Ins Netz gegangen

Seit Fedora 7 kümmert sich der bei Red Hat entwickelte NetworkManager um die Netzwerkkonfiguration. Mit Fedora 12 soll die Einrichtung von Verbindungen noch einfacher ablaufen. So zeigt der NetworkManager jetzt auch die Signalstärke der zur Verfügung stehenden, mobilen Breitbandverbindungen an – insbesondere unterwegs eine äußerst nützliche Entscheidungshilfe. Fedora 12 erkennt gegenüber seinem Vorgänger zudem eine größere Auswahl entsprechender Hardware, die eine Datenbank mit bekannten Mobilfunkbetreibern noch schneller ins Netz bringt.

Der NetworkManager kann jetzt auch systemweite Netzwerkverbindungen einrichten, also Verbindungen, die allen Benutzern des Computers bereitstehen. Fedora baut sie sogar schon während des Startvorgangs auf, es besteht also bereits vor der eigentlichen Anmeldung eine Verbindung nach Außen. Wer solche systemweiten Verbindungen einrichten darf, bestimmt PolicyKit über entsprechende Policies. Systemweite Verbindungen sind in Fedora 12 allerdings nur mit kabelgebundenen oder drahtlosen Verbindungen möglich, VPNs muss jeder Benutzer weiterhin selbst einrichten. Immerhin gibt es noch eine verbesserte Unterstützung für IPv6, dessen Einstellungen jetzt ein eigenes Register in der grafischen Oberfläche zusammenfasst.

Abbildung 6: Über den NetworkManager lassen sich jetzt auch IPv6-Verbindungen bequem einrichten.

Die neu eingeführte Unterstützung von Personal Area Networks (PAN) über Bluetooth (so genannte Piconets) erlaubt beispielsweise den schnellen Zugriff auf das Internet über das eigene Mobiltelefon. Apropos Bluetooth: Den entsprechenden Hintergrunddienst startet Fedora 12 nur noch, wenn er tatsächlich gebraucht wird und stoppt ihn automatisch nach 30 Sekunden Funkstille. Dies spart nicht nur Zeit beim Systemstart, sondern schont auch Ressourcen.

Dank der Integration der Open Broadcom Firmware (openfwwf) unterstützt Fedora 12 die davon abhängigen Chipsätze. Computer mit entsprechendem Broadcom-WLAN-Adapter sollten folglich direkt nach dem Systemstart einsatzbereit sein.

Auch die Unterstützung von Webcams wurde gegenüber Fedora 11 noch einmal verbessert. Hans de Goede, Entwickler der von fast allen Webcam-Programmen genutzten libv4l-Bibliothek, verspricht eine bessere Videoqualität, insbesondere mit billigeren Webcams. Darüber hinaus soll Fedora 12 mehr Webcam-Modelle nutzen können, als noch sein Vorgänger.

Hingucker

Viel Neues gibt es im Bereich der Grafikkarten zu vermelden. Zwar setzen die Fedora-Entwickler immer noch vollständig auf freie Grafikkartentreiber, die jedoch zusehends Fortschritte machen. So bietet Fedora 12 erstmals experimentelle 3D-Beschleunigung für AMD-Karten der Modelle Radeon HD 2400 und neuer. Zusammen mit dem nachinstallierten mesa-dri-drivers-experimental-Paket soll man zumindest in den Genuss von 3D-Desktop-Effekten gelangen.

Kernel Mode Setting (kurzs KMS) hielt erstmals in Fedora 10 Einzug. Damals wurden lediglich AMD-Karten unterstützt, Intel-Hardware kam mit Fedora 11 hinzu. Jetzt schaltet der Linux-Kernel auch bei NVIDIA-Karten schon beim Bootvorgang auf eine höhere Auflösung um und reduziert so gleichzeitig das Flackern beim Starten und Beenden des X Window System. All dies ermöglicht der standardmäßig für NVIDIA-Grafikkarten genutzte, alternative Nouveau-Treiber. Über ihn bietet Fedora 12 auch erstmals rudimentäre Unterstützung von Suspend-Funktionen.

Die Startsequenz der Distribution kommt nun besser mit mehreren Monitoren klar. Der wenig später erscheinende Desktop breitet sich standardmäßig über alle entdeckten Schirme aus. Anwender können folglich sofort den gesamten Platz nutzen und bekommen nicht mehr auf jedem Bildschirm die gleichen Ausgaben präsentiert. Das gilt übrigens auch für NVIDIA-Grafikkarten, die in Fedora 11 erst nach manuellem Eingriff in die Konfigurationsdateien den Desktop über alle Monitore erweiterten.

Besitzer von Intel-Grafikkarten dürfen nun endlich auch ihren DisplayPort nutzen. Auf Nvidia und AMD-Karten liegt er jedoch noch mindestens bis zur nächsten Fedora-Version brach. Die kommerziellen Nvidia und AMD-Treiber muss man übrigens weiterhin manuell installieren – die nach der Installation aktivierten, offiziellen Repositories ignorieren sie jedenfalls komplett.

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