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Geknackt

Vodafone 845: Angepasstes Android auf dem Handy installieren

01.10.2010
Wer mit den Funktionen oder dem Design des ausgelieferten Android-Systems unzufrieden ist, dem kann geholfen werden: Im Internet gibt es passende Firmware-Dateien, die sich mit einigen Klimmzügen installieren lassen. Dieser Artikel zeigt, wie es mit dem Vodafone 845 klappt.

Auf eigene Gefahr

Ausdrücklich sei darauf hingewiesen, dass die hier beschriebene Änderung am Android-Telefon mit Sicherheit zum Verlust der Garantie führt. Auch ist es nicht auszuschließen, dass Ihr Handy nicht mehr bootet, wenn bei der Prozedur etwas schief geht.

Schon seit längerem wollte ich ein Android-Handy besitzen, um beim Programmieren eigene Entwicklungen nicht nur im Emulator, sondern auch auf einem echten Handy auszuprobieren. Zum Beispiel lässt sich GPS zwar auch im Emulator nachbilden, aber mit einem echten Gerät geht es eben doch einfacher. Eine kurze Recherche im Web führte zum Vodafone 845 (auch Huawei Joy) als billigstem Gerät für damals noch 129 Euro – mittlerweile ist es sogar schon für 99 Euro zu haben. Natürlich kann man für diesen Betrag kein Highend-Smartphone erwarten, aber es erfüllt die Mindestanforderungen an ein Android-Phone: 3G-Netzwerk, Touchscreen, GPS und Wifi. Der resistive Touchscreen ist tatsächlich etwas schwergängig und das Gerät selbst nicht das schnellste, aber was will man von einem ansonsten vollständiges Android-Smartphone für 99 Euro erwarten?

Was mir allerdings von Anfang an nicht behagte, waren die allgegenwärtigen Vodafone-Logos, ob beim Booten oder später auf dem Startbildschirm des Telefons. Außerdem wollte ich schon lange wissen, wie man auf einem Android-Phone an Administrator-Rechte kommen konnte, eigene Firmware installieren und so weiter. Wenn man im Netz zu dem Thema recherchiert, wird man recht schnell fündig, findet sich aber gleichzeitig in einem Wust von widersprüchlichen Foren-Einträgen wieder. Schließlich habe ich es aber doch geschafft, auf dem Vodafone 845 eine gehackte Android-Version zu installieren. Wie Sie das mit einem eigenen Gerät nachmachen, erfahren Sie gleich. Die Prozedur ist übrigens bei allen Android-Geräten ähnlich, aber die Firmware-Images unterscheiden sich naturgemäß.

Superboot

Zuerst laden Sie sich das Programm Superboot aus dem Netz herunter [1]. Hier ist zum ersten aber nicht letzten Mal Gottvertrauen gefragt, denn die meisten der verwendeten Dateien liegen auf obskuren Filesharing-Servern und könnten genauso gut ein Software mit einer Backdoor enthalten. Entpacken Sie die Zip-Datei 1.0-pulsemini-superboot.zip und schließen Sie das Handy über das mitgelieferte USB-Kabel an den Computer an. Sie starten es dann im Recovery-Modus, indem Sie gleichzeitig die Tasten Leiser und Auflegen (rechts unten) drücken und das Handy einschalten. Es bleibt beim Booten stehen und zeigt die drehende Sanduhr. Am Computer startet Sie nun im Terminal das Skript superboot-linux.sh. Unter Windows und Mac OS X verwenden Sie die entsprechenden Skripte.

Laden Sie sich dann von [2] das AmonRA Recovery-Tool herunter und entpacken Sie es ebenfalls. Booten Sie wieder wie oben beschrieben im Recovery-Modus und führen Sie auf dem Computer install-recovery-linux.sh aus, auf anderen Betriebssystemen eine der anderen beiden Dateien.

Um danach neu zu booten, müssen Sie den Akku aus dem Handy entfernen. Da Sie dazu das Gehäuse öffnen müssen, können Sie auch gleich eine SD-Karte in den entsprechenden Slot einsetzen, die Sie für die weitere Installation benötigen. Schalten Sie dieses Mal das Handy ein, während Sie die Lauter- und die Anrufen-Taste (links unten) gedrückt halten. Sie gelangen dann in das Menü des Recovery-Tools.

Wählen Sie dort Partition sd card, indem Sie mit dem Dpad (die mittlere, quadratische Taste des Telefons) durchs Menü navigieren und dann drücken. Die Swap-Size stellen Sie auf 0 MByte, die Ext2-Size auf 512, der Rest wird automatisch für FAT32 verwendet. Bestätigen Sie mit dem Dpad die Einstellungen, dann partitioniert und formatiert das Programm die SD-Karte. Hat es geklappt, sehen Sie die Meldung Partitioning complete (Abbildung 1). Wählen Sie dann den Menüpunkt SD:ext2 to ext3, um die Partition auf das Ext3-Format zu aktualisieren, und bestätigen Sie dies. Schalten Sie dann das Handy über das Menü aus.

Abbildung 1: Menü zur Partitionierung der SD-Karte.

Schließlich laden Sie sich ein neues Firmware-Image von [3] herunter. Kopieren Sie die Zip-Datei einfach auf die FAT-Partition der SD-Karte, zum Beispiel über einen Kartenleser am PC. Booten das Android-Phone noch einmal mit gedrückten Lauter- und Anrufen-Tasten (links unten).

Löschen Sie zuerst alle alten Daten und Caches, indem Sie die Wipe-Funktionen für data/factory, Dalvik-Cache und SD:ext ausführen. Schließlich können Sie mit Flash zip from sdcard das Android-System auf die SD-Karte schreiben. Das müssen Sie mit dem Dpad zweimal bestätigen, dann startet der Prozess. Ist er erfolgreich abgeschlossen, schalten Sie das Handy über das Menü aus und starten Sie es neu. Hat alles geklappt, sehen Sie beim Booten den Startbildschirm aus Abbildung 2.

Abbildung 2: Der Boot-Bildschirm des gehackten Android.

Der Startbildschirm sieht nun aus wie in Abbildung 3. Alle Anwendungen sind nun die originale Android-Versionen ohne spezielle Markenanpassungen. Außerdem sind in dem Firmware-Image die Busybox- und Superuser-Programme installiert, die den Root-Zugang zum Handy ermöglichen. Eine komplette Anleitung auf englisch und neue Versionen des gehackten Android-Systems finden sich unter [4].

Abbildung 3: Auch auf dem Start-Screen sind keine roten Logos mehr zu sehen.

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