Nachdem der erste Teil zum Wacom Bamboo Pen & Touch die Einrichtung des Xorg-Treibers und ganz am Rande das Setup in Gimp erklärt hat, beschäftigt sich dieser Teil nun mit der Feinjustierung des Tablets. Zahlreiche Anweisungen gelten auch für andere Tablets von Wacom, einige sind jedoch spezifisch für das Pen & Touch. Der Artikel versucht, die Trennung zwischen allgemein und produktspezifisch so offensichtlich wie möglich zu machen.
Wacom Bamboo Pen & Touch einrichten
| Grundlegendes Setup | http://www.linux-community.de/artikel/22106 |
| Feinjustierung | http://www.linux-community.de/artikel/22125 |
| Einrichtung der Programme | http://www.linux-community.de/artikel/22135 |
Ein Bisschen xorg.conf
Wie Teil 1 gezeigt hat, funktioniert das Setup eines Zeichentablets von Wacom mit den neuen Xorg-Treibern komplett ohne Einträge in der Konfigurationsdatei des X-Servers. Das System erkennt das Tablet dann einfach als schlichtes Eingabegerät – der Stift lässt sich quasi als Maus benutzen. Linux nutzt dazu den generischen evdev-Treiber, der für jegliche Arten von X-Events zuständig ist. Damit sollte bei jedem beliebigen Tablet zumindest der Stift funktionieren (allerdings dann ohne Druckfunktion).
Für eine echte Nutzung des Zeichentablets genügt das natürlich nicht – Sie müssen deshalb ein paar kleine Konfigurationsarbeiten vornehmen. Glücklicherweise braucht man dazu keine komplizierten Anpassungen an der Datei /etc/X11/xorg.conf oder muss diese sogar zunächst umständlich anlegen, es genügt einfach die im Kasten "Wacom-Konfiguration" abgedruckte Datei unter dem Namen 50-wacom.conf im Verzeichnis /etc/X11/xorg.conf.d/ abzuspeichern (Ubuntu legt die individuellen Konfigurationen unter /usr/lib/X11/xorg.conf.d/ ab). Falls im genannten Verzeichnis bereits eine Konfigurationsdatei 10-wacom.conf liegt, kann man diese ruhig als Backup belassen. Der X-Server liest zunächst die Dateien mit den kleinsten Nummern ein: Da die neue Datei mit 50 beginnt, überschreibt diese somit die vorhandene 10-wacom.conf. Viele Distributionen bringen bereits eine passende Konfigurationsdatei mit, sodass die zusätzliche Datei je nach benutzter Hardware gar nicht nötig ist.
Wacom-Konfiguration
Section "InputClass"
Identifier "Wacom class"
# MatchProduct "Wacom|WALTOP|WACOM"
MatchProduct "Wacom|WACOM"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
Identifier "Wacom serial class"
MatchProduct "Serial Wacom Tablet"
Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
Identifier "Wacom serial class identifiers"
MatchProduct "WACf|FUJ02e5|FUJ02e7"
Driver "wacom"
EndSection
# N-Trig Duosense Electromagnetic Digitizer
Section "InputClass"
Identifier "Wacom N-Trig class"
MatchProduct "HID 1b96:0001|N-Trig Pen"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Driver "wacom"
EndSection
Auch bei der neuen Konfigurationsdatei ist es wichtig, zwischen dem alten, kernelbasierten Treiber und dem neuen Xorg-Treiber zu unterscheiden. Die neue Konfigurationsdatei nutzt den Gerätepfad /dev/input/event* und spezialisiert sich auf Eingabegeräte mit einem bestimmten Produktnamen oder einer Geräte-ID. Die alte Konfiguration nutzte stets die Gerätedatei /dev/input/wacom mit unterschiedlichen Einträgen für den Pen, den Radierer, das Touchpad und so weiter. Die gezeigte Wacom-Konfigurationsdatei deckt somit alle Eingabegeräte von Wacom ab. In Arbeit sind zudem auch Treiber für Waltop-Geräte, etwa von Medion oder Aiptek. Der entsprechende Code befindet sich jedoch noch nicht "upstream".
im Grunde genommen sind auch die Einträge MatchDevicePath überflüssig, da einzig der Treiber wichtig ist. So kommt die mit OpenSuse 11.3 mitgelieferte Datei /etc/X11/xorg.conf.d/20-wacom.conf zum Beispiel komplett ohne die Verweise auf /dev/input/event* aus.



