Home / EasyLinux / 2007 / 01 / Bling-Bling!

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Bling-Bling!

Von Würfeln und Karussells

11.01.2007 Mit 3ddesktop wächst Ihr Desktop in die dritte Dimension, wenn Sie zwischen virtuellen Arbeitsflächen hin und her wechseln.

In den vergangenen Jahren versuchten Open-Source-Entwickler, neue Nutzer von Linux zu überzeugen, indem sie den Umgang mit der Software vereinfachten. Nachdem es mittlerweile GUIs für die meisten Kommandozeilen-Tools gibt, richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine neue Attraktion: das Bling. Denn während gestandenen Linux-Hackern die funktionale Vielfalt der Kommandozeile genügt, wünschen sich normale Anwender häufig einen Desktop, der auch das Auge anspricht.

Dank XGL, AIGLX, Compiz und Beryl kommen nun auch Linux-Anwender in den Genuss einer hohen Dosis Bling. Das X Window System geht dabei eine Symbiose mit OpenGL ein. Die dadurch ermöglichten 3D-Effekte müssen Sie aber noch recht umständlich einrichten [1]. Anders 3ddesktop [2]: Das Tool erzeugt 3D-Effekte beim Wechseln zwischen virtuellen Arbeitsflächen. Statt schnöde auf eines der zwei oder vier Felder in der KDE-Fußzeile zu klicken, bewegen Sie die virtuellen Oberflächen in Würfelform um die eigene Achse und suchen sich das passende Fenster aus (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: So sehen die virtuellen Arbeitsflächen aus, wenn Sie 3ddesktop mit der Option "mode=cylinder" aufrufen.

Drehwurm installieren

Abhängig vom Geschmack bietet 3ddesktop unterschiedliche Visualisierungsformen an. Da die Software OpenGL benutzt, müssen Sie die 3D-Beschleunigung für Ihre Grafikkarte aktivieren. Wie das unter Suse Linux 10.0/10.1, Mandriva Linux 2007 und Kubuntu funktioniert, erklären die Artikel, die den Starter Kits beiliegen, sowie – für Mandriva 2007 – einige Internetseiten [3,4].

Die Software selbst installieren Sie auf den von EasyLinux unterstützten Distributionen einfach über die Heft-DVD. Wie das geht, beschreibt die Anleitung auf der DVD.

3Daemonen

3ddesktop setzt sich aus einem Daemon – 3ddeskd – und dem eigentlichen Programm 3ddesk zusammen. Sie starten anfangs den Daemon, der über die Option --acquire die Oberflächen der virtuellen Arbeitsflächen "fotografiert". Rufen Sie also eine Konsole auf und geben Sie 3ddeskd --acquire ein.

Der Daemon übernimmt nun – wie in einem Computerspiel – den Bildschirm und nimmt Screenshots der virtuellen Desktops auf. Sie merken das daran, dass der Desktop kurz zwischen den virtuellen Arbeitsflächen hin und her wechselt. Verwenden Sie die Option --acquire=1000, geben Sie dem Knipser 1000 Millisekunden Zeit. Bei langsameren Rechnern kopieren Sie über den Schalter --mirror das Bild einer Arbeitsfläche auf alle anderen. Das geht schneller, sieht aber natürlich nicht so gut aus.

Kennt der Daemon alle Desktops, aktivieren Sie die eigentlichen Effekte über den Befehl 3ddesk. Verschiedene zusätzliche Parameter bestimmen, wie sich die Fenster beim Wechseln zwischen den Desktops verhalten. Geben Sie in die Konsole

3ddesk --mode=cylinder --zoomspeed=10

ein, präsentieren sich die virtuellen Desktops als mehrseitiger rotierender Polyeder. Die Rotation erzeugen Sie über [Pfeil]+[Rechts] und [Pfeil links], die Zahl der Seiten hängt davon ab, wie viele virtuelle Desktops Sie benutzen.

Sie geben 3ddesk also direkt Argumente mit auf den Weg oder greifen alternativ über die Option --view (Ansicht) auf eine Konfigurationsdatei zurück. Tippen Sie 3ddesk --view=linear in die Konsole, benutzt 3ddesk Werte, die es in der Datei /etc/3ddesktop/3ddesktop.conf unter dem Eintrag view linear findet (Abbildung 2). In dieser Konfigurationsdatei definieren Sie auch eigene Views, die das Verhalten der virtuellen Desktops steuern.

Abbildung 2

Abbildung 2: Über die Ansichten in der Konfigurationsdatei legen Sie selbst fest, wie der 3D-Desktop aussieht. Der Schalter "--view=" setzt die Konfiguration in Kraft.

Angenommen Sie möchten, dass sich vier virtuelle Desktops in einen Würfel verwandeln. Der soll auf Tastendruck schnell erscheinen, aber nicht zu weit hinauszoomen, eine weiße Zahl signalisiert zudem, welchen Desktop der Würfel Ihnen gerade zuwendet. Rufen Sie dazu über kdesu kate einen Editor mit Root-Rechten auf und öffnen Sie die oben erwähnte Konfigurationsdatei von 3ddesktop. Nun geben Sie Folgendes ein:

view    meineansicht
mode    cylinder
depth   3
digit_color     white
zoomspeed       10

Das erzeugt einen Würfel (mode cylinder), der recht schnell (zoomspeed 10) und nicht zu weit weg vom Betrachter (depth 3) erscheint. Eine weiße Zahl zeigt zudem die Nummer des Desktops an. Geben Sie 3ddesk --view=meineansicht ein, um die Konfiguration einzusetzen (Abbildung 3). Rühren Sie den Würfel für eine Weile nicht an, dreht er sich von ganz allein. Diese Bewegungen verursacht das Programm selbst. So funktioniert 3ddesktop auch als Bildschirmschoner. Weitere Beispiele für Ansichten zeigt die Datei 3ddesktop.conf. Sie führt auch – auskommentiert – eine Reihe weiterer Parameter auf, die Sie benutzen können. So zeigt --view=linear die Desktops nebeneinander an.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die selbst definierte Konfiguration verwandelt den Desktop in einen Polyeder.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2608 Hits
Wertung: 97 Punkte (14 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2014_02

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...