Synchron schalten

Rechner mit rsync synchronisieren

17.12.2008
Mit Rsync synchronisieren Sie Daten entweder auf einem lokalen Rechner oder über ein Netzwerk. Vor dem eigentlichen Abgleich überprüft das Programm, welche Unterschiede es zwischen Quell- und Zieldateien gibt, und überträgt nur die Änderungen.

Das Programm rsync hilft beim Abgleich von Daten auf lokalen und entfernten Systemen. Dabei erhält es Dateieigenschaften wie Rechte oder Eigentümer und berücksichtigt optional sogar symbolische Links (also Verweise auf andere Dateien). Besonders beim Kopieren großer Datenmengen leistet rsync wertvolle Dienste: Es überträgt nur nicht vorhandene Teile und eignet sich daher auch ideal zur Wiederaufnahme abgebrochener Transfers.

Lokaler Abgleich

Um die Fähigkeiten von rsync näher kennen zu lernen, starten Sie am besten einen ersten Testlauf mit zwei lokalen Verzeichnissen. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass im Gegensatz zu Unison (siehe Artikel ab Seite 17 in dieser Ausgabe) rsync grundsätzlich nur in eine Richtung arbeitet. Der generelle Aufruf lautet daher stets:

rsync quelle ziel

Nach dem Abgleich enthält das Ziel die selben Dateien wie die Quelle. Sie sollten sich also im Vorfeld genau überlegen, in welche Richtung Sie synchronisieren wollen.

In den beiden Testverzeichnissen namens mp3_1 und mp3_2 liegen jeweils einige Dateien sowie ein Unterverzeichnis. Nun soll der zweite Ordner mit dem ersten synchronisiert werden. Beim ersten Test kommt die Option -n zum Einsatz: Hier zeigt rsync zunächst nur an, was es im Ernstfall tun würde, führt den Abgleich aber nicht durch. Es sollen alle Dateien (repräsentiert durch das Sternchen *) im Verzeichnis mp3_1 in den Ordner mp3_2 übertragen werden:

$ rsync -n mp3_1/* mp3_2/
skipping directory mp3_1/unterverzeichnis
huhn1.mp3
wrote 96 bytes  read 24 bytes  240.00 bytes/sec
total size is 20600459  speedup is 171670.49

Die Ausgabe verrät: Das Unterverzeichnis mp3_1/unterverzeichnis würde in diesem Fall übergangen (englisch = "to skip"), die Datei huhn1.mp3 aus dem Quellverzeichnis wandert ins Zielverzeichnis. Danach folgen Angaben zur Datenmenge und zur Übertragungsrate.

Wollen Sie das Unterverzeichnis in den Abgleich einschließen, nutzen Sie dazu die Option -r (wie "rekursiv"). Zusätzlich kann es sinnvoll sein, bestimmte Dateieigenschaften zu erhalten. Dazu zählen etwa Eigentümer und Rechte sowie "Zeitstempel" (englisch = "timestamps"), wie z. B. der Zeitpunkt des letzten Zugriffs oder der letzten Änderung. Sie müssen sich nicht sämtliche dafür erforderlichen Optionen einzeln merken: rsync bringt über den Parameter -a alle notwendigen Aktionen unter einen Hut.

So zeigt ein erneuter Testlauf mit den Optionen -an, dass der Abgleich diesmal auch das Unterverzeichnis mit berücksichtigt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bei Verwendung der Option "-a" kopiert "rsync" nicht nur rekursiv, sondern behält auch alle Dateieigenschaften bei.

Damit rsync seine Aufgaben nun auch wirklich erledigt, lassen Sie beim nächsten Aufruf die Testmodus-Option -n weg. Dabei unterdrückt rsync allerdings die Ausgabe der kopierten Dateien und Verzeichnisse. Falls Sie das stört, hängen Sie zusätzlich den Parameter -v an: Damit zeigt rsync wieder an, was im Hintergrund passiert.

Sicher ist sicher

Noch einmal die Warnung: rsync gleicht grundsätzlich nur in eine Richtung ab. Überprüfen Sie also vor dem Synchronisieren, ob Sie Quelle und Ziel tatsächlich korrekt gewählt haben. Anderenfalls kann es Ihnen passieren, dass Sie aktuelle Dateien mit deren veralteten Versionen überschreiben.

Um zu überprüfen, welche Dateien älter sind, können Sie zum einen KDEs Datei-Manager Konqueror heranziehen. Dort betrachten Sie die Dateieigenschaften über das Menü Ansicht / Anzeigemodus / Detaillierte Verzeichnis-Ansicht. Alternativ setzen Sie auf der Kommandozeile den Befehl ls mit der Option -l ein (Abbildung 2). In dessen Ausgabe sehen Sie rechts den Dateinamen, davor stehen Datum und Uhrzeit der letzten Veränderung. Als weiter Angaben finden Sie hier unter anderem die Dateigröße in Byte sowie den Besitzer und seine Gruppe.

Abbildung 2: Überprüfen Sie vor dem Abgleich die Dateieigenschaften und das Datum der letzten Änderung, um Datenverlust zu vermeiden.

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