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Kleines Schwarzes

Handheld-Spielekonsole Pandora

27.10.2010 Mit einer selbst konstruierten, von Linux angetriebenen und überaus üppig ausgestatteten Handheld-Spielekonsole tritt eine Hand voll Hobbyisten gegen Nintendo, Sony und Apple an. Wir konnten exklusiv eines der ersten Geräte unter die Lupe nehmen.

Vor über drei Jahren begannen Fans der Spielekonsole GP32 in einem Anwenderforum über ergänzende und vermisste Funktionen zu sinnieren [1]. Vier der Anhänger machten schließlich Nägel mit Köpfen und konstruierten aus den Wünschen und Ideen kurzerhand eine komplett neue Handheld-Konsole. Das Pandora [2] getaufte Gerät sollte tragbar sein, multifunktional, quelloffen und natürlich mit Linux laufen. Anfang 2008 geisterten die ersten Bilder eines Prototyps durch das Internet, im Dezember des gleichen Jahres sollte die Konsole auf dem Markt erscheinen. Um die Produktion der ersten 4000 Geräte zu finanzieren, mussten alle Interessenten nicht nur vorbestellen, sondern auch gleich noch Vorkasse leisten. Dann brachten jedoch unerwartete Probleme und Verzögerungen in der Produktion den Terminplan komplett durcheinander. Im Mai 2010, mit fast zwei Jahren Verspätung, hielten endlich die ersten Käufer ihre kleine schwarze Pandora in den Händen. Bis zum Ende des Jahres möchte das Projekt 8000 Exemplare ausliefern, weitere Produktionsläufe (so genannte Batches) sollen folgen.

Funktionsmonster

Die Spezifikationen lesen sich verlockend gut: 3-D-Grafik, Tastatur, TV-Ausgang, USB-Ports, eingebautes WLAN (Abbildung 1), Mikrofon, Stereo-Ein- und Ausgänge, Anschlüsse für USB-Geräte und SD-Karten, ein Touchscreen und sogar hardwarebeschleunigte Videowiedergabe lassen anderen Handheld-Besitzern das Wasser im Mund zusammenlaufen (weitere technische Details verrät der Kasten Technische Daten). Der Preis von fast 330 Euro liegt dafür aber auch weit über dem einer (subventionierten) Nintendo DS.

Abbildung 1

Abbildung 1: Dank integriertem WLAN gelangen Sie mit Chrome, Firefox und Co schnell ins Internet.

Michael Mrozek, einer der vier Hauptentwickler, stellte uns freundlicherweise eine Pandora aus dem ersten Produktionslauf zur Verfügung. Im gelieferten Paket lag die komplett in schwarz gehaltene Spielekonsole, ein Netzteil und der obligatorische Akku in Form eines plattgeklopften Schokoriegels. Das Spezialkabel für den TV-Anschluss müssen Sie grundsätzlich extra ordern, weshalb es auch unserem Testmuster fehlte. Aussagen zur Qualität und Art der TV-Ausgabe müssen wir daher schuldig bleiben.

Ein achtseitiges Faltblatt erklärt auf Englisch das Einsetzen der Batterie, gibt in einer Zeichnung einen Überblick über die vielen Knöpfe, Lämpchen und Anschlussbuchsen der Konsole und verweist für alle weiteren Informationen auf die Internetseite des Projekts. Spätestens an dieser Stelle fällt auf, dass das Gerät von Fans für Fans entworfen und gebaut wurde. Vieles müssen Sie selbst herausfinden, im schon erstaunlich gut gefüllten, aber noch immer lückenhaften Wiki nachschlagen [3] oder schlichtweg in einem der offiziellen Foren [4] erfragen.

Ziegelstein

Die Konsole selbst wirkt wie eine Mischung aus verkleinertem Netbook und Nintendo DS. Sie wiegt mit ihren ca. 300 Gramm nicht nur genau so viel wie drei übereinander gestapelte Tafeln Schokolade, sie besitzt auch ungefähr die gleiche Größe. Damit passte die Pandora allerdings nicht mehr in die Hosentasche, auch wenn das laut Homepage angeblich gehen soll. Dafür wirkt das Gerät äußerst robust und gut verarbeitet. Den einmal eingebauten Akku laden Sie entweder über ein USB-Kabel oder das mitgelieferte Netzteil. Um den Ladefortschritt zu vermelden, fährt die Pandora komplett hoch. Wie die Entwickler versichern, handelt es sich um ein Feature, nicht um einen Bug.

Der mit 800 mal 480 Punkten ausgestattete 4,3 Zoll Breitbildmonitor besitzt ein recht starkes Scharnier. Er bleibt nur dann senkrecht im 90-Grad-Winkel aufgeklappt, wenn die Pandora auf einer stabilen Unterlage steht. In der Hand schnappt der Bildschirm entweder wieder zu oder um 180 Grad ganz auf. In dieser Position bleibt er aber auch bei einer äußerst holprigen Zug- oder Busfahrt.

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Kommentare
Zielgruppe
Vorbesteller (unangemeldet), Mittwoch, 27. Oktober 2010 14:35:56
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ich habe den eindruck, als ob der test der konsole etwas an der eigentlichen idee des projektes vorbei geht. ich glaube nicht, das die hobbyisten jemals gegen Nintendo, Sony und Apple antreten wollten. vielmehr geht es darum, der community ein gerät zu bescheeren, dass es so noch nicht gab/gibt. wirklich reich wird niemand mit der pandora werden. weder ihre schöpfer noch die spieleentwickler. es handelt sich um ein wirklich einzigartiges und sehr cooles community projekt!!!

die entwickler der konsole sind in erster linie retro-spiele-fans, die mit den am markt verfügbaren und vorallem offenen spielekonsolen nicht zu 100% zufrieden waren. so ist die idee der open pandora entstanden.

die eigenschaft des protablen linux computers steht bei dem projekt nicht im mittelpunkt, sondern ist eher ein nebeneffekt. unterwegs auf einem handheld zu programmieren war schon zu psion5 zeiten kein vergnügen. trotzdem stehen (fast) alle programmierwerkzeuge und -sprachen für die pandora frei zur verfügung, so dass jeder eigene projekte (z.bsp. spiele) angehen kann. dies wird wie bei allen anderen handhelds auch am heimischen pc erfolgen und für die pandora compiled werden.

das dinge wie das os, menü, bedienung etc. noch nicht ausgereift sind war schon immer klar. dies wird über die zeit die community glattziehen.

wirklich interessant sind die vielfälltigen emulatoren für die pandora. hier toben sich die spielefans richtig aus. legal, illegal ... scheissegal.

ich habe auf der cebit die pandora ausprobiert und war begeistert. daher bin ich auch sehnsüchtig wartender vorbesteller.

ich wünsche dem projekt auch weiterhin viel erfolg und freue mich, dass die produktion nun bald reibungslos anlaufen wird.




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Re: Zielgruppe
scheißegal (unangemeldet), Mittwoch, 27. Oktober 2010 16:59:17
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Zitat: "hier toben sich die spielefans richtig aus. legal, illegal ... scheissegal."

Schön, dass du hier zum Raubkopieren aufrufst.

Aber zu meiner eigentlichen Frage: Was kann denn die Pandora besser, dass ich mit einem Netbook nicht kann? Das liest sich jedenfalls so, als sei das Ding ein abgespecktes Netbook. Und auf einem Netbook laufen auch alle Emulatoren - und das zum gleichen Preis und offenbar mit mehr Leistung (je nachdem, welches Modell man erwischt)...


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Re: Zielgruppe
Tim Schürmann, Mittwoch, 27. Oktober 2010 17:25:24
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Hallo Vorbesteller,

wer das Projekt noch nicht kennt, wird unweigerlich einen Vergleich mit den anderen Konsolen ziehen, beziehungsweise er wird sich fragen, warum er sie noch zusätzlich zu seinem iPhone/DS/whatever kaufen sollte. Deshalb finde ich einen Vergleich schon richtig und wichtig. Die Pandora ist nämlich kein Gerät, das man auspackt, ein Modul einschiebt und dann einfach losdaddelt.

> es handelt sich um ein wirklich einzigartiges und sehr cooles community projekt!!!

Genau zu dem Fazit komme ich auch: "Von Fans für Fans." :)

Tim


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