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Sturm auf die Sonderzeichen

KCharSelect

12.04.2007 Buchstaben mit Akzenten, einer Tilde oder einem Zirkumflex (^) zu versehen, ist auch unter Linux keine Zauberei. Wer die so genannten Dead keys für den X-Server abgeschaltet hat oder spezielle Sonderzeichen sucht, greift zu KCharSelect.

Buchstaben wie "é" oder "ñ" finden Sie nicht auf einer Standardtastatur – Sie können solche Zeichen aber manuell zusammensetzen, wenn Sie mit den richtigen Keyboard-Einstellungen arbeiten. Dann nutzen Sie so genannte Dead keys (oft unglücklich als "tote Tasten" übersetzt): Beim Drücken einer solchen Taste erscheint nicht sofort ein Zeichen, sondern das System wartet noch auf Ihren nächsten Tastendruck, um zu erkennen, welches Zeichen Sie eingeben wollten.

Ein Beispiel für Dead keys ist die Akzenttaste (auf deutschen Tastaturen direkt neben dem scharfen S): Sind die Deadkeys in der Konfiguration des X-Servers aktiviert, sorgt ein Druck auf ['] und [E] für die Ausgabe des Zeichens "é". Auf deutschen Tastaturen sind darüber hinaus oft die Tilde ("~") und der Zirkumflex ("^") als Dead key eingerichtet. Soll das Zeichen alleine und nicht in Kombination mit einem anderen Buchstaben erscheinen, drücken Sie die entsprechende Taste gefolgt von der Leertaste.

Viele Distributionen schalten die Dead keys schon bei der Installation ab. Werfen Sie einen Blick in die Konfiguration des X-Servers (Datei /etc/X11/xorg.conf): Sehen Sie dort die Zeile

Option  "XkbVariant"  "nodeadkeys"

funktionieren die Dead keys nicht, und das jeweilige Zeichen erscheint sofort, so dass [~],[N] nicht etwa "ñ" sondern "~n" ergibt. Praktisch ist diese Einstellung vor allem für Programmierer oder LaTeX-Anwender – wer allerdings häufiger französische oder spanische Texte verfasst, vermisst das Feature oft schmerzlich.

KCharSelect zu Diensten

Einen Ausweg aus der Misere bietet das KDE-Tool KCharSelect, das Sie in allen von EasyLinux unterstützten Distributionen finden. Unter Suse Linux 10.1 und OpenSuse 10.2 installieren Sie dazu das Paket kdeutils3-extra, bei Mandriva 2007 kdeutils-kcharselect und unter Ubuntu 6.06 das Paket kcharselect. Sie rufen den Sonderzeichen-Künstler beispielsweise über den Schnellstarter [Alt]+[F2] und Eingabe von kcharselect auf den Plan.

Nach Schriftarten und Zeichentabellen sortiert präsentiert KCharSelect nun alle möglichen Buchstaben und Sonderzeichen. Um ein Zeichen aus der Anwendung heraus zu kopieren und an anderer Stelle einzufügen, markieren Sie das Symbol mit der linken Maustaste und wählen Bearbeiten / In die Zwischenablage. Schneller geht es, wenn Sie auf den Button In die Zwischenablage klicken oder die Tastenkombination [Strg]+[C] zum Kopieren verwenden. Zum Einfügen in einer anderen Anwendung verwenden Sie entsprechend den Shortcut [Strg]+[V] oder drücken die mittlere Maustaste. KCharSelect arbeitet nicht nur mit den bekannten KDE-Anwendungen, wie Kate, KWrite, KMail usw., zusammen, sondern zeigt sich mit fast jedem Progamm kooperativ, etwa OpenOffice, Evolution, AbiWord & Co.

Klein und schick als Applet

Wer bestimmte Zeichen immer wieder benötigt, kann die Zusammenarbeit mit KCharSelect über ein Applet in der KDE-Kontrollleiste weiter verbessern. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Panel und wählen Sie aus dem Kontextmenü Miniprogramm hinzufügen. Im sich öffnenden Dialogfenster markieren Sie den Eintrag Tabelle zur Zeichenauswahl und klicken auf Hinzufügen. (Mandriva Linux 2007 enthält dieses Applet leider nicht.)

Um die Sonderzeichenauswahl an eigene Vorstellungen anzupassen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Applet und rufen Tabelle zur Zeichenauswahl einrichten auf. Neben den dort präsentierten Symbolen passen Sie die Zeilenbreite und -höhe an. Ein Klick auf OK schließt die Einrichtung ab. Zum Kopieren eines Sonderzeichens reicht es nun aus, das entsprechende Symbol im Applet mit der linken Maustaste auszuwählen. Anschließend fügen Sie das Zeichen wie gewohnt über [Strg]+[V] oder mit der mittleren Maustaste ein.

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