Fotografieren

Zum Fotografieren brauchen Sie ein Stativ und eine Kamera, die es erlaubt, Blende und Belichtungszeit auch manuell einzustellen. Einige Kameras bringen sogar einen Bracketing-Modus mit, in dem die Kamera mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungszeiten in Folge schießt. Ob Ihr Fotoapparat das kann, offenbart ein Blick in das mitgelieferte Handbuch.

Nun suchen Sie sich ein Motiv, stellen die Kamera samt Stativ auf und die Tiefenschärfe ein. Da Gimp die drei Fotos überlagert, müssen Sie die Kamera beim Fotografieren möglichst still halten. Das erweist sich als Problem, denn ein Druck auf den Auslöser kann schnell mal den Bildausschnitt um ein paar Millimeter verschieben. Dann liegen die Bilder beim Implementieren des Effekts nicht exakt übereinander. Optimal ist ein Fernauslöser, doch auch beim Öffnen und Schließen des Shutters selbst entsteht mitunter eine Bewegung. Sie müssen also etwas Geduld mitbringen, die Aufnahme mehrmals wiederholen und das Ganze recht vorsichtig angehen. Die hier verwendeten Fotos gelangen zwar beim ersten Versuch, wenn Sie jedoch Abbildung 2 vergrößern, offenbaren sich kleine Verschiebungen. Welche Blende und Belichtungszeit Sie letztlich wählen, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie am Ende ein über- und ein unterbelichtetes sowie ein durchschnittlich belichtetes Foto erhalten. Nach dem Überspielen auf die Festplatte rufen Sie Gimp auf.

Gimp

Vorausgesetzt das Skript befindet sich im richtigen Ordner, rufen Sie den Menüpunkt Xtns / Script-Fu / Photo / Exposure Blend auf (Abbildung 4). Ein kleines Fenster bietet Ihnen – auf Englisch – verschiedene Optionen an (Abbildung 5). Oben geben Sie neben Normal Exposure den Pfad zum Bild mit "normaler" Belichtung an, darunter gehört das unterbelichtete Foto, ihm folgt die überbelichtete Variante. Den Blend Mask Blur Radius lassen Sie so. Im nächsten Feld wählen Sie den Blur Type ( Typ von Weichzeichner) aus, also die Art von Weichzeichner, der beim Erstellen der Maske zum Einsatz kommt. Sie haben die Wahl zwischen Gaussian/None und verschiedenen Typen von Selective ( Ausgewählt), wobei es sich um zwei Formen des Gaußschen Weichzeichners handelt. Nach dem Weichzeichnen lassen sich die hellen Regionen besser auswählen, aus denen Gimp die Maske erstellt. Diese Optionen regeln also, wie der Weichzeichner mit den Rändern der Auswahl verfährt. Standardmäßig nutzt das Skript für das unterbelichtete Bild unter Dark Mask Grayscale ( Dunkle Graustufenmaske) eine Graustufen-Kopie seiner selbst zum Maskieren und für das überbelichtete Bild eine invertierte Version.

Abbildung 4: Kopieren Sie das Skript aus dem Internet in den richtigen Gimp-Ordner, finden Sie beim nächsten Start den Menüpunkt "Exposure Blend" vor.
Abbildung 5: Ein Skript ermöglicht HDR-Effekte auch in Gimp. Sie brauchen einfach drei verschieden belichtete Bilder als Vorlage.

Auch den Parameter Bright Mask Grayscale ( Helle Graustufenmaske) müssen Sie nicht verändern. Die Graustufenbilder sorgen als Masken dafür, dass nur die hellen Teile der maskierten Areale besonders hervorstechen. Die Option Dark Takes Precedence tauscht einfach die Ebenenreihenfolge aus, so dass die unterbelichtete Szene nach oben rutscht. Bleibt noch der Eintrag Auto-Trim Mask Histograms, den Sie auch nicht ändern. Er regelt die Verteilung von Grauwerten in der Maske. Geben Sie in die Zeile neben Scale Largest Image Dimension to einen Wert wie 100x100 ein, skaliert das Skript die Bilder auf diese Größe. Das genügt, um den Effekt zu betrachten, und spart Zeit, falls Sie mit den Werten experimentieren wollen und große Bilder einsetzen bzw. einen langsamen Rechner nutzen. Ein Klick auf OK schließt den Vorgang ab, und Gimp führt die Skripte aus. Am Ende zeigt es das fertige Bild an: Nun sind Vorder- und Hintergrund gut zu erkennen (Abbildung 2).

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