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Vollmond

Das Spiel zum Wochenende: MoonPy

10.04.2010 Im Runden basierten Strategiespiel MoonPy gilt es die Mondoberfläche zu erobern. Der Moonbase Commander-Klon besticht dabei mit einem ungewöhnlichen und durchaus auch süchtig machenden Spielprinzip – wenn man denn einen menschlichen Gegner findet.

In MoonPy startet jeder Spieler mit einer kleinen Basis. Davon ausgehend darf er weitere Gebäude in die Landschaft stellen. Diese produzieren wiederum selbst Bauhöfe (Hubs), Geschütze, Reparatureinheiten und andere nützliche Dinge. Auf diese Weise vergrößert man sukzessive sein Territorium und sichert es gegen feindliche Angriffe.

Fesselspiele

Gemeinerweise ist jedes Gebäude über eine Leine (englisch Tether) mit seiner Produktionsstätte verbunden. Diese Energiebänder dürfen sich weder schneiden noch Hindernisse, wie Wassergräben überwinden. Zerstört ein Kontrahent ein Gebäude, so sprengt er gleichzeitig alle davon erzeugten Ableger in die Luft. Geht die Basis und somit der Ausgangspunkt aller Baumaßnahmen in Rauch auf, ist das Spiel verloren.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Gebäude sind über blinkende Energieketten miteinander verbunden, der Bumerang kümmert sich hier um die Luftabwehr.

MoonPy läuft strikt Runden basiert ab. Sobald ein Spieler am Zug ist, darf er eine Aktion auslösen und beispielsweise ein weiteres Gebäude bauen oder eine Rakete auf den Gegner abfeuern. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe.

Unter Strom

Jede Aktion kostet Energie. Ist diese aufgebraucht, bleibt der Spieler zum Zuschauen verdammt, bis auch seine Gegner ihre Reserven verpulvert haben. Sind keine Züge mehr möglich, startet die nächste Spielrunde mit dann wieder voll aufgeladenen Energiespeichern. Diese kann man in begrenzten Umfang selbst nachfüllen, indem man einen der achtlos auf dem Mond herum stehenden Energiepools anzapft.

Abbildung 2

Abbildung 2: Der rote Gegner kommt schon bedrohlich nahe. Um über das Wasser zu gelangen, muss man Brücken bauen.

MoonPy legt den Fokus auf Mehrspielerpartien über ein Netzwerk oder das Internet. Eine Hintergrundgeschichte wie im Vorbild Moonbase Commander [2] gibt es ebensowenig, wie brauchbare Computergegner oder gar ein Tutorial. Der Internetmodus ist zudem eine kleine Mogelpackung: Wer die entsprechende Schaltfläche Find Online Game anklickt, landet im Chat (genauer gesagt im IRC auf http://irc.freenode.net im Channel #moonpy). Dort darf man dann nach Gleichgesinnten rufen.

Startrampe

Die Installation von MoonPy ist schnell erledigt: Auf der Homepage stehen fertig geschnürte Pakete bereit, die allerdings für 64-Bit-Systeme ausgelegt sind. Wer noch mit einem 32-Bit Linux arbeitet, lädt sich das Quellcodearchiv herunter und entpackt es auf der Festplatte. Als nächstes spielt man über den Paketmanager die Software PyGame ein, öffnet ein Terminal und ruft im MoonPy-Verzeichnis den Befehl

./moon.py

auf.

Im Hauptmenü führt der erste Weg zu den Einstellungen (Settings), wo man sich einen neuen Spielernamen verpasst (Username). Vorsicht: Die Bedienelemente von MoonPy reagieren unter Umständen äußerst träge.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Menüs sind äußerst karg und reagieren träge. Hier entsteht eine neue Partie mit einem menschlichen und einem Computergegner.

Wieder zurück im Hauptmenü hat man nur die Möglichkeit selbst eine Partie aufzusetzen (Start Multiplayer Game) oder einer laufenden beizutreten (Join Multiplayer Game). Wer sich für ein neues Spiel entscheidet, klickt auf Start Hosting und wählt eine Kartengröße (Map Size). Per Add player fügt man einen weiteren Kontrahenten hinzu. Ob dies ein menschlicher Mitspieler oder ein dummer Computergegner (Dumb-bot) ist, entscheidet die Ausklappliste darüber. Mit einem Klick auf Start Game landet man schließlich auf dem Mond.

Bedienungshorror

Der grüne Knubbel ist die eigene Basis. In der rechten Leiste findet man alle möglichen Gebäude und Geschosse, die man entweder in die Landschaft oder auf die Gegner feuern kann. Dabei stehen am Anfang noch nicht alle Einheiten zur Verfügung. Das ausgewählte Exemplar erscheint am unteren Bildschirmrand erscheint.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die eigene grüne Basis wartet auf Anweisungen, die rote Linie zeigt die Richtung für Bauvorhaben oder den Abschuss einer Waffe.

Jetzt dreht man die rote Linie über die Schaltflächen mit den spitzen Klammern in dir Richtung, in der später das Gebäude stehen soll. Um es zu bauen braucht man einen gefühlvollen Zeigefinger: Während man die linke Maustaste über Fire gedrückt hält, läuft am oberen Rand ein Balken nach vorne. Je weiter er sich füllt, desto weiter entfernt von der Basis erscheint das Bauwerk und desto mehr Energie kostet es. Nach dem gleichen Prinzip schießt man auch Raketen und andere Knallkörper Richtung Feind.

Nach jedem Zug färben sich die Gebäude rot, als Zeichen, dass ein Gegenspieler an der Reihe ist. Um den Kartenausschnitt zu verschieben, nutzt man die Pfeiltasten, klickt rechts mit der Maus in die Welt oder links in die Übersicht am rechten oberen Bildschirmrand. Ein bestehendes Produktionsgebäude wählt man mit einem Linksklick aus.

Fazit

MoonPy konzentriert sich fast vollständig auf den Ausbau der Basis, wuselnde Infanterie oder Artillerie sucht man vergebens. Das Spielgefühl lässt sich am ehesten als Mischung aus Worms und Scorched 3D mit einer Prise Tower Defense beschreiben. Die Grafik ist zweckmäßig und bleibt weit hinter dem großen Vorbild Moonbase Commander zurück. Gleiches gilt für die umständliche Steuerung, die den Spielspaß ziemlich dämpft. Schade eigentlich, denn das Spielprinzip hat prinzipiell ein hohes Suchtpotenzial.

MoonPy-Details

Bezugsquelle: http://code.google.com/p/tether/
Entwickler: Project Tether
Lizenz: GPL v3
Preis: kostenlos
Voraussetzungen: halbwegs aktuelle Linux-Distribution

Infos

[1] MoonPy Homepage: http://code.google.com/p/tether/

[2] Moonbase Commander: http://www.atari.com/games/moonbase_command

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