb http://www.fotobuch-xxl.de/bin/ubuntu / ein und klicken Sie auf Quelle hinzufügen.
  5. Wiederholen Sie diese Schritte, tragen Sie aber nacheinander die Zeilen: deb http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/dapper / und deb-src http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/dapper / ein. Sind Sie Nutzer von Ubuntu 7.x (Feisty), verwenden Sie stattdessen die folgenden Quellen: deb http://www.fotobuch-xxl.de/bin/ubuntu-feisty /, deb http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/feisty / und deb-src http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/feisty /
  6. Schließen Sie anschließend die Aktualisierung und klicken Sie auf Neu laden, um die Quellen einzubinden.
  7. Öffnen Sie über Anwendungen / Zubehör / Terminal eine Konsole und geben Sie den folgenden Befehl ein: sudo apt-get install fotobuchxxl-studio. Drücken Sie [Eingabe], schreiben Sie Ihr Root-Passwort und drücken Sie erneut [Eingabe].
  8. Bestätigen Sie die zwei folgenden Fragen zur Installation der Pakete jeweils mit j und [Eingabe]. Das Einrichten selber dauert – abhängig von der Internetverbindung – einige Minuten, geht aber problemlos vonstatten. Nach Abschluss der Installation schließen Sie das Konsolenfenster.
  9. Um die Software zu starten, wählen Sie aus dem Startmenü Anwendungen / Grafik / Fotobuch-XXL Studio.

Klicken Sie zum Beispiel auf Fotobuch, wählen Sie im zweiten Schritt das Format sowie die Ausführung aus, unter Bücher XXL etwa das Hardcover. Das nächste Hilfsfenster schließen Sie einfach und bauen sich dann Schritt für Schritt Ihr Fotobuch zusammen. Wählen Sie Ihr Bildverzeichnis aus und ziehen Sie die Bilder per Drag & Drop auf die Seiten des Buchs. Um den Bildausschnitt zu verändern, doppelklicken Sie ein Bild und verschieben anschließend mit gedrückter linker Maustaste den Markierungsrahmen.

Über die rechte Maustaste stehen Ihnen weitere Bearbeitungsmöglichkeiten offen. So fügen Sie beispielsweise an beliebige Stelle einen Neuen Textrahmen ein, mit dem Sie Titel oder Legende einzelner Fotos hinzufügen. Diesen Textrahmen können Sie ebenfalls in Schriftart und -größe sowie Farbe und Hintergrund verändern.

Haben Sie auf diese Weise Ihr Buch fertig layoutet, speichern Sie es über das Menü Datei / Speichern und bestellen es über Bestellung / Fotobuch bestellen.

Passt irgendwas in Ihrem Buch noch nicht, etwa die Größe der Bilder, macht Sie das Programm darauf aufmerksam. Klicken Sie auf Abbrechen, um die Probleme zu beheben, oder aktivieren Sie die Option Ich möchte das Fotobuch trotz dieser Probleme bestellen. Klicken Sie dann auf Weiter und geben Sie Ihre Bestelldaten wie Lieferadresse und Zahlungsmodalitäten ein. Überprüfen Sie in den folgenden Schritten Ihre Daten, akzeptieren Sie die Geschäftsbedingungen des Anbieters und wählen Sie eine der Upload-Möglichkeiten aus. Nach dem Upload erhalten Sie eine Auftragsbestätigung, die Sie am besten sowohl ausdrucken als auch speichern. Sie können dann die Bestellung verlassen.

So erfreulich dieser Service für Linux-User ist: Direkt preiswert ist Fotobuch XXL nicht. Mit 32 Seiten kostet die Hardcover-Ausführung stolze 127,33 Euro, bei 400 Seiten fallen imposante 757,56 Euro an. Dafür ist die Ausführung dann aber auch vom Feinsten: Das Format beträgt repräsentative 42x31,5 cm 2, im Innenteil verwendet der Anbieter hochwertiges Bilderdruckpapier mit einem Gewicht von 200g/qm, der (abwaschbare) Umschlag kommt mit Folienkaschierung, und der Buchrücken wird von vier stabilen Messingschrauben gehalten.

Wer es nicht so opulent mag: In der Variante XXS (Format: 14,9x10 cm 2, 16 Seiten, Spiralbindung) ist der Preis für das Fotobuch mit 15,01 Euro durchaus zivil.

Online-Fotoseiten

Das Drucken von Bildern ist eine preiswerte und praktikable Sache. Aber müssen Sie Ihre Fotos eigentlich unbedingt ausdrucken? Im Internet gibt es eine wachsende Zahl von Fotoseiten, auf denen Sie Ihre Lieblingsfotos einer weltweiten Gemeinde kostenlos online präsentieren: zum Beispiel die US-amerikanische Seite Flickr [7] oder die deutsche Fotocommunity [8].

Abbildung 8

Abbildung 8: Keine Lust auf Abzüge? Bei Fotocommunity können Sie Ihre Bilder auch online präsentieren.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Digitalfotos am besten zu Papier bringen. Stattdessen publizieren Sie ohne Medienbruch direkt digital. Die angesprochenen Internetseiten bieten unterschiedliche Gimmicks wie Fotoalbum oder Themenportale sowie ansprechende Präsentationsformen und den Austausch mit anderen Fotofreunden an.

Und es gibt einen weiteren unschätzbaren Vorteil dieser Online-Communities: Es zeichnet sich ab, dass das Internet auf lange Sicht das zuverlässigste Archiv für Dateien aller Art sein wird – also auch für Ihre Digitalbilder. Zwar versprechen auch Speichermedien wie CDs oder DVDs eine Haltbarkeit von mehreren Jahrzehnten; in der Praxis sorgen unsachgemäße Lagerung und mechanische Schäden aber oft für Datenverluste in wesentlich kürzerer Zeit. Das Internet ist da anders: Die Server, auf denen Ihre Bilder lagern, werden regelmäßig gewartet und mit Updates zukunftssicher gemacht. Zusätzlich sorgt das Spiegeln der Daten auf mehreren Servern dafür, dass beim Ausfall eines Rechners ein anderer für den Erhalt der Daten sorgt. Und das schönste: Über all diese Fragen müssen Sie sich überhaupt keine Gedanken machen. Für Sie reicht die Information: Die Daten im Internet sind sicher.

Fazit

Mit den Möglichkeiten, Bilder per FTP oder HTTP zu den Online-Fotodiensten hochzuladen, profitieren auch Linux-Anwender von den vielfältigen Angeboten und günstigen Preisen dieser Anbieter. In den Genuss der Zusatzsoftware zum Bearbeiten Ihrer Bilder oder – wie bei Orwonet – zur bequemen Offline-Bestellung, kommen die Freunde des freien Betriebssystems meistens leider nicht. Die Ausnahme Fotobuch XXL mit seinem Ubuntu-Client ist so gesehen sehr löblich, für den normalen Alltag der Freunde digitaler Fotografie aber viel zu teuer.

Von solchen Einschränkungen abgesehen: Angebotsvielfalt, Lieferzeiten, Verfügbarkeit und vor allem die Preise stimmen auch für Linux-Anwender. Das wird Sie freuen, und Ihre Brieftasche sagt "danke".

Glossar

RAW-Modus

Fotografieren Sie im Rohdatenformat, speichert Ihre Digitalkamera die Bilder weitgehend ohne Bearbeitung von Kontrasten und Helligkeitswerten sowie Farbnuancen. Insbesondere schreibt die Kamera Ihre Bilder im RAW-Format unkomprimiert, also ohne Qualitätsverlust, auf den Kamerachip.

Infos

[1] Wie Sie schöne Urlaubsfotos machen, lesen Sie im Workshop "Erholung pur" in EasyLinux 03/2007.

[2] Fotokasten: http://www.fotokasten.de

[3] Bilderservice: http://www.bilderservice.de

[4] Orwonet: http://www.orwonet.de

[5] Pixum: http://www.pixum.de

[6] Fotobuch XXL: http://www.fotobuch-xxl.de

[7] Flickr: http://www.flickr.com

[8] Fotocommunity: http://www.fotocommunity.de

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