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Volles Dutzend

Fedora 12 Constantine

17.11.2009
Mit fast zweiwöchiger Verspätung erscheint heute/erschien am 17. November die zwölfte Auflage der beliebten Linux-Distribition Fedora. Große Neuerungen blieben zwar aus, dafür gab es aber viele nützliche Detailverbesserungen unter der Haube.

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Fedora ist eine beliebte Linux-Distribution, die aus Red-Hat Linux hervorgegangen ist. Während der kommerzielle Bruder auf Stabilität setzt, produziert das Fedora Projekt alle sechs Monate eine neue Version mit aktuellen, innovativen Funktionen.

Mit Version 12, Codename Constantine, hat das Fedora-Projekt noch einmal seine Arbeitsweise gerändert. So gab es diesmal nur noch zwei Vorabversionen: Die Alpha erschien Mitte August und hatte bereits alle größeren Neuerungen an Bord, die einen Monat später folgende Beta-Version diente nur noch zur Fehlersuche. Dennoch schoben die Entwickler ganz stiekum vier Release Candidates hinterher, von denen der letzte zum finalen Fedora 12 wurde.

Gegenüber Fedora 11 haben die Entwickler vor allen Dingen Produktpflege betrieben und das gesamte System an vielen Stellen optimiert. So sorgt ein verbessertes Power-Management für eine geringere Energieaufnahme von Prozessor, Festplatten und Netzwerk. Zudem wurden in der 32-Bit-Fassung von Fedora sämtliche Softwarepakete für die i686-Architektur übersetzt. Damit läuft das gesamte System auf aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren schneller und effizienter. Besitzer von Atom-Prozessoren, wie sie gerne in Netbooks Verwendung finden, dürfen sich ebenfalls über spezielle Optimierungen freuen. Im Gegenzug läuft Fedora nicht mehr auf einigen älteren und selteneren Prozessoren. Neben dem Pentium I gehören dazu beispielsweise auch VIAs C3 mit Ezra und Samuel Kernen, sowie AMDs Geode GX, die lediglich den Befehlssatz eines Intel-Prozessors der i586-Generation bieten.

Abbildung 1: Um die Neuerungen im Desktop von Fedora 12 zu entdecken, muss man schon genauer hinsehen – beispielsweise steckt hinter dem gelben Zettel Gnote.

Oberflächlich

Alle obligatorischen Softwarepakete wurden auf den aktuellen Stand gebracht. So werkelt im Hintergrund der Linux-Kernel in Version 2.6.31, OpenOffice wurde auf die Version 3.1.1 gehievt, während GNOME in der Version 2.28 beiliegt. Nutzer dieses Desktop-Systems müssen allerdings mit Pidgin und dem Notizzettel Tomboy auf zwei alte Bekannte verzichten.

Abbildung 2: Die bekannten Anwendungen wurden auf ihre aktuellen Versionen gehievt, OpenOffice beispielsweise auf die 3.1.1.

Zuletzt genannter wurde schon mit Fedora 10 von der Live-CD verbannt. Der Unterbau Mono nahm den Machern zu viel kostbaren Platz weg. In Fedora 12 wurde Tomboy nun endgültig gegen das schlankere, aber ähnlich leistungsfähige Gnote ersetzt. Für Pidgin kommt wie bei Ubuntu der Instant Messenger Empathy zum Einsatz, der sich laut Fedora-Entwickler besser in GNOME integriert.

Abbildung 3: In Fedora 12 erstezt der Instant Messenger Empathy den alten Pidgin, der Notizzettel Gnote kommt für Tomboy.

Das mit Fedora 11 eingeführte und heftig kritisierte GNOME-Applet zur Lautstärkereglung bekam ein paar vermisste Funktionen seines Vorgängers spendiert. So unterstützt es jetzt auch Profile, Input Switching und erlaubt eine einfachere Einrichtung der Lautsprecher. Der Videoplayer Totem kennt nur noch Gstreamer als Backend, totem-xine wurde komplett entfernt.

Abbildung 4: Das GNOME-Applet für die Lautstärkereglung hat einige Funktionen dazugelernt.

Einen Ausblick auf GNOME 3.0 verschafft die GNOME Shell Preview. Um die zukünftige Benutzeroberfläche in Augenschein nehmen zu können, muss man allerdings erst das Paket gnome-shell einspielen und sie dann noch über das Konfigurationswerkzeug für die Desktop-Effekte aktivieren.

GNOME-Konkurrent KDE kommt in der Version 4.3.2 und bringt ein aktualisiertes Air-Theme mit. Unter Plasma darf man endlich die Tastenkürzel vollkommen frei belegen. Der Fenstermanager kennt neue Desktop-Effekte und geht schneller zu Werke. Obendrauf gibt es noch ein neues Werkzeug, das Fehler an die Entwickler meldet, sowie eine Konfigurationsoberfläche für Infrarot-Fernbedienungen, die über die LIRC-Schnittstelle mit Linux kommunizieren. Fedora 11-Besitzer erhalten übrigens KDE 4.3 seit Mitte August als Update angeboten.

Abbildung 5: KDE liegt in Version 4.3.2 bei.

Einspieler

Sobald ein Benutzer ein Kommando aus einem nicht installierten Paket aufruft, spielt es ein neues Plugin für KPackageKit automatisch ein – etwas, das der Paketmanager aus Debian schon länger beherrscht. Von openSUSE scheint das Fedora-Team wiederum die 1-Click-Installation abgeschaut zu haben: Ein weiteres KPackageKit-Plugin ermöglicht die Installation von Software-Paketen direkt aus einem Webbrowser heraus. Ein Mausklick auf eine RPM-Datei genügt, und schon lädt KPackageKit das Paket herunter und spielt es nach einer kurzen Bestätigung ein.

Das yum-presto Plugin von Jonathan Dieter ist jetzt standardmäßig installiert. Es sorgt dafür, dass bei aktualisierten Programmpaketen nur noch die Änderungen zur Vorversion über das Internet wandern, was wiederum den Updatevorgang deutlich beschleunigt. Darüber hinaus nutzen die RPM-Pakete nicht mehr die alte gzip-Kompression, sondern das effizientere XZ-Format. Letzteres beruht auf dem LZMA-Kompressionsverfahren, das auch beim Packprogramm 7zip zum Einsatz kommt. Durch die so geschrumpften Pakete konnten die Fedora-Entwickler einige weitere Anwendungen auf die Installationsmedien pressen.

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