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© wacom.com

Das Zeichentablet entdecken

Wacom Bamboo Pen & Touch CTH-460 unter Linux: Teil 2

08.09.2010 Wer das grundlegende Setup eines Zeichentablets erst mal hinter sich hat, möchte natürlich auch möglichst viel aus dem Tablet herausholen. Dieser Artikel zeigt, wie das funktioniert.

Nachdem der erste Teil zum Wacom Bamboo Pen & Touch die Einrichtung des Xorg-Treibers und ganz am Rande das Setup in Gimp erklärt hat, beschäftigt sich dieser Teil nun mit der Feinjustierung des Tablets. Zahlreiche Anweisungen gelten auch für andere Tablets von Wacom, einige sind jedoch spezifisch für das Pen & Touch. Der Artikel versucht, die Trennung zwischen allgemein und produktspezifisch so offensichtlich wie möglich zu machen.

Wacom Bamboo Pen & Touch einrichten

Grundlegendes Setup http://www.linux-community.de/artikel/22106
Feinjustierung http://www.linux-community.de/artikel/22125
Einrichtung der Programme http://www.linux-community.de/artikel/22135

Ein Bisschen xorg.conf

Wie Teil 1 gezeigt hat, funktioniert das Setup eines Zeichentablets von Wacom mit den neuen Xorg-Treibern komplett ohne Einträge in der Konfigurationsdatei des X-Servers. Das System erkennt das Tablet dann einfach als schlichtes Eingabegerät – der Stift lässt sich quasi als Maus benutzen. Linux nutzt dazu den generischen evdev-Treiber, der für jegliche Arten von X-Events zuständig ist. Damit sollte bei jedem beliebigen Tablet zumindest der Stift funktionieren (allerdings dann ohne Druckfunktion).

Für eine echte Nutzung des Zeichentablets genügt das natürlich nicht – Sie müssen deshalb ein paar kleine Konfigurationsarbeiten vornehmen. Glücklicherweise braucht man dazu keine komplizierten Anpassungen an der Datei /etc/X11/xorg.conf oder muss diese sogar zunächst umständlich anlegen, es genügt einfach die im Kasten "Wacom-Konfiguration" abgedruckte Datei unter dem Namen 50-wacom.conf im Verzeichnis /etc/X11/xorg.conf.d/ abzuspeichern (Ubuntu legt die individuellen Konfigurationen unter /usr/lib/X11/xorg.conf.d/ ab). Falls im genannten Verzeichnis bereits eine Konfigurationsdatei 10-wacom.conf liegt, kann man diese ruhig als Backup belassen. Der X-Server liest zunächst die Dateien mit den kleinsten Nummern ein: Da die neue Datei mit 50 beginnt, überschreibt diese somit die vorhandene 10-wacom.conf. Viele Distributionen bringen bereits eine passende Konfigurationsdatei mit, sodass die zusätzliche Datei je nach benutzter Hardware gar nicht nötig ist.

Wacom-Konfiguration

Section "InputClass"
        Identifier "Wacom class"
#       MatchProduct "Wacom|WALTOP|WACOM"
        MatchProduct "Wacom|WACOM"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
        Identifier "Wacom serial class"
        MatchProduct "Serial Wacom Tablet"
        Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
        Identifier "Wacom serial class identifiers"
        MatchProduct "WACf|FUJ02e5|FUJ02e7"
        Driver "wacom"
EndSection
# N-Trig Duosense Electromagnetic Digitizer
Section "InputClass"
        Identifier "Wacom N-Trig class"
        MatchProduct "HID 1b96:0001|N-Trig Pen"
        MatchDevicePath "/dev/input/event*"
        Driver "wacom"
EndSection

Auch bei der neuen Konfigurationsdatei ist es wichtig, zwischen dem alten, kernelbasierten Treiber und dem neuen Xorg-Treiber zu unterscheiden. Die neue Konfigurationsdatei nutzt den Gerätepfad /dev/input/event* und spezialisiert sich auf Eingabegeräte mit einem bestimmten Produktnamen oder einer Geräte-ID. Die alte Konfiguration nutzte stets die Gerätedatei /dev/input/wacom mit unterschiedlichen Einträgen für den Pen, den Radierer, das Touchpad und so weiter. Die gezeigte Wacom-Konfigurationsdatei deckt somit alle Eingabegeräte von Wacom ab. In Arbeit sind zudem auch Treiber für Waltop-Geräte, etwa von Medion oder Aiptek. Der entsprechende Code befindet sich jedoch noch nicht "upstream".

im Grunde genommen sind auch die Einträge MatchDevicePath überflüssig, da einzig der Treiber wichtig ist. So kommt die mit OpenSuse 11.3 mitgelieferte Datei /etc/X11/xorg.conf.d/20-wacom.conf zum Beispiel komplett ohne die Verweise auf /dev/input/event* aus.

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Kommentare
Ubuntu 11.04: Cannot find device
grenzfrequence (unangemeldet), Samstag, 21. Mai 2011 20:54:28
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Leider wird die oben angegebene Fehlermeldung ausgegeben. Wie kann ich das Ding auf 11.04 zum laufen bringen?

Ebenfalls möchte ich gerne numpad-1 auf Button 1 legen. Was muss ich hierzu angeben?

Wäre echt super, wenn es auch auf 11.04 laufen würde.

LG


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Stylus beim Gedrückthalten Rechtsklick
Kai (unangemeldet), Montag, 11. Oktober 2010 09:35:23
Ein/Ausklappen

danke, habe über den Artikel ein Bamboo Tablet zum Laufen gebracht.
Ist es unter linux möglich beim Gedrückthalten des Pens das Kontextmenü (Rechtsklick) auszuführen?
Damit lässt sich wesentlich bequemer arbeiten.


Bewertung: 0 Punkte bei 1 Stimme.
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Begeistert
Jan Baden, Mittwoch, 08. September 2010 23:05:24
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Ich bin richtig froh, das es die Serie gibt. Habe meiner Freundin zur Weihnachten ein Wacom-board geschenkt, das bis jetzt nicht lief. Werde beide Artikel am Wochenende austesten.

Vielen Dank


Bewertung: 143 Punkte bei 5 Stimmen.
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Ein dickes Lob
Wolfgang Völker, Mittwoch, 08. September 2010 20:18:47
Ein/Ausklappen

Hallo Marcel.

du hast dir richtig doll Mühe gegeben mit dem zweiten Teil.
Das ist die bisher beste Erläuterung, die ich zur Einrichtung dieses Gerätes gelesen habe.


Bewertung: 108 Punkte bei 5 Stimmen.
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


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