STIBS' Biz-Kick: Worauf Firmen wetten können

Business mit Linux: Na klar, aber womit?

Versuch einer Entscheidungshilfe für die richtige Linux-Unternehmenssoftware

06.06.2010
Business-Software unter Linux hat gute Aussichten dank offener Quellen und damit verbundener Zukunftssicherheit. Die Auswahl ist groß. Der IT-Entscheider fragt sich jetzt nach der besten Plattform. STIBS wagt sich an eine Analyse der Kandidaten für kleine Unternehmen.

Klein, mittel, groß

Es gibt ganz sicher einen gewichtigen Unterschied zwischen dem freiberuflichen Journalisten, dem Autohaus mit dreißig Angestellten, einem lokalen Produzenten, der zweihundert Arbeiter beschäftigt, oder einem Weltkonzern wie Siemens: unterschiedliche Anforderungen an die Unternehmenssoftware. Während die Großen nach der Cloud schielen und greifen, frage ich mich persönlich nach Sinn und Unsinn, die Rechnungslegung des Autohauses oder des Journalisten in die Wolken zu pusten. Auch in den nächsten zwanzig Jahren werden mit ziemlicher Sicherheit lokale EDV-Anlagen nicht ihre Bedeutung für unternehmenskritische Anwendungen verlieren - besonders nicht für die kleinen Firmen um die Ecke. Und für die IT-Leiter dieser Unternehmen soll mein Beitrag eine Entscheidungshilfe sein, auf welches Software-Pferd sie unter Linux in ihrem Unternehmen setzen können.

OpenYABS arbeitet hervorragend für kleine Handelsunternehmen als Warenwirtschaft mit intergiertem Mahnwesen und Onlineshop-Anbindung
Komponentenauswahl

Solch eine Unternehmenssoftware konstruieren die Programmierer immer in mehreren Schichten. Als Basisschicht dient irgendeine Art der Speicherung der Daten. Das kann ein Dateisystem oder viel besser eine Datenbank - für Netzwerkfähigkeit ein Datenbankserver - sein. Darüber liegt eine Anwendungslogik, die Abläufe in der richtigen Reihenfolge auf den Monitor bringt oder etwa für die Buchhaltung regelt, dass Aufwandskonten für die Buchung einer Eingangsrechnung als Gegenkonto angezeigt werden. Die dritte Schicht sieht der Anwender des Programms. Masken, Formulare, Wertelisten, Tabellen - eben die üblichen Komponenten einer grafischen Oberfläche erwarten die Eingabe logischer Werte zur Produktion des gewünschten Ergebnisses. In vielen Fällen begnügen sich die Entwickler mit zwei Schichten. Sie kombinieren Anwendungslogik und User-Interface zu einer Einheit, einem lokalen Programm. Nur die Datenspeicherung erfolgt bei Netzwerkfähigkeit auf einem zentralen DB-Server. Im Falle einer Einzelplatz-Lösung kommt eine Desktop-Datenbank zum Einsatz. Der Planer einer Unternehmenslösung denkt also über drei Fragen nach: Welche Datenbank verwende ich, welche Lösungen bieten eine gute und stabile Anwendungslogik mit geringem Administrationsaufwand und welches Frontend setze ich für die Benutzer ein?

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Kommentare
Danke
MYS (unangemeldet), Dienstag, 03. Mai 2011 12:06:24
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Klasse Beitrag! Bin selbst in der Branche tätig und finde Sie bringen es gut auf den Punkt.

Wir bieten webbasierende Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen mit zentralem Server und allem was dazu gehört: Schulungen, Implementierung, Hardware etc.

Dank modularem Aufbau ist eine Anpassung an die indivduellen Bedürfnisse möglich und in Verbindung mit opensource Software sorgen wir so für ein unschlagbares Preis-Leistungs Verhältnis.

http://opendynamic.de/

Beste Grüße




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Danke
Anoy (unangemeldet), Montag, 07. Juni 2010 11:27:40
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Vielen Dank für diesen Artikel!
Ich wusste garnicht das der Markt dort so groß ist. Freue mich schon auf die genaueren Präsentationen der einzelnen Systeme.


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