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Virtuelle Maschine im Eigenbau

VMware und Parallels Workstation installieren

12.04.2007
Mit VMware Workstation und Parallels Workstation erzeugen Sie virtuelle Rechner auf dem eigenen PC. Auf so einer Maschine installieren Sie dann ein weiteres Linux, Windows oder ein anderes Betriebssystem. Wie Sie beide Produkte für die von EasyLinux unterstützten Distributionen einrichten, zeigt dieser Beitrag.

Sowohl VMware Workstation als auch Parallels Workstation gibt es für Linux. VMware hat zwei RPM-Pakete für 32 Bit und 64 Bit geschnürt, mit denen die Installation nicht sehr aufwendig ist. Außerdem bietet VMware sein Workstation-Produkt als tar.gz-Datei an: Auch damit ist die Installation nur unwesentlich komplizierter.

Im Gegensatz dazu hat Parallels drei Linux-Versionen im Angebot – RPM- und DEB-Pakete sowie eine tgz-Datei. Diese liegen nur als 32-Bit-Versionen vor. Interessant auch: Die Parallels-Pakete sind jeweils kleiner als 20 MByte, während VMware Workstation auf 150 MByte (64 Bit) beziehungsweise 180 MByte (32 Bit) kommt.

Der Artikel beschreibt die Installation auf 32-Bit-Linux-Systemen. Benutzer eines 64-Bit-Systems kommen aber ebenso auf ihre Kosten, da dort die gleiche Vorgehensweise gilt. Laden Sie Parallels Workstation [1] bzw. VMware Workstation [2,3] herunter.

Auf dem Parallels-Server wählen Sie Download / Parallels Workstation aus dem Menü. Im Folgenden können Sie es mit Buy now online kaufen oder mit Get a trial key eine Seriennummer für die Testversion erhalten. Etwas weiter unten in der Tabelle stehen die Download-Links zu den Linux-Versionen; darunter finden Sie außerdem die Handbücher im PDF-Format (Abbildung 1).

Abbildung 1: Dokumentation gleich dabei: Von der Download-Seite bei Parallels können Sie unten auch direkt die Handbücher für das Programm herunterladen.

Der Weg zur neuesten Betaversion von VMware Workstation 6.0 ist etwas komplizierter. Klicken Sie auf der VMware-Homepage auf Products, dann zunächst rechts auf den Link Join the VMware BETA Programs und im folgenden Bildschirm neben dem Entwicklerprodukt VMware Workstation auf die Textverknüpfung Download Now (Abbildung 2). Sie müssen anschließend die Registrierung ausfüllen, um eine Seriennummer zu erhalten. Mit dieser können Sie nach dem Herunterladen VMware Workstation testen.

Abbildung 2: Auf dem richtigen Weg: Wenn Sie diese Seite auf der VMware-Homepage vor sich haben, ist es nicht mehr weit zum Download.

Kernel-Header und C-Compiler installieren

Bei beiden Produkten benötigen Sie für die Installation Kernel-Header-Dateien und den GNU-C-Compiler. Diese landen aber bei einer Standardinstallation nicht auf der Festplatte – das gilt für OpenSuse 10.2 und Suse Linux 10.1 ebenso wie für Mandriva 2007 und Kubuntu 6.06. Leider haben auch weder die RPM-Pakete noch das Debian-Paket beider Programme entsprechende Abhängigkeiten, so dass Sie selbst Hand anlegen müssen. Dabei bietet es sich an, diesen Schritt vor die eigentliche Installation zu setzen, da sonst das Konfigurationsskript abbricht.

Unter Suse Linux 10.1 und OpenSuse 10.2 starten Sie das YaST-Kontrollzentrum über das Startmenü. Geben Sie das Administratorpasswort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Klicken Sie dann im Software-Menü von YaST auf Software installieren oder löschen, womit Sie das Paketmanagement-Tool starten.

Hier suchen Sie nach den Paketen gcc und kernel-source. Markieren Sie beide und klicken Sie unten rechts auf Übernehmen (Abbildung 3). Die beiden Pakete sowie davon abhängige werden installiert.

Abbildung 3: Unter OpenSuse müssen Sie für beide Produkte den C-Compiler und die Kernel-Quelldateien installieren.

Mandriva 2007 geht es nicht besser: In der Standardkonfiguration sind die Kernel-Quellen und der GNU-C-Compiler nicht enthalten. Starten Sie daher das Mandriva-Kontrollzentrum über den Eintrag System / Einstellungen / Configure Your Computer im Startmenü. Unter Software verwalten klicken Sie auf den Link Betrachten installierbarer Software und Installieren von Softwarepaketen. Das Programm liest die Paketdatenbank und startet die Software-Verwaltung.

Tragen Sie in das Suchfeld gcc ein und klicken Sie auf Suche. Kurz darauf werden die Ergebnisse präsentiert. Markieren Sie das gcc-Paket und bestätigen das Installieren des zusätzlich erforderlichen Pakets glibc-devel. Anschließend suchen Sie nach source und markieren in den gefundenen Paketen den Treffer kernel-source-stripped. Um dieses Paket zu installieren, müssen Sie auch make und libncurses5-devel installieren.

Klicken Sie auf Anwenden und dann auf Ja, um die Pakete einzuspielen. Falls Mandriva Linux den Fehler meldet, es könne ein Paket nicht entfernen, ist das nicht weiter tragisch. Ärgerlicher ist es, wenn ein erwünschtes Paket nicht installiert werden kann – so geschehen während der Installation von Parallels Workstation; diese brach unter Mandriva 2007 leider jedes Mal mit Fehlermeldungen ab.

Die auf Debian basierende Distribution Kubuntu benutzt das Paket-Tool APT. Wollen Sie dort ein Paket installieren, öffnen Sie über System / Konsole im Startmenü eine Konsole. Um die Kernel-Quelldateien zu installieren, schreiben Sie am Prompt

sudo apt-get install linux-headers-2.6.15-23-386

Mit diesem Befehl installieren Sie die Quelldateien des Kernels. Falls Sie einen anderen Kernel verwenden, passen Sie die Versionsnummer an. Um herauszufinden, welchen Kernel Sie unter Kubuntu einsetzen, benutzen Sie das Kommando

cat /proc/version

Die Ausgabe zeigt hinter der Linux-Version die Versionsnummer des Kernels.

Für die Kubuntu-Installation benötigen Sie außerdem noch das Make-Programm und den GNU-C-Compiler. Beide installieren Sie mit

sudo apt-get install make gcc

VMware Workstation unter Suse 10.1/10.2

Für die Installation unter Suse Linux 10.1 und OpenSuse 10.2 benötigen Sie das RPM-Paket des jeweiligen Workstation-Produkts. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das RPM-Paket und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Öffnen mit / Installieren von Software. Im folgenden Dialog geben Sie das Administratorpasswort ein, um die Installation zu starten.

Nach einiger Zeit erscheint der Dialog zur Software-Installation. Hier ist VMware Workstation bereits markiert, so dass Sie nur auf Installieren zu klicken brauchen. Anschließend installiert YaST das Programm. Zum Abschluss müssen Sie nur noch den Hinweis auf die erfolgreiche Installation wegklicken, um den Installationsdialog zu schließen.

Die Abhängigkeiten sind allerdings nur insofern aufgelöst, dass geprüft wurde, ob die Shell installiert ist. Weder den C-Compiler noch die Kernel-Header werden mitinstalliert. Sind diese Pakete allerdings (wie oben beschrieben) installiert, können Sie die Konfiguration starten.

Öffnen Sie über System / Terminals im Startmenü eine Konsole. Hier werden Sie mit su und Eingabe des richtigen Passworts zum Administrator. Anschließend starten Sie das Konfigurationsprogramm vmware-config.pl und folgen den Anweisungen. Die Vorgabewerte können Sie alle übernehmen. Erscheinen zwischendurch Meldungen wie vmnet0 is bridged to eth0 und in der Zeile darunter (END), drücken Sie [Q] um fortzufahren. Wenn Sie alle Vorgabewerte übernommen haben, können Sie mit exit in der Konsole die Root-Rechte aufgeben und VMware Workstation anschließend mit vmware starten.

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