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Drei drahtlose Ohrhörer im Test

Funken wie die Großen

Wer während der Arbeit oft Musik hört, kennt das Problem mit dem störenden Kabel. Für Abhilfe sorgen drahtlose Kopfhörer. Dieser Artikel stellt drei spezielle Modelle für den PC vor und erklärt dabei, wie USB-Soundkarten funktionieren.

Bestimmt ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie in Anzeigen Geräte ohne Kabel abgebildet werden, damit Sie schicker und praktischer aussehen. Das Paradebeispiel stellen kabellose Lautsprecher dar, die den Strom nicht über Batterien sondern ein externes Netzteil beziehen, sodass letztendlich anstelle des Lautsprecherkabels das Stromkabel doch im Weg ist. Die von EasyLinux getesteten drahtlosen Kopfhörer (siehe Tabelle "Dreimal drahtlos") kommen wirklich ohne Kabel aus. Das Logitech-Modell bringt zwar einen Netzadapter mit, um den Akku des Ohrhörers aufzuladen, während des Abspielens wird dieser jedoch nicht benötigt. Die Batteriebetriebenen Ohrhörer von Conceptronic und Vivanco benötigen überhaupt keine Kabel.

In der Packung der Funkkopfhörer befinden sich in der Regel der Sender (Dongle), den Sie über den USB-Anschluss mit Ihrem Rechner verbinden, sowie die Ohrhörer. Das Logitech-Modell bringt zusätzlich ein USB-Dock mit Verlängerungskabel mit. Es erleichtert das Ein-und Ausstecken des Dongles, falls der USB-Anschluss sich hinter dem Rechner befindet. Einen positiven Einfluss des Docks auf die Sendeleistung der Kopfhörer – wie ihn die Dokumentation beschreibt – konnten wir nicht nachweisen.

 
  Wireless Computer Headphone Wireless Headphones for PC Wireless USB Digital 2.4 GHz
Hersteller Conceptronic Logitech Vivanco
Umfang USB-Dongle, Kopfhörer, zwei AA-Batterien USB/Bluetooth-Dongle, Kopfhörer, USB-Dock mit Verlängerungskabel (1,8 m) USB-Dongle, Kopfhörer, zwei AA-Batterien
Technologie Funk Funk / Bluetooth Funk
max. Reichweite: gemessen (offiziell) 30 m (20 m) 20 m (50 m) 30 m (30 m)
Gewicht 175 g 95 g 175 g
Stromversorgung 2 x AA Batterien Ladegerät, Akku 2 x AA Batterien
Preis (ca.) 55 Euro 80 Euro 55 Euro

Einstecken, abspielen

Aktuelle Linux-Distributionen unterstützen die drei Testgeräte problemlos. Den USB-Dongle erkennen Sie als externe USB-Soundkarte. Unter Suse und Mandriva Linux fragt Sie der distributionseigene Hardware-Assistent, ob Sie das gefundene Gerät einrichten möchten. Diese Frage können Sie jeweils verneinen. Die neue Hardware funktioniert ohne spezielle Einrichtung. Ubuntu zeigt bei neuer Hardware keine Benachrichtigungen an. In allen drei Fällen überprüfen Sie folgendermaßen, ob das System die Soundkarte erkannt hat:

  1. Öffnen Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl konsole ein Terminalfenster.
  2. Geben Sie den Befehl aplay -l ein und drücken Sie die Eingabetaste. Sie sehen jetzt eine Liste, die mit List of PLAYBACK Hardware Devices beginnt. Hier sollten Sie mindestens zwei Einträge sehen, einen für Karte 0 und einen für Karte 1. Auf einigen Rechnern zeigt die Ausgabe mehrere Einträge pro Soundkarte an, achten Sie deshalb auf den Namen der Karte. Befinden sich in Ihrem Rechner bereits mehrere Soundkarten, zeigt die Ausgabe Karte 0, Karte 1 und Karte 2 an und so weiter. Normalerweise steht hinter der Kartenbezeichnung auch der Name des Gerätes, zum Beispiel Logitech Music Anywhere oder einfach USB-Audio (Vivanco und Conceptronic). Abbildung 1 zeigt sämtliche Testgeräte in der Ausgabe von aplay -l im KDE-Terminalfenster.

    Abbildung 1: In der Konsole erkennen Sie, ob KDE die USB-Soundkarte erkannt hat. Karte 1 bis 3 sind unsere Testgeräte.

In der Regel möchten Sie die neue Soundkarte nicht als Hauptkarte benutzen, sondern nur mit bestimmten Anwendungen. Der Artikel beschreibt deshalb im Folgenden, wie Sie die Funkkopfhörer für Amarok, Kaffeine und Xmms einrichten. Möchten Sie die neue Soundkarte als Haupt-Soundquelle benutzen, müssen Sie diese über das Konfigurationswerkzeug Ihrer Distribution einrichten.

Drei Player

Die meisten Multimedia-Anwendungen unter Linux können mit meheren Soundkarten umgehen. Benutzen Sie den Winamp-Klon XMMS, führen Sie folgende Schritte durch, um den USB-Dongle als Abspielgerät zu benutzen:

  1. Starten Sie XMMS über [Alt]+[F2] und den Befehl xmms.
  2. Drücken Sie [Strg]+[P], um den Einstellungsdialog zu öffnen.
  3. Wählen Sie unter Ausgabe-Plugin den Eintrag ALSA Ausgabe-Plugin [libALSA.so] aus und klicken Sie auf Konfigurieren.
  4. Klicken Sie auf die Liste Audio-Gerät und wählen Sie den Eintrag USB-Audio (Conceptronic und Vivanco) beziehungsweise Logitech Music Anywhere USB (Logitech) aus.

Nach Klicks auf OK und Übernehmen startet xXMMS die Wiedergabe über den Funkkopfhörer.

Auch unter der KDE-Jukebok Amarok lässt sich das Ausgabegerät festlegen:

  1. Öffnen Sie Einstellungen / Amarok einrichten / Audio-Ausgabe.
  2. Wählen Sie unter Ausgabemodul den Eintrag Alsa aus und klicken anschließend auf Anwenden.
  3. Tragen Sie in den Feldern Mono, Stereo, 4 Kanäle und 6 Kanäle ein, welches Gerät Amarok für die Audioausgabe benutzen soll. Bei default benutzt der Player die zuerst erkannte Soundkarte. Um Musik über die USB-Soundkarte auf den Funkkopfhörer zu senden, geben Sie in den Feldern Mono und Stereo jeweils das Gerät hw:1,0 an (Abbildung 2).

    Abbildung 2: Um Musik über den USB-Dongle abzuspielen, müssen Sie in Amarok als Alsa-Gerät "hw:1,0" einrichten.

Nach einem Klick auf OK spielt Amarok die Musik über den Funkkopfhörer, die übrigen KDE-Programme benutzen weiterhin die bereits eingerichtete Soundkarte. Analog zu Amarok ändern Sie auch die Soundausgabe des KDE-Mediaplayers Kaffeine:

  1. Starten Sie Kaffeine und wählen Sie Einstellungen / Xine-Parameter / Audio.
  2. Wechseln Sie auf den Reiter Experten Optionen und scrollen Sie bis zum Eintrag device.alsa_front_device Gerät für die Stereoausgabe. Tragen Sie hier anstelle von default das Gerät hw:1,0 ein.

Nach einem Klick auf OK sind die Funkkopfhörer als Ausgabegerät eingerichtet und Kaffeine ist bereit für das Playback.

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