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Den richtigen Grafikkarten-Treiber finden

Malen nach Zahlen

Ein Bild zaubern Sie unter Ubuntu fast immer auf den Monitor. Wollen Sie aber grafisch anspruchsvolle Spiele, Desktop-Effekte und 3D-Anwendungen genießen, sollten Sie den passenden Treiber für Ihre Grafikkarte wählen. Wir bringen Licht ins Dunkel.

Es gibt im wesentlichen zwei Situationen, in den unter Ubuntu und seinen Derivaten die Grafikkarte urplötzlich in Ihr Blickfeld gerät: Wenn während oder nach der Installation der Bildschirm schwarz bleibt und wenn ein eben installiertes Spiel oder eine bestimmte 3D-Anwendung nicht laufen. Der erste Fall sollte theoretisch nie eintreten, denn dafür gibt es Ubuntus Fallback-System: Kann das System Ihre Grafikkarte nicht korrekt zuordnen, fällt es in einen schlichten 2D-Modus.

Allerdings klappt das nicht immer. Installiert Ubuntu in der Annahme, es sei der richtige, den falschen Treiber, landen Sie mitunter auf der Kommandozeile und müssen sich im Textmodus weiterhelfen. Das ist nicht so schwer, wenn Sie die Grafikkarten-Treiber kennen und wissen, welche Datei Sie auf der Konsole bearbeiten müssen.

Kartenspiel

Bei Ihrer Grafikkarte handelt es sich heute meist um ein Exemplar von Intel, AMD (eine ATI-Karte) oder Nvidia. Die drei Firmen teilen sich den Markt im wesentlichen auf. Weitere Karten, wie die von Matrox [1] und SiS [2], spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Um die Fähigkeiten einer Grafikkarte voll auszureizen, gibt es unter Linux eigene Grafikkarten-Treiber. Die sorgen dafür, dass Ihr neues 3D-Actionspiel mit allen grafischen Finessen läuft (Abbildung 1). Allerdings herrscht in diesem Bereich schon länger ein chaotisch wirkendes Zwei-Klassen-System, denn es gibt proprietäre und freie Treiber.

Proprietäre Treiber

Zunächst die gute Nachricht: Marktführer Intel rückt den Quellcode für seine Grafikchips heraus – dementsprechend gut ist der Support. Allerdings kommt Intel in puncto 3D-Leistung nicht an die Grafikchips von AMD/ATI und Nvidia heran – aktuelle Spiele laufen schlecht oder gar nicht mit Intels Chips.

Für die Nvidia- und ATI-Karten gibt es zwar offizielle Linux-Treiber, diese liegen aber nicht im Quellcode vor. Fehler in den Treibern beheben die firmeneigenen Entwickler, die Anwender müssen so lange damit leben. ATI unterstützt zudem mit jedem neuen Treiber ein paar ältere Grafikkarten weniger. Besitzen Sie so eine, müssen Sie zu einem freien Treibern greifen, denn die älteren proprietären Treiber sind meist inkompatibel zur X-Server-Variante Ihrer aktuellen Distribution. Da die Treiber von ATI und Nvidia nicht frei sind, stecken sie auch nicht mit im Kernel: Sie müssen diese nach der Installation des Systems separat einspielen.

Nicht zuletzt existieren verschiedene Versionen der proprietären Treiber. Zwar identifizieren Ubuntu und Co. den korrekten Treiber meist automatisch, nur funktioniert dieser Weg nicht immer. Dann müssen Sie herausfinden, welche Grafikkarte Sie verwenden, um den richtigen Treiber manuell zu installieren. Dazu müssen Sie unter Umständen auf die Kommandozeile, wie es das Kapitel "Treibertanz" beschreibt.

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Infos zur Publikation

Ubuntu User ist bis Ausgabe 02/2013 vierteljährlich erschienen, aktuelle Artikel zu Ubuntu finden sich ab Ausgabe 04/2013 im LinuxUser.

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