Volles Programm
Live-DVD Knoppix 5.1.1
Arbeiten mit Knoppix
Wie bereits erwähnt, booten Sie Knoppix entweder direkt mit dem Window-Manager Ihrer Wahl oder schalten diesen im laufenden Betrieb um. Klicken Sie dafür auf den Pinguin in der Kontrolleiste und wählen Sie Utilities / KNOPPIX-Desktop Auswahl/Neustart. Im folgenden Fenster (Abbildung 5) erscheint eine Auswahl aller verfügbaren grafischen Oberflächen. Neben den großen (KDE und Gnome) finden Sie auch diverse kleinere Window-Manager wie Fluxbox, Xfce, IceWM oder OpenBox, die sich speziell für den Betrieb auf älteren Rechnern deutlich besser eignen. Um sie zu verwenden, wählen Sie den gewünschten Eintrag aus der Liste aus und bestätigen Sie danach mit einem Klick auf OK.
Was die Vielfalt an Programmen angeht, nimmt es Knoppix locker mit den Standardinstallationen der großen Distributionen wie Suse, Mandriva oder Ubuntu auf und überflügelt diese zum Teil noch. An Office-Programmen verfügt die Distribution neben OpenOffice 2.1 auch über das Layout-Programm Scribus, die Tabellenkalkulation Gnumeric und das Finanzverwaltungsprogramm KMyMoney, um nur einige zu nennen.
Genauso breit gestreut ist die Auswahl bei den Multimedia-Programmen, die Knoppix unter anderem mit dem Soundeditor Rosegarden, dem Muldimediaspieler Kaffeine, der virtuellen Jukebox JuK und dem Winamp-ähnlichen Player XMMS besetzt. Möchten Sie Ihre Filme nicht nur sehen, sondern auch bearbeiten, hilft das Videoschnittprogramm Kino.
Knoppix enthält jedoch nicht nur normale Anwendersoftware, sondern eine umfangreiche Entwicklungsumgebung, bestehend unter anderem aus Eclipse mit Mono, den Qt3-Designer, Python in verschiedenen Versionen, Ruby, TCL sowie der Demoversion der Java-Entwicklungsumgebung.
Beinahe allen Programmen haftet jedoch ein Makel an: Sie zu finden, ist nicht immer ganz einfach, auch weil sie in der Masse der anderen Programme untergehen. Gepaart mit einer mangelhaften Beschreibung gerät die Suche nach dem Programm der Wahl nicht selten zum Geduldspiel (Abbildung 6).
Fazit
Zwar glänzt Knoppix mit einer hervorragenden Hardware-Unterstützung und einer riesigen Sammlung an Programmen, nur fehlt es der Distribution deutlich an Übersicht. Nicht selten sieht der Anwender den Wald vor Bäumen nicht mehr, wenn das Öffnen einer Programmgruppe des K-Menüs plötzlich den gesamten Bildschirm mit wenig bis gar nicht dokumentierten Programmen ausfüllt. Geschicktere Anordnung und bessere Dokumentation wären für die nächste Release wünschenswert.
Auch das Programm zur Installation von Knoppix auf der Festplatte gibt Anlass zur Kritik. Weder informiert es über die benötigte Partitionsgröße, noch prüft es den Platz auf der Zielpartition. Auch bei der Installation auf zu kleinen Partitionen zeigt das Tool keinerlei Fehlermeldungen.
Ein wahrer Lichtblick hingegen ist die gelungene NTFS-Unterstützung, die im Test problemlos auch mit Sonder- und Leerzeichen in Ordner- und Dateinamen umging.
[1] Knoppix: http://www.knoppix.org
[2] Debian: http://debian.org
[3] Beryl: http://www.beryl-project.org
[4] NTFS-3G: http://www.ntfs-3g.org
[5] ClamAV: http://www.clamav.net



