Den Künstler wecken
Anwender-Tipps und kleine Kniffe zu Gimp
Tipp: Eine haarige Angelegenheit
Haare freizustellen, ist eine Kunst für sich: Um eine Person und deren Haarpracht optimal vom Bildhintergrund zu lösen, sind viel Geduld und Spaß an der Sache nötig. In diesem Tipp verraten wir Ihnen, wie Sie auch ohne aufwendiges Hantieren mit verschiedenen Auswahl- oder Pfadwerkzeugen ein annehmbares Ergebnis beim Freistellen von Haaren erhalten.
Gleich vorweg müssen wir jedoch erwähnen, dass Sie mit dieser Methode nur richtig gute Resultate erhalten, wenn das Originalfoto ideale Kontraste aufweist. Am besten eignet sich dabei ein möglichst einfarbiger Hintergrund, vor dem sich die Person gut abhebt.
- Zuerst duplizieren Sie das Originalbild über Ebene / Ebene duplizieren oder mit einem Klick auf das Symbol Ebene duplizieren im Ebenendialog.
- Rufen Sie den Menüpunkt Ebenen / Farben / Invertieren auf. Danach rufen Sie im selben Menü den Dialog Sättigung entfernen auf.
- Nun ist es wichtig, über den Dialog Farbwerte anpassen die Kontraste im Bild eindeutig darzustellen. Nur so hebt sich die Person optimal vom Hintergrund ab. Passen Sie die Regler bei Quellwerte durch Verschieben so an, dass das Ergebnis wie in Abbildung 3 erscheint. Eventuelle dunkle Stellen innerhalb des weißen Bereichs übermalen Sie einfach mit weißer Farbe.
- Wählen Sie mit dem Zauberstab ([U]) den Körperbereich aus. Da durch die Bearbeitung mit Farbwerte anpassen die Körperstruktur oftmals an Umfang zunimmt, verkleinern Sie die Auswahl um ein bis zwei Pixel (Auswahl / Verkleinern). Im Anschluss entfernen Sie die Auswahl über Bearbeiten / Ausschneiden oder mit [Strg]+[X]. Durch den ausgeschnittenen Bereich sehen Sie nun die Person auf dem Originalbild vor dem schwarzen Hintergrund durchscheinen.
- Als Nächstes wählen Sie mit dem Zauberstabwerkzeug den schwarzen Hintergrund aus und füllen diesen mit einem Muster oder einer Farbe Ihrer Wahl.
- Damit der Übergang an der Kante etwas weicher ausfällt, wenden Sie auf die komplette Ebene den Weichzeichnerfilter an (Filter / Weichzeichnen / Weichzeichnen).
Zum Abschluss stellen Sie den Ebenenmodus der Ebene mit dem neuen Hintergrund auf Multiplikation. Das hat den Vorteil, dass die feinen Haarsträhnen, die durch die Bearbeitung nicht berücksichtigt wurden, leicht durchscheinen und somit eine bessere Optik liefern (Abbildung 4). Abhängig davon, welchen Hintergrund Sie auswählen, können Sie dadurch mögliche Farbdifferenzen an den Rändern abschwächen. Sollte das noch nicht das gewünschte Resultat liefern, fahren Sie einfach mit dem Weichzeichnenwerkzeug ([I]) nochmals die Kanten ab.
Tipp: Haare ergänzen
Als Fortsetzung des vorhergehenden Tipps ergänzen Sie noch fehlende Haare: Dabei verwenden Sie für runde Haarspitzen das Pinselwerkzeug mit der 1-Pixel-Spitze.
Benötigen Sie für dünnere Haare ein passendes Werkzeug, erstellen Sie einen eigenen Pinsel: Erzeugen Sie zunächst ein neues Bild in der Größe 50 x 50 Pixel. Mit dem 1-Pixel-Stift tragen Sie ein paar Punkte in Kreisform innerhalb des Bildes auf. Verkleinern Sie anschließend das Bild über Bild / Skalieren auf eine Größe von circa 30 x 30 Pixel und sichern Sie das Ergebnis im Format .gbr (GIMP Pinsel). Den eben erstellten Haarpinsel schieben Sie in das Gimp-Verzeichnis, in dem sich die übrigen Pinsel befinden (z. B. /opt/gnome/share/gimp/2.0/brushes/). Rufen Sie anschließend den Pinseldialog auf (Datei / Dialoge / Pinsel) und aktualisieren Sie die Liste über den Button Pinsel neu laden.
Nun wählen Sie Ihren selbst erstellten Haarpinsel aus und ergänzen damit in der passenden Farbe fehlende Haare oder bessern Stellen am Kopf nach. Die hier beschriebene Variante ist besonders für das Zeichnen längerer Haarsträhnen geeignet. Falls Sie nur kurze Haarspitzen benötigen, hilft es, eine Pinselspitze mit einem einzelnen, kurzen Haar zu erstellen.
Wenn Sie zusätzlich mit mehreren Ebenen arbeiten und leicht unterschiedliche Farben verwenden, erreichen Sie durch die Farbabweichungen eine recht realistische Frisur.



