Daten wiederherstellen

Hat Keep die erste Kopie erstellt, sind Sie bereits auf der sicheren Seite. Damit lassen sich einzelne Dateien auch ohne Keep zurückspielen. Seine Stärken spielt das Tool jedoch erst aus, wenn Sie über Restore a backup einen bestimmten Zustand wiederherstellen möchten. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Klicken Sie im Hauptfenster von Keep auf die zweite Schaltfläche von oben.
  2. Wählen Sie im neuen Dialog (Abbildung 3) den Eintrag aus, den Sie wiederherstellen möchten. Haben Sie das ursprüngliche Verzeichnis auf eine DVD gebrannt, markieren Sie die Option Use custom backup directory und geben dann den Pfad zur DVD an.

    Abbildung 3: Für das Zurückspielen zeigt Keep die eingerichteten Backups an. Alternativ wählen Sie ein eigenes Verzeichnis.
  3. Im Dialog Destination directory legen Sie fest, in welches Verzeichnis Keep die Dateien zurückspielen soll. Mit den voreingestellten Werten überspielt das KDE-Programm dabei die Originaldateien (oder was noch davon vorhanden ist). Alternativ wählen Sie Use custom directory, um die Daten in einem neuen Verzeichnis wiederherzustellen. Sie können dieses dann später umbenennen, wenn alles in Ordnung ist.
  4. Im letzten Dialog (Abbildung 4) müssen Sie sich entscheiden, welchen Zustand Sie zurückspielen möchten. In der Regel wird dies das letzte Backup sein. Bei versehentlich gelöschten oder veränderten Dateien hilft die Datums- und Zeitangabe den gewünschten Zeitpunkt zu finden. Haben Sie sich beim Anlegen der Sicherheitskopie für einen Dreitagesrythmus entschieden, sollte das Programm Einträge in dieser Frequenz anzeigen. Dazwischen finden Sie eventuell Backups, die Sie manuell durchgeführt haben.

Ein Klick auf Finish startet den Wiederherstellungsvorgang. Je nach Umfang der Daten dauert dieser mehrere Minuten. Auch diese Arbeit läuft vollständig im Hintergrund ab. Keep zeigt keine Statusanzeige an.

Abbildung 4: Qual der Wahl: Beim Wiederherstellen bestimmen Sie, welches Backup Keep zurückspielen soll.

Pro und Contra

In einem Langzeitest über die Monate August und September arbeitete das Programm auf einem Testrechner mit Suse Linux 10.1 sehr zuverlässig. Keep erstellte bei eingeschaltetem Rechner jede Stunde eine Sicherheitskopie – da das Programm nur bei Änderungen der Originaldateien eingreift, überfüllte es damit die Festplatte nicht. Alternative Programme wie etwa Konserve [3] hätten über diese Zeit schon längst den gesamten Speicher der Festplatte verbraucht.

Nicht ganz einfach ist das Backup auf externe Datenträger. Da Keep seine Arbeit gleich beim Start von KDE durchführt, müssen externe Festplatten dann bereits eingehängt sein. Dies funktioniert aber mit den Mount-Methoden von Suse Linux und Ubuntu nicht zuverlässig. Schalten Sie Ihren Rechner für weniger als eine Stunde ein, fällt das Backup aus. Es empfiehlt sich deshalb, die externe Platte fest in die Datei /etc/fstab einzutragen und stets angeschlossen zu lassen. Alternativ führen Sie das Backup regelmäßig von Hand durch. Beim Einsatz einer internen Festplatte fällt dieses Problem weg.

Im Langzeittest traten auch Probleme mit der Wiederherstellung der Dateien auf. Hier führte Keep in der Liste 50 Einträge, als letzten ein Backup von Ende August, obwohl das Programm bis Mitte September fleißig Backups durchführte und sich auch täglich Dateien änderten. Eine Stichprobe zeigte aber, dass sämtliche Backups in Ordnung waren, das heißt, es waren jeweils die letzten Versionen sämtlicher Dateien komplett vorhanden. Die grafische Wiederherstellung einer Version aus September war allerdings über Keep nicht möglich, doch gerade darin liegt ja eigentlich der große Pluspunkt von Keep. Immerhin war es noch möglich, auf der Kommandozeile über rdiff-backup einen früheren Zustand wiederherzustellen. Dazu sind jedoch Expertenkenntnisse nötig.

Auf einem zweiten Rechner, den wir nur über eine Woche testeten, traten diese Probleme nicht auf. Hier funktionierte Keep tadellos und speicherte täglich einen Wiederherstellungspunkt.

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