Sie sind im Urlaub, und die Speicherkarte Ihrer Kamera ist voll? Sie sind aus dem Urlaub wieder zurück und möchten Ihre schönsten Urlaubsfotos [1] nicht nur am PC, sondern auch an der Wohnzimmerwand bewundern?
Spätestens an solchen Punkten stellt sich die Frage, wie Sie aus Ihren Digitalbildern schmucke Abzüge herstellen. Für viele Heimanwender ist der Fotodrucker auf dem Schreibtisch die erste Wahl. Qualität und Arbeitstempo sind mittlerweile durchaus konkurrenzfähig; problematisch ist allerdings das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Geräte. Oft sehr günstig in der Anschaffung, verleiden Fotodrucker mit den hohen Verbrauchskosten das ungetrübte Vergnügen selbst ausgedruckter Bilder: Gutes Fotopapier ist ebenso teuer wie einzelne Farbpatronen oder ein ganzer Satz davon. Zudem ist auch die Haltbarkeit von Heimfotos umstritten; gehen professionelle Fotolabors von einer Farbechtheit von 30 Jahren aus, büßen Bilder aus dem Fotodrucker manchmal schon nach wenigen Wochen an Brillanz und Farbe ein.
Nicht nur aus Qualitätsgründen sind Bilder aus dem professionellen Fotolabor eine empfehlenswerte Alternative zum eigenen Drucker; auch die prinzipiell weltweite Verfügbarkeit dieser Labors ist ein Argument – besonders im Urlaub, wenn für den Fotodrucker kein Platz mehr im Koffer war. Internet-Cafés gibt es mittlerweile in den Ferienmetropolen der Welt an jeder Ecke, und damit wachsen die Möglichkeiten, die Urlaubsbilder gleich vor Ort zum Belichter zu tragen.
Breite Produktpalette
Für den Gang zum professionellen Fotoshop spricht auch das Angebot an Dienstleistungen: Neben dem Kerngeschäft (Fotoabzüge auf Papier) bieten die Dienstleister mittlerweile auch das Bedrucken von Tassen, Teddies und T-Shirts an; zum Service zählen zudem das Erstellen von Fotokalendern, von Abzügen in Großformaten, ja sogar die Produktion von Hochglanzfotobüchern. In Abbildung 1 sehen Sie einen Ausschnitt aus der Dienstleistungspalette von Orwo.
Systemvoraussetzungen
Prinzipiell belichten Fotolabore im Internet das, was Sie ihnen liefern, gnadenlos auf die Größe aus, die Sie wünschen. Und so bekommen Sie – wenn's denn unbedingt sein muss – auch das 10 KByte große Gif-Bild im A0-Posterformat zurück: Der Kunde ist König.
Empfehlenswert ist das aber nicht: Das Motiv eines so kleinen Bildes in derart grotesker Vergrößerung wäre erst aus einer Entfernung von vielleicht zehn Metern einigermaßen zu erkennen; ein gutes Foto ist was anderes.
Auch das Vergrößern von Bildern taugt hier nichts; beim Berechnen einer höheren Auflösung interpolieren Grafikprogramme, sie ersetzen fehlende Pixel durch solche, die in Helligkeit und Farbe eventuell geeignet sind. In der Praxis passt das aber meistens nicht, und so sollten Sie auf diese Möglichkeit für größere Bilder getrost verzichten.
Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: Sie fotografieren in der größtmöglichen Auflösung ohne Kompression; wenn Ihre Kamera das kann, knipsen Sie im RAW-Modus. Dann können Sie nachher am Computer entscheiden, wie groß Sie das Bild ausgeben möchten. Die Grenze setzt die maximale Auflösung Ihrer Digitalkamera. So reicht ein Bild mit 1,3 Megapixeln für eine Ausgabe im Format 9x13 aus. Für das gängige Bildformat 10x15 sollte Ihr Bild über eine Auflösung von mindestens zwei Megapixeln verfügen. Bei vier Millionen Pixeln und mehr kommt ein Druck in der Größe von 20x30 infrage. Allerdings verarbeiten Fotodienste keine RAW-Formate. Also müssen Sie Ihre Bilder vor dem Upload in einem anderen Format wie JPG oder TIFF speichern.
Die zweite Möglichkeit: Sie überlassen Ihrem Online-Fotoshop die Entscheidung über die Bildgröße. Die meisten Anbieter errechnen aus der vorhandenen Auflösung die passende Ausgabegröße, so dass Sie auf jeden Fall ein gutes Bild bekommen – wenn auch nicht unbedingt in der gewünschten Größe.



