Verpackungskünstler

Archive unter Windows und Linux: tar, zip, gzip, bzip2

14.01.2009
Sparen Sie Platz: Mit einem Archivierungsprogramm fassen Sie mehrere Dateien zu einer einzigen zusammen, und mit einem Komprimierungs-Tool verkleinern Sie das Datenpaket. Wir zeigen, wie Sie zum Verpackungskünstler werden.

Alles eingepackt und die Größe vielleicht noch zurechtgestutzt – gut verschnürt schicken Sie Ihre Urlaubsfotos per Mail auf die Reise oder sichern die persönlichen Daten. Mit Archivierungs- und Komprimierungsprogrammen sparen Sie Platz und sorgen für mehr Übersicht im Datendschungel. Ein weiterer Vorteil von gepackten Sicherungskopien ist, dass die ursprünglichen Dateieigenschaften erhalten bleiben – so stellen Sie beim Auspacken die Originaldaten wieder her. Wir stellen Verpackungskünstler unter Linux vor.

Format, Format

Archivformate gibt es wie Sand am Meer: Während sich unter Windows hauptsächlich .zip- und .rar-Dateien auf der Platte tummeln, sind unter Linux .tar.gz- oder .tar.bz2-Archive weit verbreitet. Für diese kryptischen Dateiendungen sind jeweils zwei Programme verantwortlich: tar fasst mehrere Dateien und Verzeichnisse zu einem Archiv zusammen, und gzip (.gz) bzw. bzip2 (.bz2) komprimieren Daten.

Trotz dieser unterschiedlichen Formate ist es kein Problem, Archive – komprimierte oder unkomprimierte – zwischen den verschiedenen Betriebssystemen auszutauschen. Linux kommt problemlos mit .zip- und .rar-Dateien zurecht, und unter Windows leistet das unter der GPL stehende Programm 7-Zip [1] gute Dienste (Abbildung 1).

Abbildung 1: 7-Zip packt und entpackt alle gängigen Archivformate, darunter auch ".tar.gz"- und ".tar.bz2"-Dateien.

Mit dem Konqueror archivieren

KDEs Datei-Manager leistet gute Dienste beim Verpacken. Wählen Sie zunächst die entsprechenden Daten aus, z. B. indem Sie mit der linken Maustaste einen Rahmen um die Dateien oder Verzeichnisse ziehen. Alternativ markieren Sie mehrere Daten, indem Sie bei gedrückt gehaltener [Strg]-Taste auf Objekte klicken – den kompletten Verzeichnisinhalt erwischen Sie über die Tastenkombination [Strg]+[A]. Schließlich erhalten Sie über den Menüpunkt Bearbeiten / Auswahl Zugriff auf verschiedene Auswahlfunktionen.

Über das Kontextmenü der rechten Maustaste erstellen Sie anschließend ein Archiv – wählen Sie den Eintrag Hinzufügen zu Archiv und geben Sie im aufgehenden Dialogfenster Verzeichnis und Dateiname an. Das Zielformat legen Sie entweder über eine Dateiendung fest, z. B. archiv.tar (unkomprimiertes tar-Archiv), archiv.tar.gz (mit gzip komprimiertes tar-Archiv) usw., oder indem Sie aus dem Drop-down-Menü einen entsprechenden Eintrag wählen.

Schneller geht's, wenn Sie alle zu verpackenden Daten zunächst in ein eigenes Verzeichnis legen, dieses mit der rechten Maustaste markieren und aus dem Kontextmenü Komprimieren als auswählen: Konqueror bietet die gängigsten Formate an und erstellt mit einem Mausklick .gz-, .bz2-, .tar-, tar.gz-, tar.bz2- und .zip-Dateien (Abbildung 2). Die (komprimierte) Archivdatei landet im aktuellen Verzeichnis.

Abbildung 2: KDEs Datei-Manager packt und komprimiert – die Funktionen finden Sie im Kontextmenü.

Darüber hinaus ist es über den Kontextmenü-Eintrag Komprimieren möglich, Daten einem Archiv hinzuzufügen: Wählen Sie Hinzufügen zu, um zu einer Liste der Archive im aktuellen Verzeichnis zu gelangen, oder rufen Sie den Punkt Hinzufügen zu Archiv auf und navigieren Sie im Dateidialog zum gewünschten Paket.

Mit Konqueror können Sie in komprimierte und unkomprimierte Archive per Mausklick hineinwechseln und auf die enthaltenen Daten zugreifen. Alternativ rufen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü auf, wählen dort Entpacken und entscheiden dann, ob Sie das Archiv beispielsweise im aktuellen Verzeichnis (Hier entpacken) oder an einer anderen Stelle im Dateisystem (Entpacken nach) auspacken. Die letzte Variante öffnet einen Auswahldialog, in dem Sie den gewünschten Ordner angeben. Anschließend präsentiert Konqueror den Archivinhalt in einem neuen Fenster.

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