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Knoppix und Ubuntu

Tipps und Tricks zu Knoppix und Ubuntu

12.04.2007 Knoppix und Ubuntu Linux basieren auf Debian – wir verraten Tricks und Kniffe, welche die Arbeit mit diesen Distributionen erleichtern.

Tipp: Ubuntu: Ein "sudo" für alle Fälle

Unter Ubuntu gibt es zwar einen Benutzer root, dieser ist allerdings standardmäßig deaktiviert. Um administrative Arbeiten am System durchzuführen, steht stattdessen das Programm sudo (substitute user, do [1]) hilfreich zur Seite. Standardmäßig sind diese Privilegien für den bei der Installation zuerst eingerichteten Benutzeraccount eingerichtet. Erfordert eine Aufgabe Root-Rechte, stellt der Benutzer vor den auszuführenden Befehl sudo; für die grafischen Systemverwaltungsanwendungen in den Gnome- oder KDE-Menüs ist das bereits mit gksudo/gksu bzw. kdesu richtig eingerichtet.

In der Voreinstellung erhält der Benutzer nach erfolgreicher Authentifizierung für insgesamt 15 Minuten die Erlaubnis, Programme mit Administratorrechten auszuführen. In diesem Zeitraum ist es möglich, weitere Programme über sudo bzw. gksudo/gksu zu starten, ohne erneut das Passwort einzugeben; kdesu fragt standardmäßig jedes Mal nach dem Kennwort.

Tipp: Ubuntu: Zeitraum für "sudo"-Rechte anpassen

Wer die Voreinstellung von 15 Minuten verändern möchte, bearbeitet die Datei /etc/sudoers im Administratormodus. Dafür steht das Programm visudo zur Verfügung, das nicht nur die Konfigurationsdatei während der Bearbeitung sperrt, sondern Ihre Änderungen auch auf Syntaxfehler hin überprüft. Standardmäßig verwendet visudo unter Ubuntu den Texteditor mcedit auf der Shell. Wer lieber mit einem grafischen Editor, wie Kate oder gedit, arbeitet, folgt der folgenden Anleitung:

  1. Öffnen Sie ein Terminalfenster, zum Beispiel über Eingabe von xterm in den mit [Alt]+[F2] geöffneten Schnellstarter. Geben Sie am Shell-Prompt den Befehl

    $ export EDITOR=gedit; sudo visudo
    Password:

    und am folgenden Passwort-Prompt das eigene Kennwort ein. Es erscheinen keine Sternchen als visuelles Feedback, Sie tippen also "blind". Ersetzen Sie im Aufruf gedit durch kate, wenn Sie den KDE-Editor bevorzugen.

  2. Öffnen Sie die Datei /etc/sudoers und navigieren Sie bis zur Zeile, die mit Defaults beginnt. Setzen Sie hinter den letzten Wert (tty_tickets) ein Komma und fügen Sie einen Wert für den sudo-Timeout hinzu. Abbildung 1 zeigt beispielhaft die Einstellung für 0 Minuten, das heißt sudo fragt jedes Mal wieder nach Ihrem Passwort.
  3. Speichern Sie die Änderungen und beenden Sie den Editor.

Sollten Sie aus Versehen einen Tippfehler eingebaut haben, sehen Sie im xterm-Fenster die Meldung:

>>> sudoers file: syntax error, line 16 <<<
What now?

Auf Deutsch bedeutet das: "Die Datei sudoers enthält in Zeile 16 einen Syntaxfehler, was nun?" Die folgenden drei Möglichkeiten stehen nun zur Wahl:

  • Tippen Sie [E] gefolgt von [Eingabe], um den Texteditor erneut zu starten und den Fehler zu korrigieren.
  • Geben Sie [X] ein und drücken Sie die Eingabetaste, um die Änderungen zu verwerfen und die Datei im Ursprungszustand zu erhalten.
  • Drücken Sie [Umschalt]+[Q] und [Eingabe], um das Programm zu beenden und die fehlerhaften Einträge zu akzeptieren.

Abbildung 1: Mit dem Eintrag "timestamp_timeout = 0" sorgen Sie dafür, dass "sudo" das Passwort nicht speichert und sich der Benutzer immer wieder neu authentifizieren muss.

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