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Gnome-Tipps

Tipps und Tricks zu Gnome

11.01.2007
Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. Seit kurzem stellt EasyLinux in den Gnome-Tipps regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor.

Tipp: Dateien und Ordner in Nautilus hervorheben

Sie sehen nicht nur hübsch aus, sondern ziehen auch die Aufmerksamkeit des Benutzers auf sich: die kleinen Minibilder, die so genannten Embleme, die Sie in Gnomes Dateimanager Dateien und Verzeichnissen zuordnen können. Schmücken Sie wichtige Dateien oder oft besuchte Ordner einfach mit einem kleinen Icon, damit diese besser ins Auge fallen. Am schnellsten geht das über das Kontextmenü:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei oder ein Verzeichnis und wählen Sie aus dem aufklappenden Menü den Punkt Eigenschaften.
  2. Im folgenden Dialogfenster wechseln Sie zum Reiter Embleme. Um ein Emblem zuzuweisen, markieren Sie die Checkbox vor dem Icon und beenden die Einrichtung mit einem Klick auf Schließen.

  3. Anschließend zeigt Nautilus sowohl in der Symbol- als auch in der Listenansicht die Minibilder an – Verzeichnisse tragen den Schmuck unten links, Dateien oben rechts (Abbildung 1).

    Abbildung 1: Augenschmaus und Navigationshilfe in einem – Nautilus erlaubt es, Embleme an Dateien und Verzeichnisse anzuheften.

Tipp: Icongröße auf dem Desktop anpassen

Wer viele Icons auf dem Desktop ablegt, verliert vielleicht trotz der auffälligen Embleme die Übersicht. Unter Gnome ist es möglich, die Größe der Icons zu verändern und Dinge auf diese Weise noch mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken:

  1. Klicken Sie das entsprechende Datei- oder Verzeichnis-Icon mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Symbol strecken.
  2. Um das Symbol herum erscheinen nun vier kleine Anfasser. Mit gedrückter linker Maustaste ziehen Sie das Icon auf die gewünschte Größe.

  3. Die Originalgröße stellen Sie ebenfalls über das Kontextmenü wieder her: Dazu wählen Sie den Menüeintrag Symbolgröße zurücksetzen.

Tipp: Programmverknüpfungen in Nautilus ändern

Standardmäßig öffnet Nautilus Dateien bestimmter Typen immer mit der gleichen Anwendung. So startet beim Doppelklick auf eine Bilddatei der Bildbetrachter "Eye of Gnome", ein Doppelklick auf PDF-Dokumente öffnet den PostScript- und PDF-Viewer Evince, MP3-Dateien spielt Rhythmbox ab, usw.

Wem diese Verknüpfungen nicht zusagen, der kann Nautilus veranlassen, beim Doppelklick eine alternative Anwendung zu starten. Einmalig gelingt das über die rechte Maustaste: Klicken Sie die Datei an und wählen Sie Öffnen mit, um eine Auswahl der Alternativen einzublenden.

Um ein Programm einem Dateityp fest zuzuweisen, klicken Sie die Datei ebenfalls mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü Eigenschaften. Wechseln Sie zum Reiter Öffnen mit und markieren Sie die Checkbox vor der gewünschten Anwendung (Abbildung 2). Taucht ein Programm nicht in der Auswahl auf, klicken Sie auf Hinzufügen. Im erscheinenden Dialog navigieren Sie zum gesuchten Programm oder geben einen Befehl von Hand ein (Einen benutzerdefinierten Befehl verwenden). Beachten Sie, dass die geänderte Verknüpfung nicht nur für die ausgewählte Datei, sondern für alle anderen Dateien dieses Typs gilt.

Abbildung 2: Verknüpfungen mit Standardanwendungen ändern Sie in Nautilus über "Eigenschaften / Öffnen mit".

Tipp: Löschen ohne Umweg in Nautilus

Dateien und Verzeichnisse löschen Sie bequem mit Gnomes Dateimanager Nautilus. Markieren Sie eines oder mehrere Objekte mit der Maus und drücken Sie [Entf] oder wählen Sie aus dem Kontextmenü der rechten Maustaste In den Müll verschieben, um die Dateien und Ordner in den Papierkorb zu verfrachten. Das hat den Vorteil, dass Sie Dinge, die Sie aus Versehen entfernt haben, schnell wiederherstellen können. Der Nachteil: Im Papierkorb benötigen die Daten weiterhin Speicherplatz auf der Festplatte.

Um Objekte endgültig zu löschen, markieren Sie diese und drücken die Tastenkombination [Umschalt]+[Entf]. Eine Dialogbox weist Sie darauf hin, dass Sie im Begriff sind, die Daten dauerhaft zu löschen. Einen entsprechenden Befehl zum Löschen suchen Sie im Kontextmenü oder im Menü Bearbeiten allerdings vergeblich, denn diese Funktion ist standardmäßig deaktiviert. Wer ein solches Kommando zu Nautilus hinzufügen möchte, wählt aus dem Panel-Menü den Eintrag System / Einstellungen / Verwaltung von Dateien und aktiviert auf dem Reiter Verhalten die Checkbox Einen Löschbefehl bereitstellen, der den Müll umgeht. Sowohl unter Bearbeiten als auch im Kontextmenü der rechten Maustaste taucht ab sofort der Menüeintrag Löschen auf.

Tipp: Integrierten Brenner von Nautilus verwenden

Um unter Gnome schnell eine Daten-CD oder -DVD zu brennen, müssen Sie nicht eine ganze Brennsuite wie Xcdroast oder K3b bemühen, denn der Dateimanager Nautilus bringt praktischerweise eine integrierte Funktion zum Brennen mit.

Liegt bereits ein fertiges ISO-Abbild auf der Platte, brennen Sie dieses, indem Sie z. B. in Nautilus mit der rechten Maustaste auf die Datei klicken und aus dem Kontextmenü den Eintrag Auf CD/DVD schreiben wählen.

Alternativ sammeln Sie Ihre Daten zunächst: Dazu öffnen Sie aus dem Nautilus-Menü Orte den Eintrag CD-/DVD-Ersteller und ziehen Ihre Daten bequem per Drag & Drop in das Fenster. Leider zeigt es nicht den aktuellen Füllstand an, so dass Sie die Datenmenge selbst im Auge behalten müssen. Am schnellsten geht das, indem Sie alle Objekte im Fenster markieren und dann aus dem Kontextmenü der rechten Maustaste den Punkt Eigenschaften auswählen: Nautilus präsentiert im aufgehenden Dialogfenster unter Inhalt auf dem ersten Reiter die Anzahl und Gesamtgröße der Dateien.

Alles fertig gesammelt? Dann stoßen Sie den Brennvorgang über einen Klick auf den Button Auf CD/DVD schreiben an. Im nächsten Dialog wählen Sie das Laufwerk, einen Bezeichner für den Datenträger und die Schreibgeschwindigkeit. Wer lediglich ein ISO-Image erstellen möchte, findet im Drop-down-Menü CD/DVD schreiben auf den Eintrag Datei-Image.

Praktisch: Auch wenn Sie das CD-/DVD-Ersteller-Fenster aus Versehen schließen, "merkt" sich Nautilus, welche Daten Sie für die CD oder DVD gesammelt haben, und Sie können die Arbeit später fortsetzen.

Tipp: Ein Hilfezentrum für alle Fälle

Was das KHelpCenter den KDE-Anhängern, ist Yelp für Gnome-Fans: Der Hilfe-Browser bietet schnellen Zugriff auf die Dokumentation, etwa auf Programmhandbücher, Info-Seiten und Manpages. Sie starten den "Alleswisser" entweder per Klick auf den Rettungsring im oberen Panel, aus dem Menü System / Hilfe oder über ein Schnellstartfenster, in das Sie yelp oder gnome-help eingeben.

Wie in einem Webbrowser navigieren Sie in Yelp durch die deutsch- und englischsprachigen Hilfeseiten. Dabei wählen Sie die Themen entweder über den linken Navigationsbereich oder durch Anklicken der Links im jeweiligen Hilfetext aus. Darüber hinaus gibt es in der Werkzeugleiste wie bei einem Browser die beiden Knöpfe Vor und Zurück; der Button Hilfe-Themen bringt Sie zur Startseite.

Tipp: Manpages und Info-Seiten mit Yelp lesen

Info-Seiten betrachten Linux-Profis meist mit dem gleichnamigen Programm info auf der Kommandozeile, und Manpages zeigt das Tool man auf der Shell an. Komfortabler ist das Lesen dieser Handbücher im Hilfe-Browser Yelp (Abbildung 3). Sie finden Links zu den Info-Seiten und Manpages nach Themen sortiert, wenn Sie von der Startseite aus im linken Bereich die Menüs Handbücher (Manpages) und GNU Info-Seiten aufklappen.

Alternativ starten Sie Yelp aus einem Terminalfenster oder dem Gnome-Schnellstarter ([Alt]+[F2]) und geben beim Programmaufruf die gesuchte Manpage oder Info-Seite an. Um beispielsweise die Info-Seite zum Komprimierungstool gzip in Yelp anzuzeigen, tippen Sie:

yelp info:gzip

Wenn Sie hingegen die Manpage zu ls mit Yelp anschauen wollen, lautet der Befehl:

yelp man:ls
Abbildung 3: Über die Kommandozeile starten Sie den Hilfe-Browser Yelp direkt mit der richtigen Info-Seite oder Manpage.

Tipp: Programme automatisch starten

Der Gnome-Desktop bietet eine Funktion, bestimmte Anwendungen automatisch zu starten, wenn Sie sich an der grafischen Oberfläche anmelden. Um eine Anwendung zur Autostartliste hinzuzufügen, gehen Sie so vor:

  1. Starten Sie die Sitzungsverwaltung über System / Einstellungen / Erweitert / Sitzungen.
  2. Wechseln Sie dort zum Reiter Startprogramme. Über den Button Hinzufügen nehmen Sie Anwendungen in die Autostartliste auf. Ins aufgehende Dialogfenster tippen Sie den gewünschten Befehl ein; alternativ öffnet ein Klick auf Auswählen einen Dialog, in dem Sie mit der Maus bis zur gesuchten Anwendung navigieren (Abbildung 4).
  3. Klicks auf Öffnen, OK und Schließen beenden die Einrichtung.

    Abbildung 4: Wer eine bestimmte Anwendung beim Start von Gnome auf den Plan rufen möchte, richtet das in der Sitzungsverwaltung ein.

Jedes Mal, wenn Sie Gnome starten, nehmen die so definierten Anwendungen nun ihren Dienst auf. Achtung: Sollte ein Programm der Autostartliste den Start der grafischen Oberfläche verhindern, bleibt nur der Ausweg über die Shell, um eine Anwendung aus der Liste zu streichen:

  1. Wechseln Sie mit der Tastenkombination [Strg]+[Alt]+[F1] auf die erste virtuelle Konsole. Am Prompt geben Sie den eigenen Benutzernamen ein und authentifizieren sich in der nächsten Zeile mit Ihrem Passwort.
  2. Wechseln Sie mit dem Befehl

    cd .config/autostart

    ins Verzeichnis, in dem Gnome die Liste der Autostartanwendungen verwaltet. Mit

    ls

    listen Sie den Verzeichnisinhalt auf. Für jedes Programm finden Sie hier einen Eintrag, der mit .desktop endet, also z. B. gaim.desktop, wenn Sie den Instant Messenger Gaim zur Autostart-Liste hinzugefügt haben.

  3. Um eine Anwendung aus der Liste zu streichen, verwenden Sie das Kommando rm (wie englisch "remove" = "entfernen") gefolgt vom Namen der Autostartdatei, etwa:

    rm gaim.desktop

Tipp: Die Panels anpassen

Der Gnome-Desktop hat in der Standardeinstellung am oberen und unteren Bildschirmrand jeweils ein Panel. Auf der oberen Kontrollleiste finden Sie normalerweise die Menüs Anwendungen, Orte und System sowie je nach Distribution unterschiedliche Schnellstarter für ausgewählte Programme, die Uhrzeit und den Lautstärkeregler. Im unteren Panel sehen Sie die Liste der geöffneten Anwendungen, den Umschalter für virtuelle Desktops und einen Button, über den Sie alle Fenster minimieren und den Desktop anzeigen.

Für beide Panels können Sie nicht nur das Verhalten, sondern auch das Look & Feel anpassen:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Panel, das Sie einrichten möchten, und wählen Sie Eigenschaften aus dem Kontextmenü.
  2. Auf dem Reiter Allgemein stellen Sie unter Ausrichtung ein, wo sich das Panel auf dem Desktop befindet. Hier konfigurieren Sie außerdem Größe und Breite der Leiste, legen fest, ob sie automatisch verschwindet und ob rechts und links ein Button erscheint, mit dem Sie das Panel manuell ausblenden können.

  3. Über den Reiter Hintergrund passen Sie das Aussehen der Leisten an. Hier entscheiden Sie sich wahlweise für den Standardlook des verwendeten Themes, verpassen dem Panel eine Farbe oder sogar ein Hintergrundbild. Wer transparente Kontrollleisten bevorzugt, aktiviert die Checkbox Einfärben und schiebt den Regler neben Stil ganz nach links (Abbildung 5).

    Abbildung 5: Ziehen Sie den Schieberegler ganz nach links, um ein transparentes Panel zu erhalten.

Tipp: Datum und Uhrzeit kopieren und einfügen

Über die kleine Uhr im oberen Panel fügen Sie in Windeseile das aktuelle Datum oder die Uhrzeit in die Zwischenablage ein. Die so kopierten Daten verwenden Sie anschließend in Textverarbeitungen, im einfachen Texteditor oder in anderen Anwendungen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die Uhr und wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag Uhrzeit kopieren bzw. Datum kopieren. In anderen Anwendungen fügen Sie den Inhalt der Zwischenablage entweder über Druck auf die mittlere Maustaste (bei Radmäusen das Rad) oder mit [Strg]+[V] ein.

Tipp: gThumb: Bilder mit Kommentaren

Das Programm gThumb ist mehr als ein einfacher Bildbetrachter – es bietet auch Funktionen zur Präsentation und Bearbeitung von Grafiken, arbeitet mit Digitalkameras zusammen, erzeugt Galerien und vieles mehr. Praktisch ist darüber hinaus die Möglichkeit, Bilder mit Kommentaren auszustatten. Die integrierte Suchfunktion spürt Grafiken danach anhand dieser Zusatzinformationen auf.

Um Bilder mit Kommentaren zu versehen, wählen Sie eines oder mehrere mit der Maus aus und rufen im Menü Bearbeiten / Kommentar auf; alternativ drücken Sie [C]. Anschließend füllen Sie die Felder aus: einen frei wählbaren Text, um das Bild zu beschreiben (Kommentar), eine Ortsangabe und ein Datum. Klicken Sie abschließend auf Speichern. Die Zusatzinformationen erscheinen danach in der Ordneransicht in kursiver Schrift unter den Bildern (Abbildung 6).

Im Dateisystem legt gThumb die Kommentare zu den Grafiken im versteckten Verzeichnis .comments im Ordner mit den Bildern ab. Kommentare werden Sie wieder los, indem Sie eine oder mehrere Grafiken auswählen und im Menü Bearbeiten / Kommentar entfernen wählen.

Abbildung 6: In gThumb versehen Sie Ihre Schnappschüsse mit Kommentaren.

Tipp: gThumb: Bilder in Kategorien einordnen

Weiterhin ist es möglich, in gThumb Bildern eine oder mehrere Kategorien zuzuordnen. Wählen Sie wieder die gewünschten Grafiken aus und rufen Sie Bearbeiten / Kategorien auf oder drücken Sie [K]. Entscheiden Sie sich nun per Klick in die Kästchen für die passenden Kategorien. Trifft keine der angezeigten Einordnungen Ihren Geschmack, fügen Sie über Neu eigene Kategorien hinzu. Schließen Sie den Vorgang über Speichern und Schließen ab. Die Angaben landen genau wie die Kommentare in den jeweiligen Dateien im Verzeichnis .comments. Um die Einordnung aufzuheben, starten Sie denselben Dialog und deaktivieren die Checkbox(en) vor den Kategorien.

Tipp: Suchfunktion in gThumb nutzen

Der Bildbetrachter gThumb bringt eine eingebaute Suchfunktion zum Aufspüren Ihrer Bilder mit. Sie starten die Spürnase über Bearbeiten / Suchen oder [Strg]+[F]. Im sich öffnenden Dialog stellen Sie über das Drop-down-Menü Beginnen in ein, in welchem Ordner die Suche beginnt und ob gThumb auch Unterverzeichnisse durchstöbern soll. Als Kriterien stehen Dateinamen, Kommentare, Orte, Daten und Kategorien zur Verfügung.

Beim Ausfüllen der Felder ist zu beachten, dass gThumb nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterscheidet, so dass es keinen Unterschied ergibt, ob Sie nach "Ich.jpg", "ich.jpg" oder "ICH.JPG" suchen. Wenn Sie mehrere Suchkriterien definieren, erscheinen nur Treffer, auf die alle Angaben zutreffen. Weiterhin können Sie in den Kriterien Dateiname, Kommentar, Ort und Kategorien mit Platzhaltern arbeiten:

  • *.jpg in Dateiname: Findet alle Dateien, die auf ".JPG" oder ".jpg" enden.
  • *nautilus* in Dateiname: Findet alle Dateien, welche die Zeichenkette "nautilus" enthalten.
  • "Urlaub in Irland; Urlaub in Schottland" in Kommentar: Findet alle Bilder, die entweder "Urlaub in Irland" oder "Urlaub in Schottland" als Kommentar haben.
  • Edinburgh; Galway; Dingle" in Ort: Findet alle Bilder, die "Edinburgh", "Galway" oder "Dingle" in der Ortsbezeichnung des Kommentars tragen.

Ein Klick auf Suchen startet die Spürnase; die Treffer zeigen Sie über einen Klick auf Ansicht an.

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