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Fedora 12 Constantine

README

Fedora ist eine beliebte Linux-Distribution, die aus Red-Hat Linux hervorgegangen ist. Während der kommerzielle Bruder auf Stabilität setzt, produziert das Fedora Projekt alle sechs Monate eine neue Version mit aktuellen, innovativen Funktionen.

Mit Version 12, Codename Constantine, hat das Fedora-Projekt noch einmal seine Arbeitsweise gerändert. So gab es diesmal nur noch zwei Vorabversionen: Die Alpha erschien Mitte August und hatte bereits alle größeren Neuerungen an Bord, die einen Monat später folgende Beta-Version diente nur noch zur Fehlersuche. Dennoch schoben die Entwickler ganz stiekum vier Release Candidates hinterher, von denen der letzte zum finalen Fedora 12 wurde.

Gegenüber Fedora 11 haben die Entwickler vor allen Dingen Produktpflege betrieben und das gesamte System an vielen Stellen optimiert. So sorgt ein verbessertes Power-Management für eine geringere Energieaufnahme von Prozessor, Festplatten und Netzwerk. Zudem wurden in der 32-Bit-Fassung von Fedora sämtliche Softwarepakete für die i686-Architektur übersetzt. Damit läuft das gesamte System auf aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren schneller und effizienter. Besitzer von Atom-Prozessoren, wie sie gerne in Netbooks Verwendung finden, dürfen sich ebenfalls über spezielle Optimierungen freuen. Im Gegenzug läuft Fedora nicht mehr auf einigen älteren und selteneren Prozessoren. Neben dem Pentium I gehören dazu beispielsweise auch VIAs C3 mit Ezra und Samuel Kernen, sowie AMDs Geode GX, die lediglich den Befehlssatz eines Intel-Prozessors der i586-Generation bieten.

Abbildung 1

Abbildung 1: Um die Neuerungen im Desktop von Fedora 12 zu entdecken, muss man schon genauer hinsehen – beispielsweise steckt hinter dem gelben Zettel Gnote.

Oberflächlich

Alle obligatorischen Softwarepakete wurden auf den aktuellen Stand gebracht. So werkelt im Hintergrund der Linux-Kernel in Version 2.6.31, OpenOffice wurde auf die Version 3.1.1 gehievt, während GNOME in der Version 2.28 beiliegt. Nutzer dieses Desktop-Systems müssen allerdings mit Pidgin und dem Notizzettel Tomboy auf zwei alte Bekannte verzichten.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die bekannten Anwendungen wurden auf ihre aktuellen Versionen gehievt, OpenOffice beispielsweise auf die 3.1.1.

Zuletzt genannter wurde schon mit Fedora 10 von der Live-CD verbannt. Der Unterbau Mono nahm den Machern zu viel kostbaren Platz weg. In Fedora 12 wurde Tomboy nun endgültig gegen das schlankere, aber ähnlich leistungsfähige Gnote ersetzt. Für Pidgin kommt wie bei Ubuntu der Instant Messenger Empathy zum Einsatz, der sich laut Fedora-Entwickler besser in GNOME integriert.

Abbildung 3

Abbildung 3: In Fedora 12 erstezt der Instant Messenger Empathy den alten Pidgin, der Notizzettel Gnote kommt für Tomboy.

Das mit Fedora 11 eingeführte und heftig kritisierte GNOME-Applet zur Lautstärkereglung bekam ein paar vermisste Funktionen seines Vorgängers spendiert. So unterstützt es jetzt auch Profile, Input Switching und erlaubt eine einfachere Einrichtung der Lautsprecher. Der Videoplayer Totem kennt nur noch Gstreamer als Backend, totem-xine wurde komplett entfernt.

Abbildung 4

Abbildung 4: Das GNOME-Applet für die Lautstärkereglung hat einige Funktionen dazugelernt.

Einen Ausblick auf GNOME 3.0 verschafft die GNOME Shell Preview. Um die zukünftige Benutzeroberfläche in Augenschein nehmen zu können, muss man allerdings erst das Paket gnome-shell einspielen und sie dann noch über das Konfigurationswerkzeug für die Desktop-Effekte aktivieren.

GNOME-Konkurrent KDE kommt in der Version 4.3.2 und bringt ein aktualisiertes Air-Theme mit. Unter Plasma darf man endlich die Tastenkürzel vollkommen frei belegen. Der Fenstermanager kennt neue Desktop-Effekte und geht schneller zu Werke. Obendrauf gibt es noch ein neues Werkzeug, das Fehler an die Entwickler meldet, sowie eine Konfigurationsoberfläche für Infrarot-Fernbedienungen, die über die LIRC-Schnittstelle mit Linux kommunizieren. Fedora 11-Besitzer erhalten übrigens KDE 4.3 seit Mitte August als Update angeboten.

Abbildung 5

Abbildung 5: KDE liegt in Version 4.3.2 bei.

Einspieler

Sobald ein Benutzer ein Kommando aus einem nicht installierten Paket aufruft, spielt es ein neues Plugin für KPackageKit automatisch ein – etwas, das der Paketmanager aus Debian schon länger beherrscht. Von openSUSE scheint das Fedora-Team wiederum die 1-Click-Installation abgeschaut zu haben: Ein weiteres KPackageKit-Plugin ermöglicht die Installation von Software-Paketen direkt aus einem Webbrowser heraus. Ein Mausklick auf eine RPM-Datei genügt, und schon lädt KPackageKit das Paket herunter und spielt es nach einer kurzen Bestätigung ein.

Das yum-presto Plugin von Jonathan Dieter ist jetzt standardmäßig installiert. Es sorgt dafür, dass bei aktualisierten Programmpaketen nur noch die Änderungen zur Vorversion über das Internet wandern, was wiederum den Updatevorgang deutlich beschleunigt. Darüber hinaus nutzen die RPM-Pakete nicht mehr die alte gzip-Kompression, sondern das effizientere XZ-Format. Letzteres beruht auf dem LZMA-Kompressionsverfahren, das auch beim Packprogramm 7zip zum Einsatz kommt. Durch die so geschrumpften Pakete konnten die Fedora-Entwickler einige weitere Anwendungen auf die Installationsmedien pressen.

Ins Netz gegangen

Seit Fedora 7 kümmert sich der bei Red Hat entwickelte NetworkManager um die Netzwerkkonfiguration. Mit Fedora 12 soll die Einrichtung von Verbindungen noch einfacher ablaufen. So zeigt der NetworkManager jetzt auch die Signalstärke der zur Verfügung stehenden, mobilen Breitbandverbindungen an – insbesondere unterwegs eine äußerst nützliche Entscheidungshilfe. Fedora 12 erkennt gegenüber seinem Vorgänger zudem eine größere Auswahl entsprechender Hardware, die eine Datenbank mit bekannten Mobilfunkbetreibern noch schneller ins Netz bringt.

Der NetworkManager kann jetzt auch systemweite Netzwerkverbindungen einrichten, also Verbindungen, die allen Benutzern des Computers bereitstehen. Fedora baut sie sogar schon während des Startvorgangs auf, es besteht also bereits vor der eigentlichen Anmeldung eine Verbindung nach Außen. Wer solche systemweiten Verbindungen einrichten darf, bestimmt PolicyKit über entsprechende Policies. Systemweite Verbindungen sind in Fedora 12 allerdings nur mit kabelgebundenen oder drahtlosen Verbindungen möglich, VPNs muss jeder Benutzer weiterhin selbst einrichten. Immerhin gibt es noch eine verbesserte Unterstützung für IPv6, dessen Einstellungen jetzt ein eigenes Register in der grafischen Oberfläche zusammenfasst.

Abbildung 6

Abbildung 6: Über den NetworkManager lassen sich jetzt auch IPv6-Verbindungen bequem einrichten.

Die neu eingeführte Unterstützung von Personal Area Networks (PAN) über Bluetooth (so genannte Piconets) erlaubt beispielsweise den schnellen Zugriff auf das Internet über das eigene Mobiltelefon. Apropos Bluetooth: Den entsprechenden Hintergrunddienst startet Fedora 12 nur noch, wenn er tatsächlich gebraucht wird und stoppt ihn automatisch nach 30 Sekunden Funkstille. Dies spart nicht nur Zeit beim Systemstart, sondern schont auch Ressourcen.

Dank der Integration der Open Broadcom Firmware (openfwwf) unterstützt Fedora 12 die davon abhängigen Chipsätze. Computer mit entsprechendem Broadcom-WLAN-Adapter sollten folglich direkt nach dem Systemstart einsatzbereit sein.

Auch die Unterstützung von Webcams wurde gegenüber Fedora 11 noch einmal verbessert. Hans de Goede, Entwickler der von fast allen Webcam-Programmen genutzten libv4l-Bibliothek, verspricht eine bessere Videoqualität, insbesondere mit billigeren Webcams. Darüber hinaus soll Fedora 12 mehr Webcam-Modelle nutzen können, als noch sein Vorgänger.

Hingucker

Viel Neues gibt es im Bereich der Grafikkarten zu vermelden. Zwar setzen die Fedora-Entwickler immer noch vollständig auf freie Grafikkartentreiber, die jedoch zusehends Fortschritte machen. So bietet Fedora 12 erstmals experimentelle 3D-Beschleunigung für AMD-Karten der Modelle Radeon HD 2400 und neuer. Zusammen mit dem nachinstallierten mesa-dri-drivers-experimental-Paket soll man zumindest in den Genuss von 3D-Desktop-Effekten gelangen.

Kernel Mode Setting (kurzs KMS) hielt erstmals in Fedora 10 Einzug. Damals wurden lediglich AMD-Karten unterstützt, Intel-Hardware kam mit Fedora 11 hinzu. Jetzt schaltet der Linux-Kernel auch bei NVIDIA-Karten schon beim Bootvorgang auf eine höhere Auflösung um und reduziert so gleichzeitig das Flackern beim Starten und Beenden des X Window System. All dies ermöglicht der standardmäßig für NVIDIA-Grafikkarten genutzte, alternative Nouveau-Treiber. Über ihn bietet Fedora 12 auch erstmals rudimentäre Unterstützung von Suspend-Funktionen.

Die Startsequenz der Distribution kommt nun besser mit mehreren Monitoren klar. Der wenig später erscheinende Desktop breitet sich standardmäßig über alle entdeckten Schirme aus. Anwender können folglich sofort den gesamten Platz nutzen und bekommen nicht mehr auf jedem Bildschirm die gleichen Ausgaben präsentiert. Das gilt übrigens auch für NVIDIA-Grafikkarten, die in Fedora 11 erst nach manuellem Eingriff in die Konfigurationsdateien den Desktop über alle Monitore erweiterten.

Besitzer von Intel-Grafikkarten dürfen nun endlich auch ihren DisplayPort nutzen. Auf Nvidia und AMD-Karten liegt er jedoch noch mindestens bis zur nächsten Fedora-Version brach. Die kommerziellen Nvidia und AMD-Treiber muss man übrigens weiterhin manuell installieren – die nach der Installation aktivierten, offiziellen Repositories ignorieren sie jedenfalls komplett.

Schall und Rauch

Das freie Audio-Dateiformat Ogg Vorbis haben viele Linux-Nutzer schon als MP3-Konkurrent schätzen gelernt. Weitaus weniger verbreitet ist das Video-Pendant Ogg Theora. Auftrieb könnte es durch seine Integration in die neuen Firefox-Versionen erleben. Fedora 12 liegt Ogg Theora in der brand neuen Version 1.1 (Codename Thusnelda) bei. Diese hatte die zuständige Xiph.org Foundation erst im September freigegeben. Sie bietet nicht nur überarbeitete Streaming-Fähigkeiten, sondern verspricht auch eine wesentlich bessere Bildqualität. Letztere bleibt allerdings noch hinter der von H.264 kodierten Videos und somit BluRay zurück.

Um die Wiedergabe von Audiomaterial kümmert sich im Hintergrund der PulseAudio Soundserver. In Fedora 12 bekam er einen verbesserten Mixer spendiert, mit dem sich die Lautstärke wesentlich feiner und sicherer regeln lässt. Die Integration mit dem Rygel UPnP Media Server ermöglicht es, Audiomaterial direkt vom eigenen Computer auf ein beliebiges UPnP-fähiges beziehungsweise DLNA sprechendes Gerät zu leiten (streamen), unter anderem auch auf die Playstation 3. Mit Hotplug-Geräten geht PulseAudio nun etwas intelligenter um: Spielt man eine Musikdatei über das Standardausgabegerät ab und zieht dieses dabei vom Rechner ab, wandern die Audiodaten zu einem anderen Ausgang. Stöpselt man das alte Gerät wieder ein, leitet PulseAudio die Musik wieder dorthin um. Darüber hinaus erkennt der Soundserver auch Audiogeräte, die über Bluetooth kommunizieren und unterstützt Ereignisklänge mit Surround-Sound. Damit ist es beispielsweise möglich, schon bei der Anmeldung ein Jingle im 5.1-Mehrkanalton abzuspielen – laut Entwickler sogar in bester THX-Kinoqualität.

Abbildung 7

Abbildung 7: Fedora 12 setzt im Gegensatz zu Ubuntu noch den alten Grub, der immerhin jetzt von Ext4-Partitionen booten kann.

Unter der Haube

Der Bootloader Grub kann das System endlich auch von einem Ext4-Dateisystem starten. In Fedora 11 war dazu immer noch eine separate Boot-Partition im Ext3- oder Ext2-Format notwendig. Im Gegensatz zu Ubuntu wagen die Fedora-Entwickler aber noch nicht den Umstieg auf das neue GRUB2.

Bis Fedora 11 wurde die zum Booten benötigte Initial Ramdisk (initrd) mit mkinitrd erzeugt, das jedoch recht monolithische, starre und distributionsabhängige Ergebnisse produzierte. Mehr Flexibilität soll das modulare Dracut bieten. Neben Fedora nutzt es auch das OLPC-Projekt, die dort entstandenen OLPC-Dracut-Module finden sich im Fedora Repository.

Im Hintergrund wacht das Werkzeug Abrt über Abstürze. Im Gegensatz zu Fedora 11 ist es nun standardmäßig aktiv und soll insbesondere normalen Benutzern die Meldung von Programmfehlern erleichtern. Sobald Abrt ein Problem entdeckt, sammelt es selbstständig alle für die Entwickler relevanten Informationen, erstellt daraus einen Fehlerbericht und sendet diesen dann per Knopfdruck an das Fehlerverwaltungssystem Bugzilla. Abrt löst das bisherige Gespann aus bug-buddy und kerneloops ab, leistet aber mehr: So fängt es schwere Abstürze (Segmentation Faults) nicht mehr nur von GTK+-Anwendungen, sondern beliebigen Programmen auf und berücksichtigt sogar Fehler in Python-Software (Python Backtraces).

Schnelle Vermehrung

Profis freuen sich auf verbesserte Virtualisierungsfunktionen. Wie in den Vorversionen setzt das Fedora-Team auf KVM und verspricht Verbesserungen unter anderem bei der Performance, im Management und bei der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen. Zugriffe auf Festplattenimages im qcow2-Format sollen jetzt wesentlich schneller ablaufen und der Einsatz von Kernel Shared Memory (KSM) weniger Hauptspeicher verschenken. PCI-Geräte mit Unterstützung für SR-IOV (Single Root I/O Virtualization) lassen sich von mehreren virtualisierten Maschinen gleichzeitig nutzen. Ihre Festplattenimages manipuliert wiederum das neue Werkzeug guestfish, dessen Funktionen sich über die Bibliothek libguestfs auch in selbstgeschriebenen Programmen anzapfen lassen. Netzwerkschnittstellen kann man jetzt über das libvirt/virt-manager Gespann einer virtuellen Maschine hinzufügen, ohne das darin laufende System neu starten zu müssen. Abschließend ersetzt gPXE das alte etherboot, mit dem sich Gäste via PXE über das Netzwerk booten lassen.

Administratoren können gleich einen ganzen Cluster aus Fedora-Systemen aus einem einzigen, gemeinsam genutzten Root-Dateisystem starten. Zudem dürfen sie ein (verteiltes) GFS2-Dateisystem durch einen Samba-Cluster freigeben und so einen hochverfügbaren Samba-Dienst aufbauen.

Mit Sicherheit

Das SELinux Alert Monitoring Werkzeug sendet auf Wunsch SELinux Probleme mit wenigen Mausklicks an Bugzilla. Darüber hinaus ist es ab sofort möglich, eine Anwendung in eine sichere Sandbox zu sperren und somit ihren Aktionsradius zu begrenzen.

Die Fedora-Entwickler haben auch die Zugriffsrechte unter die Lupe genommen und sie für viele Verzeichnisse, Dateien und Prozesse verschärft. Insbesondere laufen einige Kernkomponenten nicht mehr mit Super-User-Rechten. Steve Grubb von Red Hat hat zudem die Bibliothek libcap-ng beigesteuert, welche die alte libcap-Bibliothek ersetzt und den Umgang mit den so genannten POSIX Capabilities erleichtern soll. In Fedora 12 wurde libcap-ng bereits in viele Kernkomponenten integriert, um so die Sicherheit des Systems zu erhöhen.

Entwicklerlösung

Programmierer freuen sich über eine mit Plugins vollgestopfte Eclipse Galileo Entwicklungsumgebung. Zu den Erweiterungen zählen unter anderem ein Verlilog/VHDL-Editor, die Doxygen-Integration eclipse-eclox und der Remote System Explorer. Alternativ greifen Java-Entwickler auf die neueste Version der NetBeans IDE zurück.

Des Weiteren hat Fedora 12 nun Perl 6 an Bord, die komplette Haskell Plattform 2009-2.0.2 (mit ghc in Version 6.10.4), sowie PHP 5.3. Das Testwerkzeug SystemTrap 1.0 analysiert laufende Anwendungen, ohne sie dafür speziell patchen zu müssen und integriert sich auf Wunsch vollständig in Eclipse.

Mit dem X.Org Server 1.7 halten auch die X Input Extension in Version 2.0 (XI2) Einzug in Fedora. Diese Erweiterung bietet eine neue Programmierschnittstelle für den Umgang mit Eingabegeräten. Dank der Multi-Pointer X (kurz MPX) kommt der X Server endlich mit mehreren Eingabegeräten gleichzeitig zurecht und zeichnet sogar für jedes von ihnen einen eigenen, unabhängige Mauszeiger auf den Bildschirm. Diese Fähigkeiten können Anwendungen beispielsweise für Multitouch-Eingaben verwenden. Denkbar sind auch Programme oder Spiele, die mehrere Nutzer an einem Computer erlauben, wie etwa in Klassenräumen, wo sich zwei Schüler einen Arbeitsplatz teilen. Bis solche ersten Anwendungen erscheinen, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen.

An der Quelle

Fedora 12 steht auf der Homepage entweder als 4,5 GB großes DVD-Image oder in Form von fünf CD-Images zum Download bereit. Obendrauf gibt es noch verschiedene, unterschiedlich ausgestattete Live-CDs. Im Gegensatz zu vielen anderen Distributionen ist Fedora neben den obligatorischen 32-Bit und 64-Bit Fassungen für x86-Prozessoren auch noch für PowerPC-Systeme erhältlich. Letztere müssen allerdings auf die Live-CDs verzichten.

Durch die Eingangs erwähnten Optimierungen stiegen auch die Systemanforderungen. So verlangt Fedora 12 mindestens einen Computer mit Pentium Pro-Prozessor und 256 MB Hauptspeicher. Alle mitgelieferten Programmpakete verschlingen zusammen 9 GB auf der Festplatte.

Eigens für Netbooks produziert das Fedora-Projekt eine spezielle Remix Live-CD. Sie nutzt die Bedienoberfläche der eigentlich von Intel initiierten Moblin-Distribution. Wer sie auch unter dem normalen Fedora 12 nutzen möchte, muss die Moblin Desktop-Umgebung über den Paketmanager nachinstallieren und am Anmeldebildschirm Moblin als Desktop-Manager wählen.

Sämtliche Images mit einem Live-System lassen sich zudem direkt per dd-Kommando auf einen USB-Stick schreiben:

dd if=imagename.iso of=/dev/sdc

wobei /dev/sdc für den Namen des USB-Sticks steht. Der Befehl macht ihn gleichzeitig bootfähig, der Computer lässt sich also direkt vom Stick starten. Da dieser Weg jedoch die Daten auf dem USB-Medium ohne Rückfrage überschreibt, empfehlen die Fedora-Macher auf den Fedora Live USB Creator für Windows oder die livecd-tools für Fedora auszuweichen.

Fazit

Fedora 12 weiß mit kleinen, aber nützlichen Details zu begeistern. Da verzeiht man gerne, dass größere Neuerungen ausblieben. Die häufig angepriesene Innovationsfreudigkeit scheint aber nur teilweise durch. So packt zwar Version 12 zwar alle Pakete, GRUB 2 muss aber noch draußen bleiben. Eine vollständige Liste aller Neuheiten und Änderungen liefern die Release Notes auf der Fedora-Homepage [2].

Infos

[1] Homepage des Fedora-Projekts: http://fedoraproject.org/de/

[2] Dokumentation und Release Notes: http://docs.fedoraproject.org/ und http://docs.fedoraproject.org/release-notes/f12/en-US/html/

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