Der Videorekorder hat ausgedient: Ein Computer mit TV-Karte erledigt seine Aufgaben mindestens ebenso gut und nimmt weniger Platz weg: Weil ein Rechner schon vorhanden ist, ist es günstiger, ihn mit einer TV-Karte auszustatten, als einen vollwertigen Videorekorder zu kaufen.
Trotz der beständig steigenden Plattenkapazitäten kommen Sie, wenn Sie viele Sendungen aufnehmen, bald an den Punkt, an dem die Platte voll ist. Dann löschen Sie entweder alte Videos oder gehen einen anderen Weg, wenn Sie auf Ihre alten Aufnahmen nicht verzichten wollen: Mit den passenden Tools und Hilfsmitteln archivieren Sie Aufnahmen auf DVD – und das nicht im DVB-Format, sondern als klassische Video-DVD, so dass Sie den archivierten Film auf jedem DVD-Player abspielen können.
Format-Dschungel
Das größte Problem bei der DVD-Erstellung ist die Vielfalt der Videoformate – die diversen TV-Anwendungen unter Linux nutzen kein einheitliches Format zum Speichern der Vieodaten. Aktuelle (Hardware-) DVD-Player spielen zwar die meisten Formate ab – darauf kann man sich aber nicht verlassen, denn der DVD-Standard sieht MPEG2 vor, und im Zweifelsfall bleibt das Bild schwarz, wenn der Player ein Videoformat nicht erkennt. Darum genügt es nicht, die Dateien auf DVD zu archivieren, welche die TV-Applikation gespeichert hat.
Alle Schritte des DVD-Masterings von Hand vorzunehmen, wäre ein sehr aufwändiges Unterfangen. Zum Glück geht es leichter: Das kleine Tool DVDAuthor [1] nimmt Ihnen einen großen Teil der Arbeit ab. Weil es ein Konsolenprogramm ist, das unerfahrene Anwender kaum in den Griff bekommen, stellen wir in diesem Artikel das grafische Frontend DVDStyler [2] vor. Dieses Programm löst nebenbei noch selbständig einige der Probleme, die beim Konvertieren der Videoformate entstehen.
Bestandsaufnahme
Vor den ersten Schritten mit DVDStyler präparieren Sie zunächst das Videomaterial so, dass DVDStyler es verwenden kann. Digitale und analoge Aufnahmen unterscheiden sich in ihrer Beschaffenheit. Ob eine Aufnahme, die Sie auf DVD brennen wollen, also von VDR, Kaffeine oder MythTV stammt, entscheidet darüber, wie Sie mit der Datei verfahren.
Wenn Sie digitales terrestrisches, digitales Antennen- oder Satellitenfernsehen verwenden, empfangen Sie schon ein MPEG2-Signal. Dieses ist zwar in einen so genannten Transport-Stream verpackt, hat aber schon fast das richtige Formate für eine DVD – beim analogen Antennenfernsehen ist das anders. Der Tuner in der TV-Karte erzeugt aus den empfangenen analogen Daten erst in der Karte digitale Bilder, die der Rechner anschließend anzeigt. Um das Material parallel auf der Platte zu speichern, wandelt das Abspielprogramm es intern in ein Videoformat um.



