(KL)Ubuntu 10.10 mit statischer IP

Nun, da Sie die nötigen Daten beisammen haben, können Sie die feste IP-Adresse einrichten. Funktioniert das aus irgendwelchen Gründen nicht über das Router-Interface (fehlende Rechte etc.), vergeben Sie die feste IP-Adresse auch manuell.

Unter Gnome und LXDE – dem Lubuntu-Desktop – klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das NetworkManager-Icon in der Systemleiste und wählen Verbindungen bearbeiten. Im sich öffnenden Fenster bleiben Sie im Reiter Kabelgebunden und betätigen den Button Hinzufügen. Zunächst geben Sie der Verbindung in der Zeile ganz oben einen Namen (etwa statisch), dann wechseln Sie zum Register IPv4-Einstellungen und wählen aus dem Drop-down-Menü den Eintrag Manuell. Nach einem Klick auf Hinzufügen geben Sie die feste IP-Adresse für den Rechner ein (im Beispiel 192.168.111.253), gefolgt von der Netzmaske (255.255.255.0) sowie der IP-Adresse des Gateways – sprich – Routers (192.168.111.254). Da der Router in kleinen Netzwerken meist identisch mit dem DNS-Server ist, lautet seine IP-Adresse auch 192.168.111.254 (Abbildung 5). Ein Klick auf Anwenden übernimmt die Änderungen.

Um die neue Verbindung zu aktivieren, klicken Sie mit der linken Maustaste auf das Icon des NetworkManager und wählen statisch. Wollen Sie die IP ständig nutzen, entfernen Sie in den Verbindungseinstellungen das Häkchen Automatisch verbinden für den Eintrag Auto eth0 und setzen es bei der neuen Verbindung.

Kubuntu-Anwender klicken ebenfalls auf mit der linken Maustaste auf das Netzwerk-Applet und wählen Verbindungen bearbeiten. Im Reiter Kabelgebunden klicken Sie auf Hinzufügen, tragen als Verbindungsname zum Beispiel festeip ein und wechseln zum Reiter IP-Adresse. Haben Sie hier aus dem Aufklappmenü den Eintrag Manuell gewählt, füllen Sie – wie eben beschrieben – die Felder mit den IP-Adressen aus. Nach einem Klick auf OK folgt die Frage, ob Sie die Verbindung mit einem Passwort speichern wollen. Lassen Sie das Feld leer oder tragen Sie das Passwort ein. Sind Sie fertig, landet die Verbindung festeip im Reiter Kabelgebunden auf und lässt sich bei einem Linksklick auf das Netzwerk-Applet auswählen. Wollen Sie diese aber dauerhaft verwenden, müssen Sie den manuellen Weg beschreiten, da KNetworkManager hier fehlerhaft arbeitet.

Abbildung 5: Über ein grafisches Interface richten Sie eine Netzwerkverbindung mit fester IP-Adresse ein.

Zunächst tragen Sie die IP-Adresse per Hand in die Datei /etc/network/interfaces eintragen. Dazu kappen Sie das als erstes das bestehende Netzwerk, indem Sie eine Kommandozeile öffnen und sudo /etc/init.d/networking stop eintippen. Dann drücken Sie [Alt]+[F2] und geben unter Kubuntu kdesu kate ein, um den Editor Kate mit administrativen Rechten aufzurufen. Sie öffnen die Datei /etc/network/interfaces und tragen die Parameter aus Listing 1 ein:

Listing 1

auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.111.253
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.111.254

Die ersten beiden Zeilen sorgen dafür, dass die Netzwerkschnittstelle nach dem Start automatisch bereitsteht (auto eth0) und dass der Rechner eine statische IP-Adresse einrichtet (static). Verfügt Ihr Rechner über mehrere Netzwerkkarten, müssen Sie dort entsprechend eth1, eth2 usw. eintragen. In der dritten Zeile legen Sie den konkreten Wert für die statische IP-Adresse fest – sie muss zum bestehenden Subnetz gehören (192.168.111.*). In die vierte Zeile gehört die Subnetzmaske (255.255.255.0) und in die letzte Zeile die ermittelte Gateway-Adresse des Routers. Speichern Sie die Datei und öffnen Sie dann die Datei /etc/resolv.conf. Diese ist sehr wichtig, denn sie kennt die Adresse des Nameservers, der die IP-Adressen in vollständige Domainnamen umwandelt. Ergänzen Sie die Zeile nameserver 192.168.111.254 und speichern Sie auch die Datei. Über sudo /etc/init.d/networking start laden Sie das Netzwerk neu. Tippen Sie /sbin/ifconfig in das Terminal, sollte nun Ihre feste IP-Adresse erscheinen, die auch einen Neustart übersteht. Die Schritte funktionieren übrigens auch unter Ubuntu und den anderen Derivaten – das ist das Schöne an der Kommandozeile.

Fazit

Nutzen Sie eine Kabelverbindung, richtet sich das Netzwerk dank DHCP fast von selbst ein. Schwieriger wird es, wenn Sie eine statische IP-Adresse verwenden wollen. Aber mit ein wenig Netzwerkwissen geht auch das bald locker von der Hand.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 

Related content

  • Bin ich schon drin?
    Wenn Sie über einen Router mit DHCP ins Internet gehen, können Sie im Handumdrehen ein Heimnetzwerk aufbauen. Was aber tun, wenn Sie eine feste IP-Adresse brauchen?
  • Netzwerk unter der Lupe
    Trotz Datenflut bahnen sich Datenpakete zielstrebig ihren Weg durch das weltweite Netz. IP kennt den Weg, TCP sorgt für eine sichere Verbindung.
  • Das eigene Netz dynamisch konfigurieren
    Um Computern in einem Netzwerk die Kommunikation zu ermöglichen, muss normalerweise jeder beteiligte Rechner von Hand konfiguriert werden. Diese Arbeit lässt sich vermeiden, wenn einer davon IP-Adressen und weitere Einstellungen dynamisch per DHCP verteilt.
  • DHCP-Server fürs lokale Netzwerk
    Werden mehrere Rechner zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, wächst der Konfigurationsaufwand. Besser man zentralisiert das Ganze so, dass ein DHCP-Server IP-Adressen und andere Werte an die Clients vergibt.
  • Grundlagen: Linux im TCP/IP-Netzwerk
    ARP, DHCP, DNS, IP, MAC, PPP, TCP: Hinter den geheimnisvollen Kürzeln verstecken sich die wichtigsten Techniken, die Bits und Bytes den Weg durch das Internet weisen. LinuxUser klärt auf und verrät die Zusammenhänge.
Kommentare
Zeroconf
jug (unangemeldet), Dienstag, 15. Februar 2011 13:29:45
Ein/Ausklappen

Statt mit statischen IP-Adressen kann man natürlich auch mit Zeroconf arbeiten. Die Hostnamen werden dann über mDNS aufgelöst …


Bewertung: 126 Punkte bei 19 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Infos zur Publikation

Ubuntu User ist bis Ausgabe 02/2013 vierteljährlich erschienen, aktuelle Artikel zu Ubuntu finden sich ab Ausgabe 04/2013 im LinuxUser.

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...
openSUSE 13.1 - Login-Problem wg. Fehler im Intel-Grafiktreiber?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:26, 8 Antworten
Hallo Linux-Community, habe hier ein sogenanntes Hybrid-Notebook laufen, mit einer Intel-HD460...
Fernwartung für Linux?
Alfred Böllmann, 20.06.2014 15:30, 7 Antworten
Hi liebe Linux-Freunde, bin beim klassischen Probleme googeln auf www.expertiger.de gestoßen, ei...