Chrome OS: Erste Geräte Ende 2010

[Update] Google gibt Quellcode von Chrome OS frei

[Update] Google gibt Quellcode von Chrome OS frei

19.11.2009
Google hat heute in einem Webcast ausführliche Informationen zum Betriebssystem Chrome OS veröffentlicht. Der Code steht ab sofort frei zum Download bereit, erste Geräte kommen allerdings erst zur nächsten Weihnacht.

Google hat heute zahlreiche Details zum neuen Linux-Betriebssystem Chrome OS alias Chromium OS veröffentlicht. In einem rund 45 Minuten dauernden Webcast stellten Google-Mitarbeiter das freie Betriebssystem im Firmenhauptsitz in Mountain View vor und riefen die Community zur Mitarbeit auf. Analog zum EEE-PC hat sich auch Google einen Dreiwörter-Spruch ausgedacht: "Speed, Simplicity and Security".

Alles im Browser

Aus Betriebssystemsicht hat Google heute keine revolutionären Details veröffentlicht. Wie schon seit längerem vermutet wurde und der Name des Betriebssystems andeutet, gibt es bei Chrome OS eine einzige Anwendung: Den Browser. Sämtliche Komponenten, die sich im Anwendungsmenü befinden, sind Web-Applikationen. Eine Installation von Firefox unter Chrome OS macht deshalb in etwa genauso viel Sinn, wie wenn man in einem Audi noch einen zusätzlichen BMW-Motor einbauen würde. Da Chrome OS aber komplett Open Source ist, steht einem Firefox OS zum Beispiel nichts im Weg. Auch sieht Google nicht vor andere Anwendungen als einen Browser auf Chrome OS zu installieren (dies ist bei der aktuellen Version durch eine digitale Signatur eh nicht möglich). Jedoch stehe es jedem Unternehmen/Entwickler frei, auf der aktuellen Codebasis Chrome OS um dieses Feature zu erweitern. Der einzige Unterschied zwischen Chrome als Browser in Chrome OS und Chrome als Browser unter jedem beliebigen Betriebssystem besteht in der Geschwindigkeit: Der Chrome-OS-Browser beinhaltet zusätzliche Hardware-Optimierungen, die dem Standard-Chrome fehlen.

Im Unterschied zu Android, das sämtliche Anwendungen über die Google-Java-Maschine Dalvik ausführt, arbeiten die Chrome-OS-Programme tatsächlich in Chrome. Google setzt hier auf HTML5, aktuelle Web-Standards und Nativ Client. Das hauseigene Projekt wandelt beliebigen Code derart um, dass sich das Programm in einem Browser ausführen lässt. Google arbeitet denn auch neben dem Hauptprojekt Chromium OS an ein paar weiteren, um zum Beispiel Photoshop-ähnliche Programme auf Chrome OS zu bringen. Näher wollte man darauf nicht eingehen. Eine Unterstützung für Android-Anwendungen ist ebensowenig geplant wie etwa ein App Store.

Zu den unterstützten Meidenformaten gehört neben den in HTML 5 eingebetteten Video-Codecs auch Flash. Zur Frage, ob Chrome OS auch Video-Codecs von Microsoft abspiele, wollte man sich im Webcast nicht äußern. Eine weitere Frage bezüglich Chrome OS und Microsoft konnte Google klar beantworten: Dualboot-Systeme sind nicht geplant.

Erste Geräte 2010

Chrome OS versteht sich nicht als Betriebssystem für zuhause, sondern als OS für's Web. Dementsprechend sieht Google das Betriebssystem in erster Linie auf Zweitrechnern. Im Webcast sprach man durchgehend von Netbooks, die von Google für Ende 2010 angekündigten Geräte sollen aber leicht größer sein und ein komplettes Keyboard und ein gutes Touchpad mitbringen. Was das in Zoll bedeutet, wurde nicht ganz klar, vermutlich werden wir aber bis Ende nächsten Jahres mit 15-Zoll-Netbooks rechnen müssen (wenn man hier noch von Netbooks sprechen kann). Konkrete Angaben zu den Herstellern und Geräten will Google erst später machen, neben Intel-Geräten soll es aber auch Netbooks mit ARM-CPU geben. An einem entsprechenden Port von Nativ Client (bislang stellt Nativ Client nur x86-kompatible Binaries her) arbeite man bereits.

Angesprochen auf das Business-Modell, das hinter Chrome OS stehe, antwortete Google, dass man kein konkretes Business-Modell für Chrome OS habe. Jede Anzeige, die in Chrome OS angezeigt werde, würde auch von einem anderen Browser angezeigt, deshalb sei Chrome OS kein Produkt, das vom Anzeigenmarkt profitiere. Vielmehr profitiere die Firma von der generellen Entwicklung des Webs und von Webanwendungen an sich. Die Preise der ersten Chrome-OS-Geräte sollen sich im gleichen Bereich bewegen, wie bei den Netbooks.

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Kommentare
Uninteressant.
Christian Berg, Freitag, 20. November 2009 21:36:30
Ein/Ausklappen

Und schon habe ich das Interesse daran verloren.

1.) Will ich kein Netzbuch das mir meinen Kernel kommentarlos überschreibt.

2.) Lebe ich auf einem Konitinent mit vielen Funklöchern. In der U-Bahn, im Zug, an der Staatsgrenze, in der Altbauwohnung u.s.w.
Das allgegenwärtige Internet das immer super schnell für dich da ist, bleibt leider noch eine Illusion. Vorallem da sowohl die 3G Datenkarte als auch die WLAN Karte noch etliche Sekunden für die Einwahl benötigen.

3.) Hab ich keinen Bock aus in Pkt. 2 genannten Gründen mit dem Ding zum Fenster zu rennen, empfang zu suchen, einwählen lassen um dann nach 3 Min. endlich in der Webapp die Telefonnummer von Hr. Bla zu finden.

4.) Dank Schreibzugriff auf meiner Hardware benötigt selber Vorgang auf meinem klassischen Netbook ca 30 Sek. (Am alten Palm waren es 5 Sek.)



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