Märchenhaft
Der Gnome-Desktop für Einsteiger
Das System einstellen
Im Menü System passen Sie den Gnome-Desktop an Ihren Bedarf an, es unterteilt sich in die Unterpunkte Einstellungen und Systemverwaltung. Der erste Menüpunkt enthält Optionen, die sich nicht auf das gesamte System auswirken. Bei einem Mehrbenutzersystem kann hier jeder User eigene Einstellungen treffen. Über ErscheinungsbildVisuelle Effekte aktivieren Sie den 3D-Desktop (was eine funktionierende 3D-Beschleunigung voraussetzt, wie sie der Artikel ## auf Seite ## beschreibt). Über Display ändern Sie die Bildschirmauflösung. Nutzen Sie dabei eine Nvidia-Grafikkarte, ruft Ubuntu hier automatisch das hauseigene Nvidia-Tool auf, das diesen Job erledigt.
Im zweiten Menü – Systemverwaltung – finden Sie Einstellungen mit tiefergehenden Auswirkungen, auf die Sie meist nur als Systemverwalter Zugriff haben. Das System bittet Sie vor den meisten Änderungen um ein Passwort: Als erster eingerichteter Benutzer verfügen Sie jedoch über administrative Rechte (mehr zum Thema Rechte und Sicherheit unter Linux lesen Sie im Artikel ## auf Seite ##).
Über die Einträge in dem Menü aktualisieren Sie beispielsweise Software über den Paketmanager Synaptic, installieren proprietäre Treiber (Hardware-Treiber) und überprüfen Ihre Hardware (Systemüberwachung, Netzwerkdiagnose). Über USB Startup Disk Creator installieren Sie Ihr Ubuntu zudem auf einem USB-Stick. So tragen Sie stets ein bootbares Ubuntu bei sich, das auch Ihre Dateien behält und das Sie sogar über den Paketmanager Synaptic um neue Software erweitern.
Um die erwähnten Software-Updates für Ubuntu brauchen Sie sich gewöhnlich nicht selbst zu kümmern. In regelmäßigen Abständen prüft das System, ob Updates vorliegen und zeigt in diesem Fall im oberen Panel einen Hinweis an. Klicken Sie auf das zugehörige Symbol, öffnet sich ein Fenster, über das Sie neue Versionen installierter Software automatisch einspielen. Diese Option zu nutzen, empfiehlt sich gewöhnlich, weil Ubuntu auf diesem Weg Sicherheitslücken und Programmfehler behebt.
Beim Anlegen neuer Benutzerkonten über SystemSystemverwaltungBenutzer und Gruppen legen Sie als Profil wahlweise Administrator, Desktop-User und Unprivileged – unprivilegierter Nutzer – fest (Abbildung 6). Erstere erhalten wie die Möglichkeit, Systemeinstellungen zu verändern, während den Desktop-Usern die entsprechenden Optionen nicht zur Verfügung stehen. Unprivilegierte Nutzer finden sich auf einem weitgehend beschränkten Arbeitsplatz wieder, der sogar den Zugriff auf externe Datenträger und Multimediageräte verweigert. Im Reiter Benutzerrechte passen Sie die Privilegien im Detail an.
Unter Administratoren gilt beim Anlegen neuer Benutzer eine Faustregel: Jeder User sollte nur die Privilegien erhalten, die er wirklich benötigt – egal, ob es sich um Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder WG-Mitbewohner handelt. Auch wenn diese nicht im Verdacht der Sabotage stehen, verhindern Sie so versehentliche Fehlkonfigurationen. Ein Administrator kann jede Datei verändern und löschen und damit im schlimmsten Fall das komplette System lahmlegen. Durch zurückhaltende Rechtevergabe erschweren Sie zudem möglicherweise in Zukunft auftretenden Computer-Viren ihr Handwerk – auch wenn diese Gefahr für Linux-User derzeit kaum existiert, ist präventive Vorsicht angebracht.
Panels
Direkt neben den Menüs finden Sie Schnellstartsymbole für den Web-Browser Firefox, das E-Mail- und Kalenderprogramm Evolution sowie die Hilfe. Diese Icons entfernen Sie je nach Bedarf nach einem Rechtsklick und der Wahl von Aus dem Panel entfernen. Bevorzugen Sie beispielsweise ein anderes Mail-Programm, fügen Sie statt Evolution ein anderes Icon hinzu, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche des Panels klicken. Wählen Sie Zum Panel hinzufügen und klicken Sie im folgenden Dialog auf Anwendungsstarter (Abbildung 7). Dann suchen Sie das entsprechende Programm aus der Menüstruktur aus.
Neben den Start-Icons stellt Ihnen der Desktop eine Reihe weiterer Panel-Applets oder Miniprogramme zur Verfügung, mit denen Sie Systemaktivitäten überwachen, neue Funktionen integrieren oder nur spaßige Abwechslung finden. So schwimmt auf Wunsch ein Fisch auf dem Desktop herum, notieren Sie sich Ereignisse auf gelben Klebezettelnoder lassen Sie sich den Wetterbericht anzeigen.
Um solche Applets handelt es sich auch bei den bereits vorkonfigurierten Panel-Elementen am rechten oberen Bildrand, die sich je nach System leicht unterscheiden. Neben der Uhr sehen Sie hier den Netzwerk-Manager und im Falle eines Laptops den Batterieladestand. Klicken Sie auf Ihren Namen, um sich vom System abzumelden und den Rechner herunterzufahren oder neu zu starten. Auch der Wechsel zu einem anderen User-Konto ohne die laufende Sitzung zu beenden ist hier möglich. Die Gastsitzung eignet sich speziell für einmalige Benutzer, denn alle Daten, die eine solcher Gast in seinem Home-Verzeichnis anlegt, werden nach der Sitzung wieder gelöscht.
Am unteren Bildrand befindet sich ein weiteres Panel, das Sie – wie das obere – nach Lust und Laune konfigurieren. In der Voreinstellung zeigt es alle geöffneten Programmfenster, die Sie jeweils durch einen Klick auf den entsprechenden Abschnitt in den Vordergrund holen. Der Button im linken unteren Eck minimiert alle Fenster und ganz rechts finden Sie den Mülleimer. Alle gelöschten Dateien landen zunächst dort. Erst wenn Sie den Papierkorb leeren, erhalten Sie den Speicherplatz auf der Festplatte zurück.
Des Weiteren finden Sie im unteren Panel direkt neben dem Mülleimer den Arbeitsflächenumschalter. In solchen Arbeitsflächen öffnen Sie beliebige voneinander unabhängige Fenster und wechseln per Klick auf das jeweils andere Kästchen im Umschalter hin und her. So trennen Sie Arbeitsvorgänge voneinander und erhalten einen weiteren Desktop, ohne dass Sie auf dem jeweils anderen geöffnete Fenster schließen müssen. Reicht Ihnen die Voreinstellung von zwei Arbeitsflächen nicht, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Umschalter, wählen Sie Einstellungen und geben Sie einen neuen Wert im Feld Anzahl der Arbeitsflächen ein.



