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© Christos Georghiou, 123RF

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Weg von Gnome, hin zu Unity

26.10.2011 Ubuntu 11.10 wechselt in der aktuellen Release zwar zu Gnome 3 – kommt aber trotzdem ohne Gnome-Desktop aus.

Ubuntu 11.10 (Codename "Oneiric Ocelot", der verträumte Ozelot) hat auf den ersten Blick nur wenig spektakuläre Neuerungen zu bieten. Schaut man genau hin, lassen sich aber dennoch einige signifikante Änderungen ausmachen. Die Migration zu Gnome 3 und dem GTK+-3-Toolkit stand klar im Mittelpunkt der Entwicklung. Einer der Vorteile: Sie können den Gnome-3.2-Desktop nun über die Standardpaketquellen installieren. Das Paket heißt gnome und zieht etwa 120 MByte an Daten auf den Rechner.

Ubuntu verzichtet zugleich erstmalig auf den Einsatz des Gnome-Desktops. Ließ sich das klassische Gnome unter Ubuntu 11.04 noch als Fallback-Lösung auswählen, müssen Sie den Gnome-3.2-Desktop nun explizit nachinstallieren. doch den klassischen Desktop finden Sie auch noch, er steckt im Paket gnome-session-fallback. Während der klassische Desktop im Test eine gute Figur machte, wirkt Gnome 3.2 – zumindest unter Ubuntu – noch etwas unausgereift.

Ubuntus neuer Unity-Desktop setzt OpenGL in Version 1.4 voraus sowie die Unterstützung für einige OpenGL-Erweiterungen. Genügt Ihr Rechner diesen Anforderungen nicht, springt unter Ubuntu 11.10 Unity 2-D in die Bresche. Das setzt keine 3-D-Beschleunigung voraus, und läuft dadurch auch auf älteren Rechnern und ARM-Geräten, die keinen 3-D-Support bieten. Allerdings ist es auch nicht in der Lage, Anwendungen mit 3-D-Ansprüchen zu starten, etwa Google Earth o.ä.

Tipp

Der Befehl /usr/lib/nux/unity_support_test -p zeigt Ihnen, wie es um den OpenGL-Support Ihres Systems steht.

Verbesserungen an Unity

Unity 3-D kann im aktuellen Ubuntu 11.10 einige Änderungen vorweisen. Ubuntus Entwickler wollten den Umgang mit der grafischen Oberfläche konsistenter machen und weitere Details ergänzen. So fällt nach dem Start auf, dass im Launcher die Icons für die Anwendungs- und Dateilinsen (engl. lenses) fehlen. Bei den Linsen handelt es sich um Filter, die aus der Masse der Dateien bestimmte Typen herausfiltern. Die Anwendungs- und Dateienlinsen sind noch da, aber nun in das Dash integriert (Abbildung 1). Das rufen Sie über das Icon ganz oben auf oder indem Sie [Windows] drücken. Unten im Dash klicken Sie dann auf das Icon mit den drei Gegenständen, um die Anwendungen anzuzeigen. Verwenden Sie das Bildchen mit dem leeren Blatt, gelangen Sie zu den Dateien. Alternativ verwenden Sie weiterhin [Windows]+[A] und [Windows]+[F] – sicherlich der schnellere Weg.

Abbildung 1: Die Linsen bieten nun auch die Möglichkeit, die Suchergebnisse noch feiner zu filtern.

Ein Beispiel für eine Neuerung ist die Musiklinse. Lassen Sie Ihre Musiksammlung von Banshee durchsuchen und indizieren, landen die gefundenen Titel in diese Linse, die Sie über [Windows]+[M] aufrufen. Geben Sie nun einen Titel ein und drücken Sie [Eingabe], spielt Ubuntu 11.10 ihn direkt in Banshee ab. Eine weitere Kategorie heißt Zum Kauf verfügbar: Klicken Sie auf eines der hier gezeigten Suchergebnisse, öffnet es Banshee im Ubuntu One Music Store.

Das Dash selbst lässt sich nun zudem über einen Button links oben in der Ecke verkleinern oder auf die Größe des Bildschirms ausweiten. Neben der Eingabezeile, in der Sie die Suche innerhalb einer Linse einschränken, finden Sie nun auch einen Eintrag mit der Beschriftung Suchergebnisse filtern. Hier sorgen Sie dafür, dass die Linse zum Beispiel nur Musiktitel aus den 90er Jahren anzeigt, die zum Genre Rock gehören. Ähnliche Filter gibt es auch für die Anwendungen und Dateien.

Schalten Sie mit [Alt]+[Tab] zwischen mehreren Anwendungen hin und her, erscheint nun ein hübsch animiertes Fenster, das auch Anwendungen berücksichtigt, die mehrere geöffnete Fenster verwenden. Das globale Menü existiert zwar weiterhin, Sie erreichen es nun aber zusätzlich, indem Sie [F10] drücken.

Systemeinstellungen

Neu ist das Menü ganz rechts, in dem sich auch die Systemeinstellungen befinden. Es wirkt nun sortierter, wenn auch nicht in allen Punkten logisch. Nach den Systemeinstellungen, auf die wir gleich noch kommen, folgt der Einbtrag Anzeigegeräte, hinter dem sich die Bildschirmeinstellungen verbergen.

Darunter ändern Sie die Startprogramme, die Ubuntu beim Start automatisch lädt. Dann folgt in dem Menü ein Bereich für angeschlossene Geräte, der zum Beispiel Ihre Webcam, den Drucker und angestöpselte USB-Geräte auflistet. Im Abschnitt ganz unten legen Sie den Rechner schlafen (Bereitschaft), sperren den Bildschirm und fahren den PC herunter. Was hier fehlt, ist der Eintrag Neu starten: Der erscheint erst, wenn Sie auf Herunterfahren klicken.

Hinter dem Punkt Systemeinstellungen versammeln sich allerlei bekannte und neue Anwendungen, über die Sie die Komponenten des Systems einrichten (Abbildung 2). Über den Button Alle Einstellungen gelangen Sie von einer speziellen Einstellung wieder zurück zur Gesamtübersicht. Neu an Bord ist der Eintrag Farben, der es Ihnen erlaubt, Farbprofile für einzelne Anwendungen anzulegen. Ein weiterer Punkt heißt Wacom Graphics Table – offenbar schießt sich Ubuntu 11.10 auf Nutzer ein, die im Grafikbereich arbeiten. Über den Eintrag Wechselmedien bestimmen Sie, wie Ubuntu reagiert, wenn jemand eine CD ins Laufwerk legt oder einen USB-Stick ansteckt. Den Startmedienersteller und die Laufwerksverwaltung finden Sie hingegen nur über das Dash: Ersterer erlaubt es Ihnen, Ubuntu auf einen bootbaren USB-Stick zu schreiben, letztere lässt Sie Festplatten und externe USB-Sticks formatieren und löschen.

Abbildung 2: Einige Anwendungen finden Sie in den neuen Systemeinstellungen nicht mehr, ein paar weitere wurden ergänzt.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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