Obwohl Gimp [1] allgemein als die beste Wahl für ein Zeichenprogramm unter Linux gilt, gibt es einige freie Alternativen. Dazu gehören unter anderem das zur KDE-Office-Suite gehörende Mal- und Bildbearbeitungsprogramm Krita [2], das Vektorzeichenprogramm Inkscape [3] und das auf Malen und Zeichnen spezialisierte Mypaint [4]. Dieser Artikel stellt die Programme kurz vor und zeigt, wie Sie sie optimal mit einem Zeichentablet zusammen nutzen.
Wacom Bamboo Pen & Touch einrichten
| Grundlegendes Setup | http://www.linux-community.de/artikel/22106 |
| Feinjustierung | http://www.linux-community.de/artikel/22125 |
| Einrichtung der Programme | http://www.linux-community.de/artikel/22135 |
Gimp-Setup
Die aktuelle Gimp-Version richtet zusätzliche Eingabegeräte nicht automatisch ein. Sie müssen deshalb über Bearbeiten | Einstellungen selbst dafür sorgen, dass Gimp das Tablet, den Stift und den Radierer als Eingabegeräte wahrnimmt. Dazu wählen Sie Eingabegeräte | Erweiterte Eingabegeräte konfigurieren (Abbildung 1).
Im neuen Dialog wählen Sie aus der Dropdownliste Gerät der Reihe nach die Einträge für den Stylus, den Eraser und das Touchpad (Finger touch) aus. Den Eintrag für das Tablet selbst Finger pad sollten Sie deaktiviert lassen. Stellen Sie alle drei Einträge auf den Modus Bildschirm und speichern Sie die Einstellungen über Speichern. Die Einträge auf dem Reiter Tasten zeigten in den Tests keinerlei Wirkung. Möchten Sie die Tasten des Pads oder des Stiftes für bestimmte Tastenkombinationen nutzen, müssen Sie dazu die nötigen Shortcuts über xsetwacom oder das grafische Hilfsprogramm Wacom Control Panel einrichten. Details dazu entnehmen Sie dem Teil 2 dieser Serie [3].
Gimp erkennt nun die neuen Eingabegeräte als druckempfindliche Werkzeuge. Achten Sie darauf, dass der Mauszeiger jetzt unabhängig vom Stift und vom Radierer reagiert: wählen Sie zum Beispiel mit der Maus eine Farbe aus, dann gilt diese nicht für den Stift und so weiter. Denken Sie auch bei den Einstellungen zu den einzelnen Werkzeugen daran, diese immer mit dem Eingabegerät vorzunehmen, das Sie dazu benutzen möchten. Nacht etwas Übung wird das zur Selbstverständlichkeit, doch anfänglich kann es sehr für Verwirrung sorgen.
Je mehr Druck Sie beim Stift anwenden, desto dunkler wird die aufgetragene Farbe. Eventuell möchten Sie zusätzlich auch die Dicke einer Linie beeinflussen, nicht nur die Farbkraft. Klicken Sie dazu in der Werkzeugleiste unter der Pinselauswahl auf das Dreieck vor dem Eintrag Pinseldynamik (Abbildung 2). Hier legen Sie nun über die entsprechenden Checkboxen das genaue Verhalten des Pinsels fest.
Lustige Pinselspitzen lassen sich auch durch die Einstellungen für Zufall in Kombination mit einem Farbverlauf erstellen. Ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Sollte sich Ihr Rechner beim intensiven Zeichnen mit einem Tablet in eine unbenutzbar lahme Kröte verwandeln, dann hängt das eventuell an den eingeschalteten Desktop-Effekten. Details dazu entnehmen Sie dem Kasten "Probleme mit Compiz".
Probleme mit Compiz
Sollte es beim Zeichnen mit dem Tablet zu unschönen Verzögerungen kommen (das Malprogramm zeichnet langsamer als Sie) oder ein Programm sogar gar nicht mehr reagieren, dann sind daran in erster Linie die Desktop-Effekte schuld. Schalten Sie in diesem Fall die Desktop-Effekte besser aus. Unter Ubuntu wählen Sie dazu System | Einstellungen | Erscheinungsbild und markieren dann auf dem Reiter Visuelle Effekte den Eintrag Keine. Unter OpenSuse öffnen Sie die Einstellungen von KDE (systemsettings und wählen hier den Eintrag Arbeitsfläche | Arbeitsflächeneffekte deaktivieren.



