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[Update] Kurztest: Inspiron Mini 1018 mit Ubuntu 10.04

21.09.2010
Auch wenn der große Netbook- und Eee-PC-Hype vorüber ist, aktualisieren die meisten PC-Hersteller ihre Netbook-Kollektion laufend. Eines dieser aktualsierten Geräte, das Inspiron Mini 1018 hat sich die Redaktion angeschaut.

Nach einem anfänglich sehr breiten Spektrum an Linux-Rechnern hat Dell sein Linux-Angebot für Privatkunden in letzter Zeit wieder etwas zurückgefahren. Das gilt auch für das von der Redaktion getestete Inspiron Mini 1018 mit einem Atom-N455-Prozessor von Intel, 1 GByte Arbeitsspeicher und einer wahlweise 160 oder 250 GByte großen Festplatte: Dell bietet den Rechner online nur mit Windows 7 an, um die Linux-Version zu erhalten, muss man telefonisch bestellen.

Update: 22.09.2010

Wie uns Dell gerade mitteilte, wird die vorkonfigurierte Ubuntu-Version des Inspiron Mini 1018 voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres erhältlich sein – die Preise werden erst kurz davor festgelegt. Das heißt, Kunden können die Ubuntu-Version heute noch nicht bestellen und die Preise für die Linux-Version stehen noch nicht fest.

Die Hardware

Das Inspiron Mini 1018 [1] macht einen soliden und gut verarbeiteten Eindruck. Es liegt sehr gut in der Hand und lässt sich dank des etwas herausragenden Akkus (bzw. des vorgezogenen Displays) auch in aufgeklapptem Zustand gut tragen. Auf der gut angeordneten und über sämtliche Tasten verfügenden Tastatur lässt es sich angenehm und schnell Tippen. Auch das Touchpad verfügt über eine gute Haptik, einzig die zwei separaten Maustasten sind den Dell-Ingenieuren nicht besonders gut gelungen: sie sinken beim Tastendruck über 2 mm tief ab gegenüber dem Touchpad. Der Druckpunkt ist hingegen angenehm und es ist kein lautes Klicken zu hören.

Dell hat bei den Funktionstasten die Anordnung der Sondertasten mit den [Fn]-Tasten vertauscht. Um die Helligkeit zu ändern oder die Lautstärke zu regeln, müssen Sie somit keine Kombination mit [Fn] drücken, sondern nur die jeweilige Taste betätigen. Möchten Sie hingegen [Alt]+[F2] aufrufen, dann müssen Sie dazu [Alt]+[Fn]+[F2] drücken. Je nach Nutzungsart des Netbooks kann dies von Vorteil sein oder stören, im Test empfanden wir es als Vorteil, da man bei einem Notebook die Tasten zur Lautstärke- und Helligkeitsregelung öfters benötigt, als die eigentlichen Funktionstasten.

Das stark spiegelnde Display stellt die für Netbooks üblichen 1024 x 600 Pixel dar. Die Helligkeit lässt sich über die Hotkeys in sechs Stufen regeln und lässt sich außer bei direktem Sonnenlicht eigentlich in jeder Umgebung lesen.

Dell verspricht für das Inspiron Mini 1018 mit 6-Zellen-Akku eine Laufzeit von bis zu sieben Stunden. In den Tests konnten wir die gute Laufzeit des Netbooks bestätigen: über sechs Stunden ließ sich damit bei komplett beleuchtetem Display aber ohne WLAN arbeiten, setzt man die Helligkeit herunter, dann liegen durchaus auch sieben Stunden drin. Bei einer intensiven Nutzung mit WLAN und Audio-/Video-Wiedergabe liegt die Akkulaufzeit bei fünf bis sechs Stunden.

Ubuntu Netbook Remix

Bei der vorinstallierten Linux-Version hat sich Dell für die Ubuntu-Variante "Ubuntu Netbook Remix" in der Version 10.04 entschieden. Dabei handelt es sich um eine speziell für Netbooks angepasste Ubuntu-Version. Sie basiert zwar technisch auf den gleichen Komponenten wie Ubuntu 10.04 (Kernel, Software-Auswahl und andere Komponenten), setzt aber eine auf kleine Bildschirme optimierte grafische Oberfläche ein (Abbildung 1).

Abbildung 1: Die speziell auf kleine Bildschirme angepasste Netbook-Oberfläche von Ubuntu 10.04.

Beim ersten Start des Ubuntu-Systems wählen Sie die Sprache aus und legen ein Benutzerkonto an. Dabei können Sie auch eine Sicherheitskopie des Standardsystems auf einen USB-Stick vornehmen (Abbildung 2). Abgesehen davon unterscheidet sich die grafische Oberfläche nicht von der Ubuntu-Netbook-Version, die es bei Canonical frei zum Download gibt [2].

Abbildung 2: Bei der ersten Inbetriebnahme bietet Ihnen Dell an, ein Backup-Medium zu erstellen.

Das Powermanagement funktionierte in den Test ausgezeichnet: Beim Zuklappen des Displays versetzt sich der Rechner automatisch in den Schlafzustand, aus dem er beim Aufklappen innerhalb Sekundenfrist wieder aufwacht.

Kritik am Ubuntu-System ist einzig bei der Webcam angebracht. So hat Dell der eingebauten Kamera lediglich einen Sensor von 0,3 Megapixel spendiert, was doch sehr am unteren Limit ist. Die Bilder fallen entsprechend unscharf und pixelig aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Auflösung der Webcam lässt leicht zu wünschen übrig (für eine vergrößerte Ansicht aufs Bild klicken).

Auch Software-seitig gab es in den Tests Probleme mit der Webcam. So war die Auflösung im Webcam-Programm Cheese in der Grundeinstellung auf 120 x 160 Pixel eingestellt. Der Atom-Prozessor und/oder die Webcam kommt zudem beim Aufnehmen von Videos mit dem Datenfluss nicht klar: Ein Video über die Webcam aufzunehmen, klappt nur mit sehr vielen Rucklern bis hin zu kompletten Aussetzern. Ob dieses Problem an der Hardware, dem benutzten Encoder (Ogg Theora) oder der Anwendung Cheese liegt, konnten wir im Kurztest nicht ermitteln.

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Kommentare
Dell sagt, es gibt kein mini mit Ubuntu !
Andy (unangemeldet), Donnerstag, 27. Januar 2011 11:21:51
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Hallo Marcel,
ich weiß nicht wie du das gemacht hast, aber ein Inspiron Mini mit vorinstallierten Ubuntu kann ich bei DELL nicht kaufen.
Ich habe ein paar mal es versucht bei verschiedenen Telefonverkäufern. Immer kam die Aussage:
UBUNTU kennen wir nicht.
Kannst du da weiter helfen?


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Yves (unangemeldet), Dienstag, 14. Dezember 2010 20:58:53
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Hallo

Ich habe mir vor 2 Tagen dieses Netbook mit Windows 7 Starter geholt.

Nun habe ich Ubuntu 10.04 darauf installiert. Leider funktioniert das wlan nicht. Gibt es eine Möglichkeit die Ubuntu Version von Dell zu bekommen???

Gruss Yves


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Ugglan (unangemeldet), Dienstag, 21. September 2010 17:13:06
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Hallo,

beziehen sich die angegebenen Laufzeiten auf die vorinstallierte Ubuntu-Version?
Ihr schreibt, die Oberfläche entspricht der Standard-Netbook-Version. Mich würde sehr interessieren, inwieweit Dell das Powermangagement optimiert hat, da ich solche Laufzeiten mit meinem Netbook (Eee 901GO) und Ubuntu nicht annähernd hinbekomme. Mit 9.10 hatte ich noch rund 4 Stunden, mit 10.04 3h der angegebenen "bis zu 7h" Laufzeit.

Gruß

Ugglan


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Re: Vorinstalliertes Ubuntu und Stromsparfunktion
Marcel Hilzinger, Dienstag, 21. September 2010 17:36:08
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Hallo Ugglan,
ja, die Akkulaufzeiten beziehen sich auf das vorinstallierte Ubuntu. Wichtig: Das Gerät enthält einen 6-Zellen-Akku und der Stromverbrauch beträgt im Leerlauf rund 7 Watt. Einfach mit powertop mal den Stromverbrauch im Leerlauf messe, dann merkst du schnell woran das Problem liegt, ich glaube nicht, dass Dell an der Ubuntu-Version irgendetwas in puncto Stromsparen verändert hat, das sich mit der Original-Version von Ubuntu nicht auch machen ließe...



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