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Moderne Dauerwellen

WLAN einrichten

12.04.2007
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Fast alle Distributionen bringen mittlerweile grafische Tools mit, um WLAN einzurichten. Doch taugen die grafischen Konfiguratoren auch etwas? Wir stellen die wichtigsten vor.

Wer häufig mit dem Laptop unterwegs ist, weiß die Vorzüge von WLAN zu schätzen. Auch bei einem Rechner, der nicht gleich neben der Netzdose steht, leistet die drahtlose Technologie praktische Hilfe. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die modernen Dauerwellen unter den von EasyLinux unterstützten Distributionen mit grafischen Tools einrichten. Er setzt voraus, dass Ihre Distribution das WLAN-Gerät erkannt hat und die Hardware grundlegend eingerichtet ist.

Die meisten Distributionen bieten für das Setup einer WLAN-Verbindung zwei Tools an. So lässt sich unter Suse Linux 10.1/10.2 ein WLAN-Gerät über YaST oder mit Hilfe des Network-Managers einrichten. Auch bei Kubuntu können Sie zwischen dem Network-Manager und der Einrichtung per Kontrollzentrum wählen. Mandriva Linux 2007 bringt das hauseigene Tool Drakroam mit, das allerdings nur WLAN-Hardware unterstützt, die Ndiswrapper verwendet.

Suse Linux 10.1/10.2

Seit Version 10.1 installiert Suse Linux auf Systemen mit zwei Netzwerkgeräten automatisch den Network-Manager. Er erlaubt es, per Mausklick von einem Netzwerkgerät zu einem anderen zu wechseln. Für den Network-Manager gibt es ein KDE- und ein Gnome-Miniprogramm. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie die KDE-Version nutzen. Das Gnome-Tool lässt sich jedoch auf die gleiche Art bedienen.

Der Network-Manager nistet sich in der KDE-Kontrollleiste ein. Je nach Status der Verbindung zeigt er ein anderes Symbol an. Besteht eine WLAN-Verbindung, erzeugt das Miniprogramm ein Balkendiagramm, das zugleich die Stärke der Verbindung angibt, bei allen anderen Verbindungen einen Netzwerkstecker. Besteht keine Netzwerkverbindung, erscheint eine Steckdose mit einem rot-weißen Kreuz (Abbildung 1). Während des Verbindungsaufbaus verrät ein rotierendes Zahnrad den Status.

Abbildung 1: Besteht keine Verbindung, zeigt der Network-Manager (Mitte) eine Steckdose mit einem rot-weißen Kreuz an.

Finden Sie auf der Kontrollleiste kein passendes Symbol, benutzt Ihr Suse-System den Network-Manager möglicherweise gar nicht. Das überprüfen Sie mit YaST.

  1. Starten Sie YaST über [Alt]+ [F2] und den Befehl kdesu yast2. Dazu müssen Sie das Root-Passwort eintippen.
  2. Wählen Sie das Modul Netzwerkgeräte / Netzwerkkarte.
  3. Markieren Sie im Startdialog die Option Benutzergesteuert mithilfe von NetworkManager und klicken Sie auf Weiter.
  4. Wählen Sie im folgenden Übersichtsdialog einfach Beenden, ohne die Einstellungen zu ändern.

Jetzt können Sie das KDE-Programm über [Alt]+ [F2] und den Befehl knetworkmanager starten.

KNetworkManager

Über einen Klick auf das KNetworkManager-Symbol im Systemabschnitt der KDE-Kontrollleiste präsentiert Ihnen das Tool die gefundenen WLAN-Netze. Schieben Sie den Mauszeiger für einen Moment über einen WLAN-Eintrag, offenbart KDE die Eigenschaften des Netzes, unter anderem auch die Verschlüsselung (Abbildung 2). Um zu einem dieser Netze eine drahtlose Verbindung aufzubauen, klicken Sie auf den gewünschten Eintrag. Möchten Sie sich bei einem anderen WLAN-Netz anmelden (das zum Beispiel eine versteckte ESSID nutzt), wählen Sie Verbindung zu anderem drahtlosen Netzwerk herstellen.

Abbildung 2: Der KDE-Netzwerkmanager zeigt die wichtigsten Informationen zu gefundenen WLAN-Netzen an.

Wählen Sie ein erkanntes Netzwerk aus, erscheint bei verschlüsselten Netzen ein Dialog zur Passworteingabe. Je nach Art der Verschlüsselung gibt es hier verschiedene Möglichkeiten: Bei Netzwerken mit WPA-PSK (auch WPA Personal genannt) müssen Sie nur das Passwort tippen (Abbildung 3). Möchten Sie hingegen auf ein WLAN-Netz mit WEP-Verschlüsselung zugreifen, können Sie entweder ein Passwort ( ASCII), eine Passphrase oder den hexadezimalen Schlüssel eingeben. Am wenigsten Probleme gibt es bei der WEP-Verschlüsselung, wenn Sie auf dem Access Point und im KDE-Netzwerkmanager jeweils den HEX-Schlüssel eingeben. Er besteht aus sechs Einträgen à vier Ziffern und einem mit zwei Ziffern, zum Beispiel 7172-7365-6E67-6765-3135-3968-65. Ob Sie den Schlüssel mit oder ohne Bindestriche schreiben, spielt dabei keine Rolle. Alternativ wählen Sie den Eintrag WEP 40/104-Bit-ASCII und geben dann das 13-stellige Passwort ein (Abbildung 4). Bei einigen Access Points verwenden Sie anstelle des ASCII-Passworts auch eine Passphrase. Wählen Sie dann den Eintrag WEP-Passphrase.

Abbildung 3: Der KDE-Netzwerkmanager vereinfacht die Verbindung mit Netzwerken, die WPA-Verschlüsselung nutzen, deutlich.
Abbildung 4: Bei WLAN-Netzen mit WEP-Verschlüsselung muss das Passwort genau 13 Stellen (bei älteren Geräten fünf Stellen) lang sein.

Haben Sie passende Werte eingegeben, baut ein Klick auf Verbinden Kontakt mit dem Access Point auf. Der Button ist nur aktiv, wenn die angegebenen Werte syntaktisch korrekt sind. Es startet dann automatisch die digitale Brieftasche von KDE. Sie verwaltet Ihre Passwörter, darunter auch diejenigen von KNetworkManager. Möchten Sie die digitale Brieftasche nutzen, klicken Sie auf Weiter, markieren im folgenden Dialog die Option Ja, ich möchte die digitale Brieftasche benutzen und geben dann ein sicheres Passwort ein. Möchten Sie auf eine Passwortabfrage verzichten, lassen Sie die Passwortfelder leer.

KDE zeigt Ihnen während des Verbindungsaufbaus eine Statusanzeige an. Bleibt diese bei 28% stehen, deutet dies in der Regel auf Probleme mit der Verschlüsselung hin. Versuchen Sie dann zunächst, eine unverschlüsselte Verbindung herzustellen. Hängt die Statusanzeige bei 57%, bekommt Ihr Rechner vom Access Point keine IP-Adresse. Hier sind mehrere Lösungen möglich:

  • Überprüfen Sie, ob auf dem Access Point die Authentifizierung über die Hardware-Adresse der WLAN-Karte aktiv ist, und fügen Sie gegebenenfalls die MAC-Adresse der WLAN-Karte zur Liste der zugelassenen Geräte hinzu.
  • Auf dem Access Point läuft kein DHCP-Server. Schalten Sie den DHCP-Dienst ein oder richten Sie die Karte per YaST ein. Der Network-Manager unterstützt nur die Vergabe von IP-Adressen per DHCP.
  • Der Access Point unterstützt das IPv6-Protokoll nicht. In einigen Fällen kommt es dann zu einem Timeout, und der KDE-Netzwerkmanager bricht den Verbindungsaufbau ab. Hier hilft es, wenn Sie in der Datei /etc/sysconfig/windowmanager die Variable KDE_USE_IPV6 auf KDE_USE_IPV6="no" stellen und KDE neu starten. Dieses Problem tritt allerdings nur unter Suse Linux auf.

Verlief der Verbindungsaufbau erfolgreich, zeigt KNetworkManager mit einem Balkendiagramm die Qualität der Verbindung an. Ab zwei blauen Balken lässt sich problemlos surfen, bei einem Balken kann es zu Unterbrechungen kommen. Sie sollten dann versuchen, den Standort des Rechners oder des Access Points zu ändern oder die Antennen anders auszurichten.

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