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Notebook mit vorinstalliertem Suse Linux von MSI

Im Rampenlicht

Auf den meisten aktuellen Rechner läuft Linux problemlos. Dennoch sollte man vor dem Notebook-Kauf sorgfältig prüfen, ob das Gerät auch mit Linux zusammenarbeitet. Das gilt leider auch bei Geräten, die mit vorinstalliertem Linux beworben werden, wie dieser Artikel zeigt.

Schlagzeilen zu Notebooks mit vorinstalliertem Linux findet man immer wieder. Sucht man jedoch nach solchen Geräten, sind sie oft nicht mehr oder nur für Geschäftskunden erhältlich. Das von EasyLinux getestete MSI Megabook 662 wird offiziell mit Suse Linux 10.0 angeboten. Hierbei handelt es sich nicht um die normale Distribution, sondern den Suse Linux Enterprise Desktop 10 (SLED 10).

Dieses kleine Detail ist aus zwei Gründen relevant. Während Novell für Suse Linux Updates für rund 2 Jahre kostenlos bereitstellt, ist in dem Paket von MSI mit SLED 10 nur ein Update-Zeitraum von 60 Tagen enthalten. Nach 60 Tagen haben Sie also keinen Zugriff auf Aktualisierungen mehr oder müssen dafür bezahlen. Der zweite Unterschied betrifft den Desktop: Suse Linux bietet hier in Version 10.0 noch KDE als Standardoberfläche an, auf dem MSI-Notebook ist jedoch nur die Gnome-Oberfläche vorinstalliert.

Der erste Schreck

Bei erfahrenen Linux-Benutzern dürfte nach dem ersten Start des Enterprise Desktops auf dem MSI-Notebook zunächst die Enttäuschung überwiegen. Einen Linux-Desktop in diesem Zustand zu verkaufen ist schlicht eine Frechheit: Die grafische Oberfläche ist auf 800 x 600 Bildpunkte eingestellt, obwohl das 15,4"-Display eine Auflösung von 1280 x 800 Punkte kann. Die Soundkarte ist nicht konfiguriert, gibt deshalb auch keinen Ton von sich. Auch die Netzwerkkarte will bei uns nicht: obwohl mit DHCP eingerichtet, findet der Netzwerkmanager keine Verbindung. Zusätzliche Treiber sind weder für das interne WLAN-Modul noch für das Modem vorhanden und sämtliche Versuche, wenigstens die Bildschirmeinstellungen zu ändern, resultieren in einem Absturz des Rechners.

Für Linux-Einsteiger dürften diese Hindernisse weniger schwerwiegend sein: Sie löschen dieses nicht-funktionale Linux-System und "lösen" das Problem mit der Installation von Windows. Denn dafür liegt immerhin eine Treiber-CD bei.

Die frustrierten Linux-Benutzer finden hingegen lediglich eine englische Quick Start Tour und eine README.odt-Datei auf dem Desktop, die zwar erklärt, wo man welche Treiber für das Notebook findet, jedoch verschweigt, welche von diesen Treibern tatsächlich benötigt werden. Welche Hardware sich konkret im Gerät befindet, gibt die Dokumentation nicht preis. Zu guter Letzt stimmt auch der nette Hinweis auf das Passwort des angelegten Benutzers nicht, so dass dieser – lässt er den Rechner fünf Minuten unbeaufsichtigt – durch den automatischen Bildschirmschoner erstmal ausgesperrt ist. Bevor Sie nun kurzfristig das Passwort ändern, sollten Sie zunächst das eingestellte Keyboard-Layout von Englisch auf Deutsch umstellen.

Das erste Update

Ist der erste Schock einmal überwunden, hilft ein Update – wenn man weiß wie – dem System über die schlimmsten Hürden hinweg. Nach 250 MByte Downloads lässt sich die grafische Oberfläche dank des neuen X-Servers und sämtlicher Fehlerkorrekturen reibungslos in Betrieb nehmen, und selbst der 3D-Desktop XGL verführt nach wenigen Mausklicks mit seinen schwabbelnden Fenstern. Findet man endlich YaST2 unter Computer / Kontrollzentrum / Administratoreinstellungen öffnen, lassen sich auch der Soundkarte Töne entlocken. Dank Helix Banshee kann man sich nun immerhin die MP3-Sammlung anhören. Für 600 Euro erwartet man allerdings mehr als einen MP3-Player mit 3D-Desktop und Hochglanz-TFT.

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