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Bilder her, trotz Börse leer

Fotos im Internet bestellen

Gut dran: Ubuntu

Wie Sie den vorangegangenen Zeilen entnehmen, sind Linux-Nutzer bei den Fotodiensten nicht unbedingt gut gelitten: Linux-Software ist Mangelware, Linux-Bildformate eher ungebräuchlich. Aber es gibt sie doch noch, die guten Dinge: Ubuntu-Nutzern steht mit Fotobuch-XXL Studio [6] ein Programm zur Verfügung, das ihnen beim Erstellen der Vorlagen für Bücher hilft (Abbildung 7).

Abbildung 7: Sie haben die Wahl: Mit Fotobuch XXL gestalten Sie unter Ubuntu hochwertige Bilderbücher.

Und so geht's:

  1. Wählen Sie über das Menü System aus dem Bereich Adminstration die Software-Quellen.

  2. Aktivieren Sie im Register Ubuntu X.X die Quellen ...(universe) und ...(multiverse).

  3. Wechseln Sie ins Register Drittanbieter und klicken Sie dort auf Hinzufügen.

  4. Tragen Sie deb http://www.fotobuch-xxl.de/bin/ubuntu / ein und klicken Sie auf Quelle hinzufügen.

  5. Wiederholen Sie diese Schritte, tragen Sie aber nacheinander die Zeilen: deb http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/dapper / und deb-src http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/dapper / ein. Sind Sie Nutzer von Ubuntu 7.x (Feisty), verwenden Sie stattdessen die folgenden Quellen: deb http://www.fotobuch-xxl.de/bin/ubuntu-feisty /, deb http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/feisty / und deb-src http://wxpython.wxcommunity.com/apt/ubuntu/feisty /

  6. Schließen Sie anschließend die Aktualisierung und klicken Sie auf Neu laden, um die Quellen einzubinden.

  7. Öffnen Sie über Anwendungen / Zubehör / Terminal eine Konsole und geben Sie den folgenden Befehl ein: sudo apt-get install fotobuchxxl-studio. Drücken Sie [Eingabe], schreiben Sie Ihr Root-Passwort und drücken Sie erneut [Eingabe].

  8. Bestätigen Sie die zwei folgenden Fragen zur Installation der Pakete jeweils mit j und [Eingabe]. Das Einrichten selber dauert – abhängig von der Internetverbindung – einige Minuten, geht aber problemlos vonstatten. Nach Abschluss der Installation schließen Sie das Konsolenfenster.

  9. Um die Software zu starten, wählen Sie aus dem Startmenü Anwendungen / Grafik / Fotobuch-XXL Studio.

Klicken Sie zum Beispiel auf Fotobuch, wählen Sie im zweiten Schritt das Format sowie die Ausführung aus, unter Bücher XXL etwa das Hardcover. Das nächste Hilfsfenster schließen Sie einfach und bauen sich dann Schritt für Schritt Ihr Fotobuch zusammen. Wählen Sie Ihr Bildverzeichnis aus und ziehen Sie die Bilder per Drag & Drop auf die Seiten des Buchs. Um den Bildausschnitt zu verändern, doppelklicken Sie ein Bild und verschieben anschließend mit gedrückter linker Maustaste den Markierungsrahmen.

Über die rechte Maustaste stehen Ihnen weitere Bearbeitungsmöglichkeiten offen. So fügen Sie beispielsweise an beliebige Stelle einen Neuen Textrahmen ein, mit dem Sie Titel oder Legende einzelner Fotos hinzufügen. Diesen Textrahmen können Sie ebenfalls in Schriftart und -größe sowie Farbe und Hintergrund verändern.

Haben Sie auf diese Weise Ihr Buch fertig layoutet, speichern Sie es über das Menü Datei / Speichern und bestellen es über Bestellung / Fotobuch bestellen.

Passt irgendwas in Ihrem Buch noch nicht, etwa die Größe der Bilder, macht Sie das Programm darauf aufmerksam. Klicken Sie auf Abbrechen, um die Probleme zu beheben, oder aktivieren Sie die Option Ich möchte das Fotobuch trotz dieser Probleme bestellen. Klicken Sie dann auf Weiter und geben Sie Ihre Bestelldaten wie Lieferadresse und Zahlungsmodalitäten ein. Überprüfen Sie in den folgenden Schritten Ihre Daten, akzeptieren Sie die Geschäftsbedingungen des Anbieters und wählen Sie eine der Upload-Möglichkeiten aus. Nach dem Upload erhalten Sie eine Auftragsbestätigung, die Sie am besten sowohl ausdrucken als auch speichern. Sie können dann die Bestellung verlassen.

So erfreulich dieser Service für Linux-User ist: Direkt preiswert ist Fotobuch XXL nicht. Mit 32 Seiten kostet die Hardcover-Ausführung stolze 127,33 Euro, bei 400 Seiten fallen imposante 757,56 Euro an. Dafür ist die Ausführung dann aber auch vom Feinsten: Das Format beträgt repräsentative 42x31,5 cm 2, im Innenteil verwendet der Anbieter hochwertiges Bilderdruckpapier mit einem Gewicht von 200g/qm, der (abwaschbare) Umschlag kommt mit Folienkaschierung, und der Buchrücken wird von vier stabilen Messingschrauben gehalten.

Wer es nicht so opulent mag: In der Variante XXS (Format: 14,9x10 cm 2, 16 Seiten, Spiralbindung) ist der Preis für das Fotobuch mit 15,01 Euro durchaus zivil.

Online-Fotoseiten

Das Drucken von Bildern ist eine preiswerte und praktikable Sache. Aber müssen Sie Ihre Fotos eigentlich unbedingt ausdrucken? Im Internet gibt es eine wachsende Zahl von Fotoseiten, auf denen Sie Ihre Lieblingsfotos einer weltweiten Gemeinde kostenlos online präsentieren: zum Beispiel die US-amerikanische Seite Flickr [7] oder die deutsche Fotocommunity [8].

Abbildung 8: Keine Lust auf Abzüge? Bei Fotocommunity können Sie Ihre Bilder auch online präsentieren.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie müssen sich keine Gedanken darüber machen, wie Sie Ihre Digitalfotos am besten zu Papier bringen. Stattdessen publizieren Sie ohne Medienbruch direkt digital. Die angesprochenen Internetseiten bieten unterschiedliche Gimmicks wie Fotoalbum oder Themenportale sowie ansprechende Präsentationsformen und den Austausch mit anderen Fotofreunden an.

Und es gibt einen weiteren unschätzbaren Vorteil dieser Online-Communities: Es zeichnet sich ab, dass das Internet auf lange Sicht das zuverlässigste Archiv für Dateien aller Art sein wird – also auch für Ihre Digitalbilder. Zwar versprechen auch Speichermedien wie CDs oder DVDs eine Haltbarkeit von mehreren Jahrzehnten; in der Praxis sorgen unsachgemäße Lagerung und mechanische Schäden aber oft für Datenverluste in wesentlich kürzerer Zeit. Das Internet ist da anders: Die Server, auf denen Ihre Bilder lagern, werden regelmäßig gewartet und mit Updates zukunftssicher gemacht. Zusätzlich sorgt das Spiegeln der Daten auf mehreren Servern dafür, dass beim Ausfall eines Rechners ein anderer für den Erhalt der Daten sorgt. Und das schönste: Über all diese Fragen müssen Sie sich überhaupt keine Gedanken machen. Für Sie reicht die Information: Die Daten im Internet sind sicher.

Fazit

Mit den Möglichkeiten, Bilder per FTP oder HTTP zu den Online-Fotodiensten hochzuladen, profitieren auch Linux-Anwender von den vielfältigen Angeboten und günstigen Preisen dieser Anbieter. In den Genuss der Zusatzsoftware zum Bearbeiten Ihrer Bilder oder – wie bei Orwonet – zur bequemen Offline-Bestellung, kommen die Freunde des freien Betriebssystems meistens leider nicht. Die Ausnahme Fotobuch XXL mit seinem Ubuntu-Client ist so gesehen sehr löblich, für den normalen Alltag der Freunde digitaler Fotografie aber viel zu teuer.

Von solchen Einschränkungen abgesehen: Angebotsvielfalt, Lieferzeiten, Verfügbarkeit und vor allem die Preise stimmen auch für Linux-Anwender. Das wird Sie freuen, und Ihre Brieftasche sagt "danke".

Glossar

RAW-Modus

Fotografieren Sie im Rohdatenformat, speichert Ihre Digitalkamera die Bilder weitgehend ohne Bearbeitung von Kontrasten und Helligkeitswerten sowie Farbnuancen. Insbesondere schreibt die Kamera Ihre Bilder im RAW-Format unkomprimiert, also ohne Qualitätsverlust, auf den Kamerachip.

Infos

[1] Wie Sie schöne Urlaubsfotos machen, lesen Sie im Workshop "Erholung pur" in EasyLinux 03/2007.

[2] Fotokasten: http://www.fotokasten.de

[3] Bilderservice: http://www.bilderservice.de

[4] Orwonet: http://www.orwonet.de

[5] Pixum: http://www.pixum.de

[6] Fotobuch XXL: http://www.fotobuch-xxl.de

[7] Flickr: http://www.flickr.com

[8] Fotocommunity: http://www.fotocommunity.de

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