DHCP und DNS

In den ersten Jahren des Internet arbeiteten die meisten Rechner mit festen IP-Adressen. Schaffte eine Großfirma wie IBM oder Siemens zehn neue internetfähige Rechner an, wurden zugleich zehn neue IP-Adressen bestellt. Da jede IP-Adresse jedoch Geld kostet, merkten die Firmen, dass sie mit einer dynamischen Vergabe der IP-Adressen Kosten sparen können: Greifen von zehn Rechnern höchstens acht gleichzeitig auf das Internet zu, benötigt man nur acht IP-Adressen.

Heute setzen nur noch Rechner, die ständig online sind, eine feste IP-Adresse ein. Den übrigen Netzteilnehmern teilt der Provider beim Verbindungsaufbau dynamisch eine Adresse zu. Dazu verwenden Server und Client das Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP). Auch in einem Heim- oder Firmennetz geschieht die Adressvergabe in der Regel per DHCP. Die meisten DSL-Provider vergeben die Adresse täglich neu. Sie erhalten also am gleichen Tag immer die selbe Adresse. Wenn Sie allerdings die Verbindung für 24 Stunden nicht unterbrechen, teilt Ihnen der Provider trotzdem eine neue Adresse zu. Aktuelle Betriebssysteme versuchen beim Systemstart automatisch, das Netzwerk über DHCP einzurichten. In entsprechend eingerichteten Umgebungen beschränkt sich so die Netzwerkkonfiguration auf ein Minimum.

Per DHCP lässt sich zusätzlich zur IP-Adresse auch ein Rechnername einrichten. Der Provider teilt dem PC dazu einen weltweit einmaligen Namen zu. Der Domain Name Service (DNS) ordnet IP-Adressen Rechnernamen zu. Er dient in erster Linie dazu, den Menschen die Orientierung im Internet zu erleichtern, da sich Namen besser merken lassen als Nummern. Geben Sie im Browser die Adresse http://www.easylinux.de ein, fragt der Rechner beim zuständigen DNS-Server (Nameserver) nach, welche IP-Adresse zu diesem Namen gehört und findet so die EasyLinux-Homepage. Als Benutzer merken Sie davon nur etwas, wenn der Nameserver nicht richtig funktioniert. Der Browser findet dann Internetadressen nur über die IP-Adresse. Für die KDE-Homepage müssen Sie dann folgende URL im Browser angeben:

http://62.70.27.118

Parallell zu den DNS-Namen besitzt jeder Linux-Rechner auch zwei so genannte Hostnames. Der Name localhost bezeichnet den eigenen Rechner und verweist auf die IP-Adresse 127.0.0.1. Ubuntu und Suse Linux richten während der Installation auch einen zweiten Rechnernamen ein. Unter Ubuntu lautet dieser in der Regel Benutzername-desktop, bei Suse Linux linux-abcd oder einfach linux. Wie Ihr Rechner heißt, erfahren Sie, wenn Sie über [Alt]+ [F2] und den Befehl konsole ein KDE-Terminalfenster öffnen. Es zeigt den Eintrag Benutzer@Rechnername an. Linux speichert den Rechnernamen zusammen mit der IP-Adresse in der Datei /etc/hosts.

Das Heimnetz

Um zwei Rechner zu verknüpfen, müssen Sie gar nicht so tief in die Tasche greifen. Alles was Sie dazu brauchen sind zwei Netzwerkkarten und ein so genanntes Crosslink-Kabel. Netzwerkkarten gibt es bereits für zehn Euro, das Kabel kostet je nach Länge rund fünf Euro. Stehen Ihre PCs verstreut im Haus oder der Wohnung, lohnt sich der Einsatz von Wireless LAN (WLAN). Ein USB-WLAN-Adapter kostet kaum mehr als eine Netzwerkkarte.

Allerdings müssen Sie bei dieser Lösung auf beiden Rechnern die IP-Adresse von Hand einrichten.

  • Unter Suse Linux starten Sie dazu das YaST-Modul Netzwerkgeräte / Netzwerkkarte (Abbildung 2).
  • Bei Kubuntu richten Sie die Netzwerkkarte über den Menüpunkt Systemeinstellungen / Netzwerkeinstellungen ein. Hier klicken Sie ganz unten auf den Button Systemverwaltungsmodus, um Änderungen vornehmen zu können (Abbildung 3).
  • Benutzer von Mandriva Linux starten das Mandriva-Kontrollzentrum und wählen Netzwerk & Internet / Eine Netzwerkschnittstelle erstellen. Im zweiten Dialog klicken Sie auf Ethernet.

Richten Sie für den ersten Rechner die Adresse 192.168.0.1 und für den zweiten die Adresse 192.168.0.2 ein. Bei beiden Rechnern geben Sie als Netzwerkmaske 255.255.255.0 an. Hat alles geklappt, testen Sie die Verbindung in einem Terminalfenster über ping. Auf dem ersten Rechner mit der IP-Adresse 192.168.0.1 geben Sie dazu folgenden Befehl ein:

ping 192.168.0.2
Abbildung 2: Suse Linux richtet Netzwerkkarten in der Grundeinstellung automatisch über DHCP ein. In YaST können Sie diese Einstellung ändern.
Abbildung 3: Einem Netzwerkgerät teilen Sie entweder eine feste Adresse zu oder eine dynamische über DHCP. Die Abbildung zeigt den Setup-Dialog von Ubuntu.

Theoretisch ist das Verknüpfen von zwei Rechnern auch über ein serielles oder ein USB-Kabel möglich. Wir raten Ihnen jedoch davon ab, da der Einrichtungsaufwand wesentlich höher als bei einem Ethernet-Netzwerk ist.

Deutlich bequemer gestaltet sich das Setup, wenn Sie sich ein Kombigerät mit eingebautem Switch, DHCP-Server und Router kaufen. Zusätzlich brauchen Sie dann pro Rechner eine Netzwerkkarte (meist schon on-board) und ein Netzwerkkabel (Abbildung 4). Alleskönner inklusive DSL-Modem und WLAN kosten rund 100 Euro, Geräte ohne Modem etwa die Hälfte.

Dank des DHCP-Servers müssen Sie bei dieser Lösung die IP-Adresse nicht von Hand eingeben. Beim Hochfahren des Systems holt sich Linux vom DHCP-Server automatisch eine Adresse. Auch Windows-Rechner sind inzwischen so eingerichtet, dass sie beim Booten einen DHCP-Server suchen. Neben der Adressvergabe sorgt der Router für den Datenaustausch über das Internet oder unter den Rechnern selbst.

Abbildung 4: Bei DSL-Verbindungen eignet sich ein kombinierter Switch mit Router und DHCP-Server am besten. So können alle Rechner unabhängig voneinander ins Internet.

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