DTP – Profi-Textsatz

Wer in älteren Linux-Zeitschriften nach dem Stichwort Textsatz sucht, findet fast ausschließlich Hinweise auf das Profi-Tool LaTeX. Das "Laa-tech" ausgesprochene Programm ist nicht jedermanns Sache, denn es setzt auf eine Auszeichnungssprache, die sehr grob an HTML oder XML erinnert: Dokumente erstellt man nicht in einer WYSIWYG-Umgebung (wie es bei Quark XPress und Adobe InDesign der Fall ist), sondern man schreibt den Text in einem einfachen ASCII-Texteditor und fügt so genannte LaTeX-Befehle zur Formatierung ein (Abbildung 3). Die ersten Schritte mit LaTeX sind dabei die schwierigsten, denn hier gilt es, die Syntax zu erlernen.

Abbildung 3: Nicht jedermanns Sache – in LaTeX formatiert man Textteile durch spezielle Befehle.

Die Ergebnisse der Arbeit mit LaTeX sind zwar von ausgezeichneter Qualität, trotzdem konnte sich das Programm wegen der sehr hohen Einstiegshürden nur in wenigen Nischen durchsetzen, z. B. an den Hochschulen, wo viele Studenten und Wissenschaftler ihre Diplom-, Doktor- und sonstigen Arbeiten damit erstellen.

Massentauglich sind hingegen die Programme Scribus [11] und LyX [12]. Während LyX, das schon in der Schreibweise an LaTeX erinnert, auch tatsächlich auf LaTeX aufbaut, diesen Zusammenhang aber unter einer Oberfläche versteckt, die stark an normale Textverarbeitungen erinnert (Abbildung 4), ist Scribus ein komplett eigenständiges Produkt, das langfristig ein Konkurrenzprogramm zu den "Großen", also zu XPress und InDesign, werden will (Abbildung 5).

Abbildung 4: LyX basiert auch auf LaTeX, erspart den Anwendern aber das Einarbeiten in die komplexe Beschreibungssprache.
Abbildung 5: Scribus funktioniert so, wie man es von anderen DTP-Programmen kennt.

CDs und DVDs brennen

Nero ist ein beliebtes CD-/DVD-Brennprogramm aus der Windows-Welt, und darum war die Freude bei vielen Anwendern groß, als der Hersteller eine Linux-Portierung anbot [13]. Der NeroLinux genannte Brenner arbeitet zwar zuverlässig, bietet aber weniger Features als das kostenlose KDE-Brennprogramm K3b, das die EasyLinux-Redaktion als Standard-Brennprogramm empfiehlt.

Beim CD-Brennen kommt K3b (Abbildung 6) gleichermaßen gut mit Daten- und Musik-CDs zurecht; Teile der MP3-Sammlung wandelt das Programm schnell ins CD-Audio-Format zurück. Dazu muss allerdings eine K3b-Version mit MP3-Support installiert sein, die viele Distributoren aus Lizenzgründen nicht mehr ausliefern. Diese Lizenzproblematik zieht sich durch den ganzen Multimediabereich, weswegen man oft hört, Linux könne nicht mit MP3-Dateien und Video-DVDs umgehen.

Ein K3b-Workshop ist zuletzt in EasyLinux 07/2005 erschienen [14]. Die bekannteste Alternative zu K3b ist das schon in die Jahre geratene Brennprogramm X-CD-Roast [15].

Abbildung 6: In K3b sind neue CD- und DVD-Projekte mit wenigen Mausklicks erstellt.

Wer auf die Schnelle eine Daten-CD oder -DVD brennen will und mit dem Gnome-Desktop arbeitet, hat dort ähnlich wie unter Windows die Möglichkeit, seine CD direkt im Dateimanager zusammenzustellen und zu brennen. Über Orte / CD-/DVD-Ersteller wechselt Nautilus in einen virtuellen Ordner, in dem man die zu brennenden Dateien sammelt.

Auch für das eigene Mastern von Video-DVDs (die sich später im DVD-Player abspielen lassen) gibt es Linux-Programme, zum Beispiel ManDVD; um das Videomaterial vorab noch zu schneiden, eignet sich Kino [17].

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