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Kein Salat

Rechner per WLAN-Stick vernetzen

12.04.2007
Kabelsalat ist out – WLAN ist in. Am einfachsten gestaltet sich der Umstieg auf die drahtlose Technologie mit einem USB-Adapter. EasyLinux stellt acht Geräte vor, die auch unter Linux funktionieren.

Wer jetzt auf WLAN umsteigen möchte, hat gute Chancen, einen USB-Adapter zu finden, der mit Linux zusammenarbeitet. Für die meisten Geräte gibt es Treiber im Internet. Dieser Artikel erklärt einige WLAN-Grundlagen und zeigt, wie Sie einen Adapter mit Linux-Treibern oder per Ndiswrapper einrichten und mit einem Access Point verbinden. In der zweiten Hälfte beschreibt der Artikel, wie Sie die WPA-Verschlüsselung aktivieren.

Buchstabensalat

Auf der Verpackung von WLAN-Produkten treffen Sie in der Regel die Aufschrift 802.11b oder 802.11g an. Die Zahlen 802.11 bezeichnen dabei die Norm IEEE 802.11 für WLAN-Produkte. Der Buchstabe (a, b oder g) kennzeichnet die Geschwindigkeit. A-Geräte sind mit einer Datenrate von maximal 54 Mbit/s zwar deutlich schneller als B-Geräte (11 MBit/s), sie haben sich jedoch aufgrund höherer Hardwarekosten nicht durchgesetzt. Aktuell am weitesten verbreitet sind G-Geräte: Die im Artikel getesteten USB-Adapter unterstützen alle diesen Standard. Sie übertragen Daten ebenfalls mit einer Geschwindigkeit von 54 MBit/s. Zurzeit arbeitet die IEEE an der Verabschiedung der Spezifikation 802.11n. Die neueste Generation von WLAN-Geräten soll Brutto-Übertragungsraten von bis zu 108 MBit/s (13,5 MByte/s) bringen. Details dazu lesen Sie im Kasten "Mimo & Co.".

Mimo & Co.

Wer sich in den Regalen der WLAN-Hardware umschaut, trifft bei jeder zweiten Box auf einen Aufkleber, der besonders hohe Übertragungsraten verspricht. Bei diesen Geräten handelt es sich um nicht normierte Eigenentwicklungen des jeweiligen Anbieters. Die Hardware-Hersteller setzen dazu zwar auf die Spezifikation des kommenden Standards 802.11n – da dieser aber voraussichtlich erst Ende 2007 endgültig verabschiedet wird, kann man nicht von Standardhardware sprechen. Am weitesten verbreitet zur Kennzeichnung dieser neuen Highspeed-WLAN-Geräte sind die Bezeichnungen Mimo, Pre-N und g+ (auch schon g++). Bei Mimo handelt es sich streng genommen nicht um eine Norm, sondern eine technische Lösung: Multiple- Input- Multiple- Output-Geräte senden nicht nur über eine Antenne, sondern benutzen gleich mehrere (in der Regel drei). Dadurch lässt sich der Datendurchsatz von 802.11g-Geräten bis auf 240 Mbit/s steigern.

Da Pre-N-Geräte abwärts mit den Standards 802.11b/g kompatibel sind, lassen sich solche Adapter auch unter Linux nutzen. Allerdings sind für das perfekte Zusammenspiel von Router und Endgerät Produkte vom gleichen Hersteller nötig. Selbst dann funktionieren die meisten Adapter nur über den Windows-Treiber (Ndiswrapper) im 108-Mbit-Modus. Wir raten deshalb, mit dem Kauf von Pre-N-Geräten abzuwarten, bis der Standard feststeht. Dann wird es auch entsprechende Linux-Treiber geben.

Alles Ralink oder was?

Die meisten aktuellen USB-Adapter benutzen einen Ralink-Chipsatz, der unter Linux mit dem Treiber rt73 funktioniert. Aktuelle Versionen von Ubuntu und Suse Linux bringen dafür sogar Treiber mit. Allerdings funktionieren diese mangels Firmware nicht. Sie finden deshalb auf der Heft-DVD den Treiber für WLAN-Sticks mit einem Ralink-73-Chipsatz. Der Artikel erklärt im Folgenden, wie Sie diesen installieren. Beachten Sie, dass der Treiber nur mit den USB-Sticks funktioniert, für die in der Tabelle "Testgeräte im Überblick" als Treiber das Kernelmodul rt73 aufgeführt ist. Viele Hersteller wechseln zudem die Chipsätze der Hardware, ohne den Gerätenamen zu ändern. Ältere WLAN-Sticks mit einer identischen Typenbezeichnung funktionieren deshalb mit den beiliegenden Treibern nicht unbedingt. Im Zweifelsfall hilft die EasyLinux-Mailingliste [1]. Treiber für andere WLAN-Geräte mit Ralink-Chipsatz finden Sie auf der Homepage von Serialmonkey [2]. Einen Test von PCI-, USB- und Cardbus-Geräten lesen Sie auch in der März-Ausgabe des LinuxUser [3].

Testgeräte im Überblick

Hersteller AVM Conceptronic D-Link Hama Linksys Netgear Sitecom Belkin
Modell Fritz!WLAN Stick v1.1 C54RU DWL-G122 00062764 WUSB54GC WG111T WL-172 v1 001 F5D7050de
Modi b/g/g+ b/g b/g b/g b/g b/g b/g/g+ b/g
WPA WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/ WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/WPA2 WEP/WPA/
WPA-Tool wpa-supplicant iwpriv iwpriv iwpriv iwpriv - iwpriv iwpriv
Chipsatz Unbekannt Ralink Ralink Ralink Ralink Unbekannt Ralink Ralink
Treiber ndiswrapper rt73 rt73 rt73 rt73 ndiswrapper rt73 rt73
SoftMAC Nein Nein Nein Nein Nein - Nein Nein
Interface wlanX rausbX rausbX rausbX rausbX wlanX rausbX rausbX
Preis (ca.) 30 Euro 20 Euro 25 Euro 20 Euro 30 Euro 25 Euro 30 Euro 30 Euro

Damit Ihr System aus dem Quellcode das erforderliche Kernelmodul erstellen kann, müssen Sie vor der Installation des eigentlichen Treibers einige Pakete nachrüsten. Unter Suse Linux sind dazu folgende Schritte nötig:

  1. Starten Sie YaST über [Alt]+ [F2] und den Befehl kdesu yast2 und wählen Sie das Modul Software / Software installieren oder löschen.
  2. Stellen Sie den Filter auf Selektionen (bis Suse Linux 10.1) bzw. Schemata (ab OpenSuse 10.2) und markieren Sie den Eintrag Linux-Kernel-Entwicklung (10.1) bzw. Kernel-Entwicklung (10.2).
  3. Klicken Sie auf Übernehmen, um die Installation durchzuführen.

Benutzer von Ubuntu installieren über den Paketmanager oder per apt-get install die Pakete linux-headers-Kernelversion und build-essential. Die passende Kernelversion verrät Ihnen die Ausgabe des Befehls uname -r in einem Terminalfenster.

Unter Mandriva Linux müssen Sie folgende Vorbereitungen treffen:

  1. Starten Sie die Paketverwaltung über System / Einstellungen / Paketverwaltung / Install, Remove & Update Software.
  2. Wählen Sie den Menüpunkt Betrachten installierbarer Software und installieren von Softwarepaketen.
  3. Finden Sie über die Suchfunktion die Pakete kernel-source-stripped und wireless-tools und markieren Sie diese zur Installation.
  4. Klicken Sie auf Anwenden und beantworten Sie Fragen zu Abhängigkeiten jeweils mit Ja.

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