Fazit

Auf die gezeigte Weise richten Sie beliebig viele weitere virtuelle Maschinen ein. Da VirtualBox die Hardware nachbaut, starten (fast) alle Betriebssysteme für Intel-Prozessoren. Darunter Oldtimer wie Windows 3.1, MS-DOS oder OS/2, aber auch aktuelle Exoten wie Solaris. Wie viele virtuelle Maschinen zugleich laufen, hängt von der Rechenleistung Ihres realen Computers ab. Eine umfangreiche, wenn auch leider englischsprachige Anleitung zu VirtualBox finden Sie unter [1]. Sie zeigt auch, wie Sie mit mehreren virtuellen Maschinen ein komplexes Netzwerk aufbauen.

Irgendwas fehlt…

VirtualBox gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: Einer komplett quelloffenen Open Source Edition (kurz OSE), die auch Ubuntu beiliegt, und einer kommerziellen Variante. Nur letztgenannte reicht auch USB-Geräte in die virtuelle Maschine weiter. Netterweise dürfen Privatanwender die kommerzielle Fassung kostenlos nutzen. Dazu deinstallieren Sie zunächst die VirtualBox OSE über das Software-Center. Anschließend wechseln Sie auf die VirtualBox Homepage [1] und laden unter Downloads eine für Ihre Distribution passende VirtualBox for Linux Hosts herunter. Beim Schreiben des Artikels fehlte noch eine Version für Lucid: Die Variante für Ubuntu 9.10 lief problemlos. Das heruntergeladene Paket klicken Sie im Dateimanager doppelt an und wählen dann Paket Installieren. So landet die VirtualBox unter AnwendungenSystemwerkzeuge. Vor dem Start geben Sie auf der Kommandozeile sudo hald --daemon=no ein, damit der USB-Support trotz der veralteten Virtualbox-Version funktioniert. Nach dem ersten Start lesen und akzeptieren Sie die Lizenzbedingungen, dann landen Sie im bekannten Hauptfenster, das auf der rechten Seite zusätzlich den Punkt USB kennt.

Um entsprechende Geräte anzumelden, sind zunächst ein paar Vorarbeiten notwendig. Beenden Sie dazu VirtualBox und rufen Sie die Benutzerverwaltung auf (SystemSystemverwaltungBenutzer und Gruppen). Im neuen Fenster klicken Sie auf Gruppen verwalten und markieren in der Liste vboxusers. Weiter geht es zu den Eigenschaften, wo Sie im Bereich Gruppenmitglieder Ihre Benutzernamen abhaken. Schließen Sie alle gerade geöffneten Fenster und melden sich dann einmal vom System ab und wieder an. Wieder auf dem Desktop starten Sie VirtualBox, markieren in der linken Liste Ihre virtuelle Maschine, klicken auf der rechten Seite den blauen Schriftzug USB an und haken im erscheinenden Fenster USB-Controller aktivieren, sowie USB-2.0-Controller aktivieren ab. Über das Steckersymbol mit dem grünen Pluszeichen fügen Sie dann eines der erkannten USB-Geräte hinzu. Doch Vorsicht: Sämtliche von VirtualBox vereinnahmten USB-Geräte stehen unter Ubuntu nicht mehr zur Verfügung. Ein dort bereits genutzter USB-Stick würde VirtualBox ruppig aushängen, was wiederum zu Datenverlusten führen kann. Verzichten Sie auch darauf, die einzige USB-Tastatur des Systems weiterzureichen: VirtualBox reißt sie exklusiv an sich, womit Sie Ubuntu nicht mehr bedienen können. Überlegen Sie folglich immer vorher, welche Geräte die virtuelle Maschine und welche der Gastgeber nutzen soll.

Infos

[1] VirtualBox Homepage: http://www.virtualbox.org

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Infos zur Publikation

Ubuntu User ist bis Ausgabe 02/2013 vierteljährlich erschienen, aktuelle Artikel zu Ubuntu finden sich ab Ausgabe 04/2013 im LinuxUser.

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