STIBS' Biz-Kick: Worauf Firmen wetten können
Versuch einer Entscheidungshilfe für die richtige Linux-Unternehmenssoftware
Klein, mittel, groß
Es gibt ganz sicher einen gewichtigen Unterschied zwischen dem freiberuflichen Journalisten, dem Autohaus mit dreißig Angestellten, einem lokalen Produzenten, der zweihundert Arbeiter beschäftigt, oder einem Weltkonzern wie Siemens: unterschiedliche Anforderungen an die Unternehmenssoftware. Während die Großen nach der Cloud schielen und greifen, frage ich mich persönlich nach Sinn und Unsinn, die Rechnungslegung des Autohauses oder des Journalisten in die Wolken zu pusten. Auch in den nächsten zwanzig Jahren werden mit ziemlicher Sicherheit lokale EDV-Anlagen nicht ihre Bedeutung für unternehmenskritische Anwendungen verlieren - besonders nicht für die kleinen Firmen um die Ecke. Und für die IT-Leiter dieser Unternehmen soll mein Beitrag eine Entscheidungshilfe sein, auf welches Software-Pferd sie unter Linux in ihrem Unternehmen setzen können.
Komponentenauswahl
Solch eine Unternehmenssoftware konstruieren die Programmierer immer in mehreren Schichten. Als Basisschicht dient irgendeine Art der Speicherung der Daten. Das kann ein Dateisystem oder viel besser eine Datenbank - für Netzwerkfähigkeit ein Datenbankserver - sein. Darüber liegt eine Anwendungslogik, die Abläufe in der richtigen Reihenfolge auf den Monitor bringt oder etwa für die Buchhaltung regelt, dass Aufwandskonten für die Buchung einer Eingangsrechnung als Gegenkonto angezeigt werden. Die dritte Schicht sieht der Anwender des Programms. Masken, Formulare, Wertelisten, Tabellen - eben die üblichen Komponenten einer grafischen Oberfläche erwarten die Eingabe logischer Werte zur Produktion des gewünschten Ergebnisses. In vielen Fällen begnügen sich die Entwickler mit zwei Schichten. Sie kombinieren Anwendungslogik und User-Interface zu einer Einheit, einem lokalen Programm. Nur die Datenspeicherung erfolgt bei Netzwerkfähigkeit auf einem zentralen DB-Server. Im Falle einer Einzelplatz-Lösung kommt eine Desktop-Datenbank zum Einsatz. Der Planer einer Unternehmenslösung denkt also über drei Fragen nach: Welche Datenbank verwende ich, welche Lösungen bieten eine gute und stabile Anwendungslogik mit geringem Administrationsaufwand und welches Frontend setze ich für die Benutzer ein?



