Ab ins Netz

Die Netzwerkverbindung über die Ethernet-Karte funktionierte auch nach dem Update nicht automatisch, von WLAN ganz zu schweigen. Laut Dokumentation gibt es das MSI-Notebook mit zwei verschiedenen WLAN-Chipsätzen. Die Modelle mit einem Pentium-M-Prozessor besitzen in der Regel ein WLAN-Modul von Intel, für das SLED 10 bereits Treiber mitbringt. In unser Testgerät mit einem Celeron-M-Prozessor baute MSI hingegen eine WLAN-Karte von Ralink ein, für die es im Internet Treiber gibt [1]. Eine kurze Recherche ergab, dass Linux die Karte über das Kernelmodul rt73 unterstützt. Den Quellcode für diesen Treiber finden Sie täglich aktualisiert unter [2]. Wie Sie den Treiber installieren, erklärt der Kasten "Kernelmodul übersetzen".

Nach der Installation des Treibers finden Sie in YaST unter Netzwerkgeräte / Netzwerkkarte den neuen Eintrag Ralink 802.11 bg WLAN. Mit einem Klick auf Bearbeiten richten Sie diese Karte ein. Da YaST das Ralink-Gerät nicht als WLAN-Karte erkennt, müssen Sie im ersten Setup-Schritt unter Gerätetyp unbedingt den Eintrag Drahtlos auswählen. Nur so erscheinen die nötigen Dialoge zur ESSID und den weiteren WLAN-Parametern. YaST zeigt dann zwar eine Warnung an (Abbildung 1), diese können Sie aber ignorieren und auf Fortfahren klicken.

Abbildung 1: Selbst nach der Treiber-Installation erkennt SLED 10 die Ralink-Karte nicht als WLAN-Gerät.

Kernelmodul übersetzen

Fehlt unter Linux die Unterstützung für eine bestimmte Hardware, findet man die Treiber meistens nur als Quellcode im Internet. Daraus müssen Sie zuerst ein zum System passendes Kernelmodul generieren. Unter Suse Linux und SLED 10 gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  1. Starten Sie YaST2 über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu yast (KDE) beziehungsweise yast (Gnome).
  2. Wählen Sie Software / Software installieren oder löschen und stellen Sie den Filter auf Schemata ein.
  3. Markieren Sie den Eintrag C/C++ Compiler und Werkzeuge für die Installation und ändern Sie den Filter auf Suche.
  4. Suchen Sie nach dem Paket kernel-source und markieren Sie dieses für die Installation.

Ein Klick auf Übernehmen startet die Installation. Haben Sie bereits ein Online-Update durchgeführt, müssen Sie dieses nochmals wiederholen, weil sonst die installierten Kernelquellen nicht zum aktuellen Kernel passen. Es fallen also unter Umständen nochmals rund 50 MByte Download an.

Laden Sie sich nun den Quellcode des Treibers herunter und entpacken Sie diesen in ein beliebiges Verzeichnis. Öffnen Sie ein Terminalprogramm (Konsole, Gnome-Terminal) und wechseln Sie mit dem Befehl

cd treiber/verzeichnis

ins Verzeichnis, wo der Quellcode liegt. Hier geben Sie den Befehl make ein. Je nach Umfang des Codes arbeitet der Rechner danach eine gewisse Zeit an der Übersetzung der Quellen. Hat alles geklappt, zeigt die Konsole den Prompt wieder an, ohne dass eine Fehlermeldung zu sehen wäre. Jetzt können Sie den Treiber mit dem Befehl

sudo make install

installieren. Dazu müssen Sie das Root-Passwort eingeben. Nach einem Reboot sollte der Rechner die neue Hardware automatisch erkennen.

Alternativen

Spätestens wenn die 60 Tage Support um sind, müssen Sie sich nach einer neuen Distribution umsehen oder ein Jahr Maintenance für SLED 10 kaufen. EasyLinux empfiehlt, lieber die Distribution zu wechseln. Unter OpenSuse 10.2 und Ubuntu 6.10 (Edgy Eft) funktionieren zum Beispiel das WLAN-Modul und der Kartenleser ohne Nachinstallation (Abbildung 2). Auch der Netzwerkmanager tut bei beiden seinen Dienst. Lediglich für die Webkamera und das interne Modem gibt es zurzeit keine Linux-Treiber.

Auch eine Installation von Mandriva 2007 verlief im Test problemlos. Hier fehlen allerdings die Treiber für das WLAN-Modul und für den Kartenleser, so dass eine manuelle Nachkonfiguration nötig ist. Ubuntu 6.06 (Dapper Drake) ließ sich auf dem Notebook nicht zufriedenstellend einrichten.

Abbildung 2: Mit aktuellen Distributionen funktioniert sogar der interne Speicherkartenleser ohne manuelle Nachkonfiguration.

Technische Daten

Name MSI Megabook 662
Hersteller Micro Star International
Prozessor Intel Celeron M, 1,6 GHz
Speicher 512 MByte
Festplatte Fujitsu, SATA, 80 GByte
Grafik Intel 950G, 8 MByte vom Hauptspeicher
Display 15,4-Zoll (1280x800), stark spiegelnd
Akkulaufzeit (ca) 2 Stunden
Gewicht 2,6 kg
Preis (ca) 600 Euro

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