Ausgeschlossen

rsync kann bei Bedarf auch bestimmte Dateien vom Synchronisieren ausschließen. Dazu setzen Sie die Option --exclude=suchmuster ein und spezifizieren als suchmuster genauer, was auszuklammern ist. Ein solches Suchmuster besteht aus zwei Komponenten: der Angabe, nach welchem Zeichen gesucht wird, und der Angabe, wie oft die gesuchten Zeichen auftreten dürfen.

Zwar lassen sich solche Suchmuster beliebig kompliziert gestalten, meist decken aber Wildcards das Gewünschte schon ab. So lässt ein Fragezeichen in einer Zeichenkette nur denjenigen Buchstaben unbestimmt (z. B. h?llo => hallo, hGllo, h7llo, …), an dessen Position sich das Fragezeichen befindet. Ein Stern dagegen steht für beliebig viele verschiedene Zeichen (z. B. G*ss => Guss, Genuss, …). Um also alle Dateien mit der Endung .bak von einem Kopiervorgang auszuschließen, tippen Sie:

rsync -av --exclude=*.bak quelle ziel

Es spielt dabei keine Rolle, wie oft Sie die --exclude-Option einsetzen. Um mehrere Dinge auszuschließen, hängen Sie einfach mehrere --exclude-Definitionen hintereinander. Einfacher geht es allerdings, wenn Sie alle Ausnahmen in einer Textdatei definieren. Dabei schreiben Sie alle Suchmuster untereinander, die Sie ausklammern wollen. Jeder Ausdruck steht dabei in einer eigenen Zeile:

*.bak
*~

Anschließend übergeben Sie rsync die Liste, die Sie z. B. ausschluss.txt genannt haben, mit dem Befehl:

rsync -av --exclude-from=ausschluss.txt quelle ziel

Haben Sie auf diese Weise allgemein alle Dateien mit der Endung *.bak ausgeklammer, möchten dann jedoch eine einzelne Datei mit dem Namen huhn.bak doch kopieren, müssen Sie dazu nicht die Liste ausschluss.txt neu definieren. Hier helfen die Parameter --include=suchmuster bzw. --include-from=datei, die sinngemäß genauso funktionieren wie die exclude-Optionen. Allerdings beschreiben Sie in diesem Fall jene Dateien, die doch in den Transfer mit aufgenommen werden sollen.

Auf Nimmerwiedersehen

Zwar praktisch, aber mit größter Vorsicht zu genießen, ist die Option --delete. Wie der Name schon verrät, löscht dieser Parameter Dateien. Mittels --delete entsorgen Sie auf der Zielseite alles, was in der Quelle nicht mehr vorhanden ist. Zum einfachen Abgleichen einer MP3-Sammlung benötigen Sie diese Möglichkeit zwar nicht; für regelmäßige Backups über rsync kann dieses Verhalten aber sehr sinnvoll sein.

Sichern Sie etwa ein umfangreiches Verzeichnis regelmäßig auf einem entfernten Rechner und vergessen, im Quellverzeichnis längst verschwundene Dokumente zu löschen, füllt sich das Zielverzeichnis mit jedem Backup mehr. Kopieren Sie diese Sicherung im Falle eines Datenverlustes zurück zur Quelle, dann wandern unweigerlich auch die überflüssigen Dateileichen wieder mit zurück.

Zum Testen setzen Sie vorsichtshalber zunächst wieder den Parameter -n ein:

$ rsync -e ssh -an dokumente/ user@192.168.1.10:dokumente
Password:
building file list … done
deleting brief1.doc
…

Die Ausgabe verrät, was im Ernstfall gelöscht würde. Sind Sie mit dem Ergebnis einverstanden, entfernen Sie -n aus dem Aufruf.

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