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Wer mit dem Wolf hört

Alleskönner Amarok

11.01.2007
Amarok hat das Zeug zu einer Killer-Applikation: Der Audio-Player spielt lokale Musiksammlungen, Internetradios, synchronisiert mit dem iPod, nutzt Last.fm und läuft nur unter Linux.

Das Wort Amarok entstammt der Inuit-Sprache und steht für Wolf. Seinen Namen verdankt die Software aber angeblich einem gleichnamigen Song von Mike Oldfield. Der Player gehört zum besten, was Linux in dem Bereich bietet. Er läuft unter KDE, funktioniert aber auch mit anderen X-basierten Windowmanagern wie Gnome und Xfce4, da er lediglich die KDE-Bibliotheken braucht. Amarok [1] spielt die Musik nicht selbst, sondern setzt dazu wahlweise auf Xine, Helix oder NMM – das legen Sie selbst fest. Er verwaltet die Musiksammlungen über Datenbanken wie SQLite, MySQL oder PostgreSQL und greift so zügig auf große Playlists zu. Der Wolf glänzt mit zahlreichen nützlichen Ideen: Er zeigt die passenden Texte zu den Stücken an, sucht in der Wikipedia nach Informationen zum laufenden Song, brennt Tracks über K3b auf eine Audio-CD. Spätestens seit Version 1.4.3 tauscht die Software auch problemlos Dateien mit externen Geräten wie dem iPod aus.

Der sich den Wolf installiert

Zu den glücklichen Gewinnern gehören momentan die Benutzer von Mandriva Linux 2007. Die aktuelle Distribution bringt Amarok bereits in der Version 1.4.3 mit. Die brandneue Version 1.4.4 befindet sich auf der Heft-DVD, dort finden Sie auch eine Installationsanleitung.

Freunde von Kubuntu 6.06 installieren über Adept die Amarok-Version 1.4.3 von der Heft-DVD, die alle notwendigen Dateien mitbringt.

Nutzer von Suse Linux 10.0/10.1 deinstallieren zunächst die vorhandenen Pakete amarok, amarok-xine, amarok-libvisual, libvisual, libvisual-plugins und libtunepimp und binden dann über YaST eine neue externe Paketquelle ein. Wie das geht, erklärt die Anleitung auf der Heft-DVD, auf der sich auch aktuelle Amarok-Pakete befinden. Software, die sich aus rechtlichen Gründen nicht auf der Heft-DVD befindet, lädt YaST automatisch von der externen Paketquelle herunter. Starten Sie dazu YaST und installieren Sie die Pakete amarok, libtunepimp, streamripper sowie amarok-libvisual.

Fütterungszeit

Sie füttern den Wolf, indem Sie [Alt]+[F2] drücken und amarok eingeben. Unter Suse 10.0/10.1 begrüßt Sie zunächst ein Assistent, über den Sie Amarok die Ordner mit Ihren Musikdateien zeigen. Erscheint kein Assistent, konfigurieren Sie Amarok später über die grafische Oberfläche. Mit Weiter hangeln Sie sich durch den Assistenten, der leider keine versteckten Ordner als Quelle für Musikdateien akzeptiert. Kreuzen Sie die Option Änderungen überwachen an, bemerkt Amarok, wenn sich im laufenden Betrieb Dateien in der Musiksammlung ändern. Als Datenbank macht sich SQLite recht gut.

Läuft während der Konfiguration etwas schief, versetzen Sie Amarok wieder in den Urzustand zurück. Rufen Sie den Konqueror auf und löschen Sie das Verzeichnis ~/.kde/share/apps/amarok und die Datei ~/.kde/share/config/amarokrc. Anschließend starten Sie Amarok neu. Aber Vorsicht: Dabei verschwinden auch sämtliche von Ihnen angelegten Playlists und die Lesezeichen der Radiostationen.

Die Bedienoberfläche von Amarok unterteilt sich grob in zwei Hälften (Abbildung 1): Im kleineren Bereich links zeigt Amarok verschiedene Inhalte an, die Sie über die vertikalen Reiter links außen aktivieren – das funktioniert wie im Konqueror. Im rechten Bereich zeigt die Playlist die Musikstücke mit Namen, Spielzeit und weiteren Daten an. Sie spielen und unterbrechen die Titel über das Bedienfeld unten rechts.

Abbildung 1: Die Oberfläche von Amarok: Rechts sehen Sie, welche Titel Amarok demnächst abspielt, links stehen Informationen zu Titeln und Playlists.

Klicken Sie zunächst ganz links auf den vertikalen Reiter Sammlung, um zu sehen, wie es um Ihre Musikbibliothek steht. Half der Assistent, sollte Amarok dort jetzt Titel auflisten. Gibt es keine Sammlung, zeigen Sie Amarok die musikalischen Schätze, indem Sie auf das Symbol mit Schraubenschlüssel und Hammer in der Symbolleiste klicken. In der sich öffnenden Ordnerstruktur suchen Sie den Musikordner, setzen ein Kreuzchen in das leere Kästchen und beschließen den Schritt über OK. Amarok lädt nun die Titel in seine interne Datenbank und listet Sie im linken Fenster auf.

Um die Stücke richtig zu sortieren, müssen die ID3-Tags der Musikdateien stimmen. Amarok nutzt diese in der MP3- oder OGG-Datei selbst kodierten Informationen in vielen Fällen. Sie bessern die Tags aber recht einfach nach. Der Rechtsklick auf das Symbol einer CD im Bereich Sammlung öffnet das Kontextmenü. Wählen Sie den Eintrag Metadaten für alle X Stücke bearbeiten aus, wobei Amarok statt des X die Anzahl an Tracks auf einer CD auflistet. Ein Dialogfenster mit verschiedenen Feldern erscheint: Tragen Sie als Interpret den Namen der Gruppe oder des Künstlers ein, überträgt Amarok diesen automatisch auf alle Stücke der CD. Um jeden Song einzeln zu benennen, wählen Sie im Dialogfeld Pro Stück. Die erweiterte Eingabemaske (Abbildung 2) holt die Metadaten der Dateien per Knopfdruck aus der Online-Datenbank MusicBrainz. Identifiziert sie den Song korrekt, ersparen Sie sich langwierige Tipparbeit.

Abbildung 2: Per Knopfdruck holt Amarok Infos zu einzelnen Tracks aus der Musikdatenbank MusicBrainz.

Um nun Ihre Sammlung in eine Playlist zu verwandeln, ziehen Sie die Titel per Drag-and-drop von der linken auf die rechte Hälfte des Players und spielen Sie über die Steuerung rechts unten. Um ihre Reihenfolge der zu ändern, schieben Sie die Titel nach oben und unten. Alternativ stellen Sie einen Titel über das Kontextmenü in eine Warteschlange ein. In diesem Fall erscheint rechts neben dem Titel der Audiodatei eine Nummer, die Sie über die Position des Kandidaten in der Warteschlange informiert (Abbildung 3). Wollen Sie sich die anstrengende Arbeit als DJ sparen, spielen Sie über den Menüpunkt Modus Stücke und ganze Alben zufällig ab.

Abbildung 3: Wollen Sie schnell mal einen Titel ins Programm schieben, stellen Sie ihn in die Warteschlange – ideal für Partys.

Auf Wunsch überblendet die Software Übergänge von einem zum nächsten Titel. Wählen Sie Einstellungen / Amarok einrichten / Wiedergabe, um davon Gebrauch zu machen und bestimmen Sie einen Zeitraum für die Überblendung in Millisekunden. Um nicht Ihre eigentliche Arbeit zu unterbrechen, dirigieren Sie Amarok bequem über Tastaturkürzel. Die Kombinationen weisen Sie der Jukebox über Einstellungen / Globale Kurzbefehle festlegen zu.

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