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E-Mail for you

Wie funktioniert E-Mail?

11.01.2007
Eine E-Mail ist ganz einfach aufgebaut. Trotzdem spielen jede Menge technische Finessen auf dem Weg vom Absender zum Empfänger mit. Wir erklären, was es mit POP, SMTP, SSL & Co. auf sich hat.

Eine Nachricht in kurzer Zeit über eine weite Distanz zu übermitteln, war seit Erfindung der Schrift ein wichtiges Anliegen. Mit aus heutiger Sicht primitiven Mitteln transportierten schon Babylonier, Ägypter, Chinesen und Römer Botschaften innerhalb weniger Tage über Hunderte von Kilometern. Sie entwickelten ausgeklügelte Systeme, um Pferde, Boten und später andere Transportmittel effizient zu nutzen, bis hin zur heutigen Post. Dass jeder Bürger das dafür fällige Porto bezahlen kann und ein Brief innerhalb weniger Tage Kontinente überbrückt, war in früheren Zeiten unvorstellbar.

Schneckenpost

Doch Internet-Benutzern gilt die herkömmliche Post schon wieder als unzumutbar langsam. Wer ihr elektronisches Pendant benutzt, klickt im Mailprogramm auf Senden und nach wenigen Sekunden landet die Nachricht beim Empfänger, egal ob der im selben Raum oder am anderen Ende der Welt sitzt. Gebühren fallen lediglich für den Internet-Zugang an. Für die herkömmliche Briefpost hat sich im Internet-Jargon der wenig liebevolle Begriff "snail mail" (englisch für "Schneckenpost") eingebürgert.

Als größte Schattenseite der elektronischen Post empfinden die meisten Benutzer die riesige Menge unerwünschter Werbemails – deren Ursache liegt ebenfalls in der beinahe kostenlosen Versandmöglichkeit. Inzwischen handelt es sich sogar bei der Mehrzahl der weltweit versandten E-Mails um so genannten Spam, und wer Pech hat, kann seine Mailbox ohne automatischen Filter nicht mehr benutzen, weil die erwünschte Post im Werbemüll unauffindbar untergeht.

Wer die Dienste eines E-Mail-Providers wie Web.de [1] oder GMX [2] nutzt, ruft seine elektronische Post von dessen Server ab. Dieser nimmt die Mails für seine Anwender entgegen und bewahrt sie auf, bis die Kunden sie bei ihm abholen. Dieser Service ist notwendig, weil private Internet-Benutzer normalerweise keinen permanent verfügbaren Mail-Server besitzen, dem der des Absenders die Mails direkt zustellen könnte. Deshalb werden die Mails auf dem Server des Providers wie in einem Hausbriefkasten eingelagert.

Wege zum Postfach

Zum Lesen von Mails haben sich zwei Verfahren etabliert: Die meisten Mail-Provider bieten ein Web-Interface an, über das sich Benutzer mit einem Webbrowser auf dem Server anmelden und dort ihre Mails lesen, verwalten und schreiben. Diese Methode hat den Vorteil, dass man seine Mails von jedem PC der Welt abrufen kann, der mit Internet-Zugang und Browser ausgestattet ist. Der Nachteil liegt in der Geschwindigkeit: Web-Anwendungen reagieren selbst bei einer sehr schnellen Internetverbindung langsamer als Programme, die auf dem lokalen Rechner laufen. Des Weiteren muss die Verbindung dauerhaft bestehen, was im Falle einer Einwahlverbindung mit zeitbasierter Abrechnung auch eine Kostenfrage ist.

Auf Grund der genannten Nachteile bevorzugen vor allem Vielschreiber Mailprogramme, welche die Nachrichten vom Server herunterladen, um sie auf dem eigenen Rechner zu bearbeiten. Bekannte Beispiele für derartige Anwendungen sind Thunderbird [3] (Abbildung 1), KMail [4] und Evolution [5].

Abbildung 1: Das E-Mail-Programm Thunderbird gibt es für Linux, Windows und Mac OS X und es unterstützt alle gängigen Protokolle zum Abruf und Versand von E-Mails.

Für den Transfer der Mails auf den eigenen PC nutzt man gewöhnlich eines der Protokolle POP3 (Post Office Protocol Version 3) und IMAP (Internet Message Access Protocol) (Abbildung 2). Verwendet man ein POP3-Konto, fragt das Mailprogramm beim Server des Providers nach der angekommenen Post und lädt diese herunter. Sofern man das Mailprogramm nicht anders konfiguriert, löscht es die Mails danach vom Server.

Abbildung 2: Zum Abholen von E-Mails haben sich die Protokolle POP3 und IMAP etabliert: POP3 lädt die Mails vom Server herunter, IMAP belässt sie dort.

Das Löschen der Mails nach dem Download kann der Benutzer meistens im Einstellungsdialog seines Mailprogramms unterbinden. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn er seine Mails von mehreren Rechnern aus abruft und auf keinem von ihnen auf eine vollständige Mailbox verzichten möchte: Man konfiguriert nur auf einem Computer das Mailprogramm so, dass es die Nachrichten nach dem Herunterladen vom Server löscht.

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