Kubuntu

Standardmäßig richten Sie unter Kubuntu WLAN-Geräte im KDE-Kontrollzentrum ein. Es beherrscht aber nur die WEP-Verschlüsselung, kein WPA. Wir raten Ihnen deshalb, auch unter Kubuntu den Network-Manager zu benutzen.

Um mit Kubuntu-eigenen Tools zu arbeiten, klicken Sie auf den K-Menü-Button und wählen den Eintrag Systemeinstellungen aus. Im Kontrollzentrum klicken Sie auf Internet & Netzwerk / Netzwerkeinstellungen und dann auf den Button Systemverwaltungsmodus, um die bestehenden Einstellungen zu ändern. Dazu müssen Sie Ihr Passwort eintippen.

Unter Verfügbare Netzwerkschnittstellen sollte Kubuntu nun das WLAN-Gerät anzeigen (Abbildung 5). Wenn nicht, fehlen die Treiber. Markieren Sie den passenden Eintrag und klicken Sie auf Schnittstelle einrichten.

Abbildung 5: In diesem Dialog richten Sie unter Kubuntu Netzwerkgeräte ein. Für WLAN-Karten bietet der Dialog aber nur WEP-Unterstützung.

Im neuen Dialog markieren Sie die Option Automatisch (DHCP) und geben anschließend die ESSID und den WEP-Schlüssel ein. Steckt der USB-Stick stets im Rechner oder handelt es sich beim WLAN-Gerät um eine interne Karte, möchten Sie vermutlich, dass Kubuntu die WLAN-Verbindung beim Start des Rechners automatisch aufbaut. Kreuzen Sie dazu die Checkbox Beim Systemstart aktivieren an. Ein Klick auf OK speichert die Einstellungen. Klicken Sie nun in der Systemsteuerung auf den Button Schnittstelle aktivieren, um die Einstellungen zu testen.

Möchten Sie die sichere WPA- oder WPA2-Verschlüsselung benutzen, müssen Sie den Network-Manager nachinstallieren. Rufen Sie dazu den Paketmanager Adept über [Alt]+ [F2] und den Befehl kdesu adept auf. Danach gehen Sie wie folgt vor:

  1. Geben Sie in die Suchmaske den Begriff knetworkm ein und drücken Sie [Eingabe].
  2. Wählen Sie das gefundene Paket per Mausklick aus und drücken Sie auf Installation vormerken.
  3. Klicken Sie auf Änderungen anwenden, um die Installation zu starten.

Über [Alt]+ [F2] und den Befehl knetworkmanager rufen Sie das KDE-Programm nach der Installation auf. Wie Sie mit dem Network-Manager arbeiten, lesen Sie im Abschnitt zu Suse Linux. Die Network-Manager-Version von Kubuntu hat allerdings Probleme mit USB-Sticks, welche die Ralink-Treiber verwenden. Da Sie hier die WPA-Verschlüsselung sowieso von Hand einrichten müssen, lohnt sich der Einsatz des Network-Managers bei diesen Geräten nicht.

Mandriva Linux 2007

Statt auf den Network-Manager von KDE zu setzen, bringt Mandriva Linux 2007 ein eigenes Werkzeug namens Drakroam mit, über das Sie Ihr WLAN konfigurieren. Das Bordmittel funktioniert jedoch nur sehr eingeschränkt – Mandriva geht nämlich davon aus, dass Sie die WLAN-Karte bzw. den WLAN-Stick mit Ndiswrapper als Treiber konfigurieren. Das trifft jedoch nur auf einige WLAN-Karten und -Sticks zu; die meisten von uns getesteten Kandidaten nutzen die Treiber von Ralink, bei denen sich die WPA-Verschlüsselung nur über die Kommandozeile einrichten lässt. Wie das geht, beschreibt der erwähnte Artikel. Er erklärt auch, wie Sie WLAN-Hardware einrichten, die Ndiswrapper verwendet. Lesen Sie ihn daher, bevor Sie Ihre Karte auf dem hier geschilderten Weg konfigurieren.

Ihre WLAN-Hardware richten Sie über Drakroam so ein, wie Sie es auch mit einer Ethernet-Karte tun würden. Rufen Sie das Werkzeug über System / Einstellungen / Configure Your Computer im Startmenü auf und geben Sie das Root-Passwort an, wenn Mandriva Linux Sie danach fragt. Der Konfigurationsmanager bietet links einige Register an: Wählen Sie Netzwerk und Internet aus und klicken Sie auf der rechten Seite auf Wireless Verbindung. Die Software fragt nun, welchen Ndiswrapper-Treiber Sie einsetzen wollen (siehe Kasten "Ndiswrapper"). Wählen Sie den korrekten Treiber aus und klicken Sie auf OK. Drakroam lernt so die aktuelle WLAN-Schnittstelle kennen, die es nun im Drop-down-Menü des Fensters anzeigt. Zugleich beginnt die Suche nach Access Points in der Umgebung. Je nachdem, wo Sie wohnen, listet die Software nicht nur Ihr Netz auf, sondern auch zahlreiche Netze aus der Nachbarschaft (Abbildung 6). Sie verrät zudem, auf welche Verschlüsselung diese zurückgreifen. Verfügt Ihr Access Point noch nicht über WPA-Verschlüsselung, richten Sie diese einfach selbst ein (siehe Kasten "Access Point einrichten").

Abbildung 6: Mandrivas integriertes WLAN-Konfigurationstool Drakroam findet nicht nur das eigene Netz, sondern auch die Netze der Nachbarschaft und ermittelt die Art der Verschlüsselung.

Access Point einrichten

Die meisten Access Points für drahtlose Netzwerke sind auch zugleich Router und lassen sich über den Browser konfigurieren. Wie das im Detail funktioniert, verrät das jeweilige Handbuch zum Gerät. Das Passwort für die WPA-Verschlüsselung generieren Sie selbst. Die häufig angebotene WEP-Verschlüsselung sollten Sie indes nicht nutzen, sie lässt sich recht leicht und schnell knacken.

Ndiswrapper

Mitunter stehen Ndiswrapper für ein Gerät verschiedene Treiber zur Auswahl. Welchen davon Sie benötigen, erfahren Sie, indem Sie eine Konsole öffnen und mit Root-Rechten den Befehl ndiswrapper -l eingeben (Abbildung 7). Mandriva Linux bringt zwar auch ein Konfigurationswerkzeug zum Einrichten von Ndiswrapper mit, das funktionierte im Test jedoch nicht. Es genügt, das Ndiswrapper-Paket über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Install, Remove & Update Software von der Mandriva-DVD zu installieren. Dann rufen Sie eine Konsole auf, melden sich mit Root-Rechten an und geben modprobe ndiswrapper ein. Stecken Sie anschließend den Stick an den USB-Port, erkennt Mandriva ihn und richtet eine Schnittstelle namens wlan0 ein. Geben Sie als root den Befehl ifconfig ein, zeigt das System die neue – wenn auch unkonfigurierte – Schnittstelle an.

Abbildung 7: Der Befehl "ndiswrapper -l", den Sie mit Root-Rechten ausführen, ermittelt, welchen Treiber Ndiswrapper für Ihre WLAN-Hardware nutzt, falls es mehrere Treiber gibt.

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