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Fedora 12 Constantine

Schall und Rauch

Das freie Audio-Dateiformat Ogg Vorbis haben viele Linux-Nutzer schon als MP3-Konkurrent schätzen gelernt. Weitaus weniger verbreitet ist das Video-Pendant Ogg Theora. Auftrieb könnte es durch seine Integration in die neuen Firefox-Versionen erleben. Fedora 12 liegt Ogg Theora in der brand neuen Version 1.1 (Codename Thusnelda) bei. Diese hatte die zuständige Xiph.org Foundation erst im September freigegeben. Sie bietet nicht nur überarbeitete Streaming-Fähigkeiten, sondern verspricht auch eine wesentlich bessere Bildqualität. Letztere bleibt allerdings noch hinter der von H.264 kodierten Videos und somit BluRay zurück.

Um die Wiedergabe von Audiomaterial kümmert sich im Hintergrund der PulseAudio Soundserver. In Fedora 12 bekam er einen verbesserten Mixer spendiert, mit dem sich die Lautstärke wesentlich feiner und sicherer regeln lässt. Die Integration mit dem Rygel UPnP Media Server ermöglicht es, Audiomaterial direkt vom eigenen Computer auf ein beliebiges UPnP-fähiges beziehungsweise DLNA sprechendes Gerät zu leiten (streamen), unter anderem auch auf die Playstation 3. Mit Hotplug-Geräten geht PulseAudio nun etwas intelligenter um: Spielt man eine Musikdatei über das Standardausgabegerät ab und zieht dieses dabei vom Rechner ab, wandern die Audiodaten zu einem anderen Ausgang. Stöpselt man das alte Gerät wieder ein, leitet PulseAudio die Musik wieder dorthin um. Darüber hinaus erkennt der Soundserver auch Audiogeräte, die über Bluetooth kommunizieren und unterstützt Ereignisklänge mit Surround-Sound. Damit ist es beispielsweise möglich, schon bei der Anmeldung ein Jingle im 5.1-Mehrkanalton abzuspielen – laut Entwickler sogar in bester THX-Kinoqualität.

Abbildung 7: Fedora 12 setzt im Gegensatz zu Ubuntu noch den alten Grub, der immerhin jetzt von Ext4-Partitionen booten kann.

Unter der Haube

Der Bootloader Grub kann das System endlich auch von einem Ext4-Dateisystem starten. In Fedora 11 war dazu immer noch eine separate Boot-Partition im Ext3- oder Ext2-Format notwendig. Im Gegensatz zu Ubuntu wagen die Fedora-Entwickler aber noch nicht den Umstieg auf das neue GRUB2.

Bis Fedora 11 wurde die zum Booten benötigte Initial Ramdisk (initrd) mit mkinitrd erzeugt, das jedoch recht monolithische, starre und distributionsabhängige Ergebnisse produzierte. Mehr Flexibilität soll das modulare Dracut bieten. Neben Fedora nutzt es auch das OLPC-Projekt, die dort entstandenen OLPC-Dracut-Module finden sich im Fedora Repository.

Im Hintergrund wacht das Werkzeug Abrt über Abstürze. Im Gegensatz zu Fedora 11 ist es nun standardmäßig aktiv und soll insbesondere normalen Benutzern die Meldung von Programmfehlern erleichtern. Sobald Abrt ein Problem entdeckt, sammelt es selbstständig alle für die Entwickler relevanten Informationen, erstellt daraus einen Fehlerbericht und sendet diesen dann per Knopfdruck an das Fehlerverwaltungssystem Bugzilla. Abrt löst das bisherige Gespann aus bug-buddy und kerneloops ab, leistet aber mehr: So fängt es schwere Abstürze (Segmentation Faults) nicht mehr nur von GTK+-Anwendungen, sondern beliebigen Programmen auf und berücksichtigt sogar Fehler in Python-Software (Python Backtraces).

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Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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